Rockenhausen / Sembach
Wie Fachkräfte aus dem Ausland beim Einstieg ins Berufsleben unterstützt werden
So sind vom 18. bis zum 24. Mai zwei Integrationsberaterinnen der Goethe-Institute aus Brasilien und Ägypten zu Gast bei den Welcome Centern, um eigene Eindrücke und Erfahrungen mitzunehmen, wenn sie Fachkräfte künftig auf das Arbeiten und Leben in Rheinland-Pfalz vorbereiten. Im Mittelpunkt der Hospitation steht der Austausch mit möglichst vielen Beteiligten, die bei der Integration ausländischer Fachkräfte und ihrer Familien kooperieren.
Um Einblicke in die unternehmerische Praxis zum Schwerpunkt Integration in der Ausbildung zu erhalten, steht für die Gäste ein Besuch bei der Rema-Fertigungstechnik GmbH auf dem Programm. Die Projektkoordinatorinnen für Vorintegration, Carla Pereira aus São Paulo/Brasilien und Dina Radwan aus Kairo/Ägypten, statten mit Karen Lill und Bruno Backes von der IHK der Verwaltung von Rema in Rockenhausen und der Produktionsstätte auf dem Sembacher Heuberg einen Besuch ab. Das mittelständische Unternehmen im Bereich Metallverarbeitung hat derzeit 60 Mitarbeiter und bietet seit 2014 unter dem Titel „Machining for Ruandas future“ 15 jungen Menschen aus dem afrikanischen Land die Möglichkeit, in einer dreieinhalbjährigen Ausbildung bis zum Jahr 2025 den Beruf des Zerspanungsmechanikers zu erlernen.
„Deutsch ist eine schwere Sprache“
Zu ihnen gehört auch Jeandedieu Iyakaremye. Er wohnt seit 2018 in Rockenhausen. Nach einem einjährigen Deutschkurs begann er die Ausbildung und wird sie demnächst aufgrund guter Leistungen ein halbes Jahr früher als geplant beenden. Iyakaremye sieht in der sprachlichen Hürde die größte Schwierigkeit. „Deutsch ist eine sehr schwere Sprache“, meint der 32-Jährige. Doch ohne diese Kompetenz hätte er nicht die Berufsschule in Rockenhausen besuchen können.
In Begleitung des Geschäftsführers Reiner Rudolphi gibt es für die Delegation eine Führung durch die 4000 Quadratmeter große Sembacher Produktionshalle. Carla Pereira erläutert: „Bei der Vorintegration beraten wir Menschen zu Einwanderungsprozess, Visum, Deutschlernen, Anerkennung und Sozialversicherung. Es ist schön zu erleben, wie die Behörden und Institutionen in Rheinland-Pfalz zusammenarbeiten.“ Dies sei eine große Erleichterung für internationale Fachkräfte. „Wir lernen ein sehr sympathisches und lebenswertes Bundesland kennen“, findet Dina Radwan.
Arbeiten im „System Deutschland“
Zum Auftakt ihres Besuchs erhalten die Beraterinnen des Goethe-Instituts einen Überblick über die Möglichkeiten der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Außerdem gibt es einen persönlichen Austausch mit den Landesministerien für Wirtschaft, für Integration sowie für Arbeit und Soziales. In der Zentralen Ausländerbehörde Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern sprechen die Beraterinnen mit Leiter Andreas Adelmann über das beschleunigte Fachkräfteverfahren und die bürokratischen Prozesse im Bundesland. Das Arbeiten im „System Deutschland“ ist auch Thema bei einem Treffen mit der SI Becker Personalservice GmbH aus Kaiserslautern. Außerdem lernen die Besucherinnen die Vielfalt in der dualen Berufsausbildung kennen.
„Rheinland-Pfalz ist geprägt von einem starken Netzwerk, das internationale Mitarbeiter willkommen heißt. Wir sind froh, dass wir dies nun auch in den internationalen Fokus der Goethe-Institute rücken können“, sagt Sabine Mesletzky, Sprecherin der IHK-Welcome-Center.