Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Stadtwerke die Energiepreise stabil halten

Schon beim Ablesen des Gaszählers aus Erfahrung wissen, was man zahlen muss: Kunden der Stadtwerke in Ramstein-Miesenbach können
Schon beim Ablesen des Gaszählers aus Erfahrung wissen, was man zahlen muss: Kunden der Stadtwerke in Ramstein-Miesenbach können auf stabile Preise setzen.

Vielerorts steigen die Energiepreise enorm. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Versorgern. Die Stadtwerke in Ramstein-Miesenbach halten die Preise recht stabil – und verraten, wie sie das machen.

Ein durchschnittlicher Neukunde, der im kommenden Jahr von den Stadtwerken Ramstein-Miesenbach sein Erdgas für eine Verbrauchsstelle außerhalb des Netzgebietes beziehen möchte, zahlt dafür einen durchschnittlichen Bruttopreis pro Jahr in Höhe von rund 1800 Euro. „Ein entscheidender Faktor für die Preisbildung ist der Zeitpunkt des Einkaufs“, sagt Reinhard Schneider, ehemaliger Geschäftsführer und jetziger Berater der Stadtwerke.

Fester Einkaufspreis als Grundlage

Ein über zwei oder drei Jahre fester Einkaufspreis sei die Grundlage dafür, dass die Preise auch für die Verbraucher über längere Zeit im Rahmen bleiben. Spezielle mathematische Rechenmodelle unterstützen dabei, einen Durchschnittspreis ohne größere Ausschläge zu erreichen. Sowohl der Gas- wie auch der Strompreis setzten sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Zum einen seien das Abgaben, Umlagen und Steuern. Dazu kämen Netzentgelte, die Kosten für die Energiebeschaffung selbst, die Vertriebskosten und natürlich auch die Marge.

„Selbstverständlich sind die Mitarbeiter bei uns im Haus nicht klüger als ihre Kollegen bei anderen Versorgern“, ergänzt Georg Leydecker, der jetzige Geschäftsführer der Werke. Der entscheidende Unterschied bestehe darin, dass die Mitarbeiter anderenorts neben der Beobachtung des Gas- oder Strommarktes noch für die Hundemarken oder andere Verwaltungsaufgaben verantwortlich seien. Das Geschäft mit der Energie erfordere jedoch Aufmerksamkeit rund um die Uhr. Dabei seien die Regeln für die Bereitstellung von Gas und Strom weitgehend dieselben.

Fachleute in ihrem Metier

„Und unsere Leute machen nur das“, sagt Leydecker. Auf diese Weise seien sie zu echten Fachleuten in diesem Metier geworden. „Sie brauchen sich nur mal Mitarbeiter von uns anschauen, wie sie auf dem Heimweg ihre Tasche schlenkern“, behauptet Stadt- und Verbandsbürgermeister Ralf Hechler (CDU), der auch Aufsichtsrat-Vorsitzender der Stadtwerke GmbH ist. Die Mitarbeiter machten ihre Arbeit gerne und seien stolz auf ihre fachliche Kompetenz. Hier griffen verschiedene Faktoren ineinander, die zu einer soliden Preisgestaltung führen. Und das zahle sich für die Kunden und auch für das Geschäftsergebnis aus.

Angesichts dieses offensichtlich erfolgreichen Wirkens stellt sich die Frage, ob sich die Ramstein-Miesenbacher Stadtwerke angesichts steigender Gaspreise anderswo noch vor einem Ansturm wechselwilliger Kunden retten können. „Zu uns wechseln kann theoretisch jeder“, sagt Georg Leydecker. Und etwa 50 neue Kunden hätten das auch gemacht. Es gebe allerdings Grenzen. Die ständig fließende Liefermenge zu einem bestimmten Preis habe ja einen begrenzten Umfang. Wenn jetzt mehr als 20 Prozent davon für Neukunden gebraucht würden, müsste von hier aus zugekauft werden – zu momentan ziemlich hohen Preisen. „Damit dies nicht die Preise für unsere Stammkunden treibt, können die Neukunden nicht mehr so günstig bedient werden.“

Gasversorgung seit 1953

Sowohl Strom als auch Gas bezögen die Stadtwerke von der VSE AG in Saarbrücken, erläutert der Geschäftsführer. Seit dem Jahr 1953 werde von Ramstein aus die Gasversorgung organisiert. Heutzutage erwirtschafteten 63 Mitarbeiter und sechs Azubis ein Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Zum Geschäftsmodell gehörten neben der Stromlieferung auch die Wasser- und Breitbandversorgung.

x