Steinwenden
Wie die Fritsch GmbH aus Steinwenden OP-Lüftungen und Großküchen plant
Unter anderem in den Lüftungsanlagen der OP-Räume des Regional Medical Centers in Landstuhl steckt Technik und Know-how der Fritsch GmbH Steinwenden. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen für Privat- und Gewerbekunden in den Bereichen Kälte- und Klimatechnik, Anlagen- und Rohrleitungsbau, Heizung und Sanitär sowie Ladenbau und Schreinerei an.
Die Firma wurde von Adolf Frisch 1949 im Ortskern Steinwendens als Fachbetrieb für Kältetechnik für Metzgereien, Bäckereien und Gasthäuser gegründet. In der Schreinerei, die zu dem Unternehmen gehört, legte er den Schwerpunkt auf den Thekenbau. Inzwischen hat sich der ehemalige kleine Handwerksbetrieb zu einem mittelständischen Unternehmen entwickelt: Zurzeit arbeiten 60 Mitarbeiter und drei Auszubildende in dem nach wie vor familiengeführten Unternehmen, erklärt Julia Hunsicker, Tochter des Geschäftsführers Thomas Hunsicker und Prokuristin, bei einem Firmenbesuch von Landrat Ralf Leßmeister (CDU). Sie und ihre Schwester Ida Purdy sind gemeinsam mit ihren Ehemännern Nils Hunsicker und Robin Purdy in vierter Generation im Betrieb aktiv.
1989 Umzug an den Ortsrand
1989 zog die Firma vom Ortskern an den heutigen Standort Höfchen 11a am Ortsrand in größere Hallen um. Laut Julia Hunsicker bietet das Unternehmen für Privatkunden und Gewerbetreibende unter anderem Lösungen für Bürogebäude, Hotels, Einkaufszentren oder Rechenzentren an. Neben Wärmepumpen und Küchen für Privatkunden plant es auch Gastronomie-Großküchen und stattet diese aus. Die Kunden stammten aus einem Radius von rund 100 Kilometern. Ein großes Projekt sei das Verlegen von Stahlrohren im Grubengas-Kraftwerk in Völklingen im Saarland gewesen, nennt Nils Hunsicker ein Beispiel. Sehr häufig sei das Unternehmen auf Liegenschaften der US-Amerikaner tätig. Diese Aufträge machten rund 40 Prozent am Umsatz aus.
Die Fritsch GmbH beschäftigt Mechatroniker für Kältetechnik, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Tischler in der angegliederten eigenen Schreinerei, deren Aufträge rund 15 Prozent am Umsatz generieren. Deren Mitarbeiter könnten problemlos bei der Montage aushelfen, verweist Nils Hunsicker auf Synergieeffekte. „Wir versuchen, auf die jungen Leute zuzugehen“, sagt der Technische Leiter zum Thema Ausbildung. Eine große Herausforderung für die minderjährigen Azubis zum Beruf des Mechatronikers für Kältetechnik sei der zweiwöchige Blockunterricht in der Berufsschule Neuwied, wo sie wegen der weiten Entfernung auch übernachten müssten. Daher versuche man künftig immer in einem Ausbildungsjahr zwei Azubis einzustellen, damit nicht einer allein dort bleiben müsse. Das Unternehmen sei in den sozialen Medien wie Instagram und Facebook gut aufgestellt, um junge Leute zu erreichen. Dazu habe Julia Hunsicker auch schon bei der Handwerkskammer referiert, merkt Roger Bier, stellvertretender Abteilungsleiter Berufsausbildung und Koordinator für berufliche Orientierung der Handwerkskammer der Pfalz, an. Die Firma ist auch bei den Berufsorientierungstagen der Schulen im Umkreis präsent, was sich laut Julia Hunsicker auszahlt. „Daraus ergeben sich Anfragen für Praktika und später dann auch Ausbildungsverhältnisse.“
Pongratz: „Landkreis ist wirtschaftlich stark“
Trotz schlechter Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren gibt es laut Philip Pongratz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kaiserslautern, derzeit insgesamt 27.520 Arbeitsplätze im Landkreis. „Dass der Landkreis so stark ist, haben wir den kleinen und mittleren Betrieben zu verdanken mit einem vielfältigen Branchenmix, der nicht so leicht ins Wanken kommt“, ordnet der Wirtschaftsexperte die aktuelle Situation ein.
Der Umsatz des Unternehmens war laut Nils Hunsicker in den vergangenen Jahren stabil mit einem leichten Wachstum: 12,1 Millionen Euro erzielte die Firma im Jahr 2023, 12,3 Millionen in 2024. Im Jahr 2025 lag der Umsatz bei 12,85 Millionen Euro.
Jährlich werde in den Fuhrpark, der zurzeit 20 Transporter – davon drei E-Fahrzeuge – umfasst, investiert. Die Maschinen der Schreinerei werden laut dem Technischen Leiter von der eigenen Photovoltaik-Anlage mit Strom versorgt. Gerne würde das Unternehmen auch seine E-Autos mit eigenem Strom versorgen und seine E-Flotte weiter ausbauen. Doch leider könne die Stromkapazität seitens der Pfalzwerke nicht weiter erhöht werden.
Firma braucht mehr Platz
Ein großes Thema für das Unternehmen ist die Platzfrage. „Wir platzen aus allen Nähten und würden hier am Standort gern erweitern“, sagt Julia Hunsicker. „Wir sind froh, so einen starken Arbeitgeber vor Ort zu haben“, sagt Ralf Hechler, Bürgermeister der VG Ramstein-Miesenbach. Er und Ortsbürgermeister Ralf Guckenbiehl bekräftigen: Was das Gewerbegebiet „Krummäcker“ angeht, das seit Jahren Richtung Miesenbach geplant ist, sei man dran. Wenn es kommt, könnte das Unternehmen direkt nebenan auf dem Ackergelände weitere Hallen hinstellen, erläutert Julia Hunsicker. Einen Zeitplan, wann dort gebaut werden kann, gibt es laut Guckenbiehl allerdings noch nicht. Die Grundstücke für das Gewerbegebiet – insgesamt 45.300 Quadratmeter Gewerbeflächen und rund 34.000 Quadratmeter Ackerland/Wiese – will die Gemeinde in diesem Jahr kaufen. Die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach hat rund 2,8 Millionen Euro aus einem regionalen Zukunftsprogramm des Landes erhalten, davon würden der Ortsgemeinde zur Erschließung des Gewerbegebietes 500.000 Euro zugesprochen, berichtet Guckenbiehl. In Planung sei derzeit die Entwässerung des Areals. Ursprünglich sei nur ein Regenrückhaltebecken vorgesehen gewesen, jetzt sehe der neue Plan insgesamt zwei vor.