Kreis Kaiserslautern
Wetter im Kreis Kaiserslautern: Regen statt „Goldener Oktober“
Ein Blick auf die Wettergrafik von Klima-Palatina zeigt, dass der Oktober mit bis zu 111 Litern Regen pro Quadratmeter in Trippstadt, 102 in Schönenberg-Kübelberg, 82 in Weilerbach und 77 in Kaiserslautern zu nass ausfiel. Gegenüber den rund 60 Litern im langjährigen Klimamittel war es somit flächendeckend in der Westpfalz deutlich zu nass im Oktober. Ausnahme: der Bereich um Obermoschel und Lauterecken, wo 41 beziehungsweise 51 Liter pro Quadratmeter fielen. Insbesondere am 22. Oktober blieb es ganztags trübe und wolkenverhangen – bei anhaltendem, ergiebigem Dauerregen.
Am 23. Oktober brauste der Herbststurm „Joshua“ über die Westpfalz hinweg. Auf den Gipfellagen des Pfälzerwaldes (Kalmit) erreichte er Geschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde, was orkanartigen Sturmböen der Stärke 11 entspricht. In Sembach am Flugplatz registrierte der Windmesser Spitzenböen von 81 km/h, Windstärke 9.
Wiederholt auftretende Regenschauer im Oktober
Der Oktober begann zwar mit herrlichem Sonnenschein, was wiederum viele Wanderer auch in die Westpfalz lockte. Allerdings zog bereits am Tag der Deutschen Einheit von Westen her eine dichte Schichtbewölkung auf, und so fiel das erste Oktoberwochenende durch wiederholt auftretende Regenschauer regelrecht ins Wasser. Erst zum Monatsausklang am 30. und 31. Oktober gab es wieder freundliches und trockenes Wetter mit etwas Sonnenschein zu genießen.
Mit lediglich 67 Sonnenstunden war der Oktober in der Westpfalz gegenüber dem langjährigen Mittel um ein Drittel sonnenscheinärmer. Den meisten Sonnenschein im Oktober im Pfälzerwald gab es übrigens im Monat von 1971 mit 202 Sonnenstunden. Am wenigsten zeigte sich die Sonne hingegen im Oktober 1974 mit lediglich 25 Sonnenstunden.
Auffällig im vergangenen Monat war, dass die unbeständige und oftmals durch Tiefdruckeinfluss geprägte Witterungsphase dafür sorgte, dass es keinen Tag über 20 Grad warm wurde. Die Monatshöchsttemperatur lag bei lediglich 18,4 Grad in Kaiserslautern sowie bei 17,4 Grad in Pirmasens. Die Monatsmitteltemperatur im Oktober lag in der Westpfalz bei 10,5 Grad, was gegenüber dem langjährigen Klimamittel eine Abweichung von etwa plus ein Grad bedeutet.
Wetterumschwung am kommenden Wochenende
Der erste Luftfrost in der amtlichen Messhöhe von zwei Metern über Grund trat am 2. Oktober an der US-Airbase in Ramstein auf: mit -1,5 Grad. Die bislang tiefste Oktober-Temperatur in der gesamten Pfalz wurde mit frostigen -7,3 Grad übrigens am 24. Oktober 1908 in Kaiserslautern gemessen.
Das Fazit: Die sehr wechselhafte und unbeständige Witterungsperiode, welche sich außer zu Monatsbeginn bis fast zum Monatsausklang erstreckte, sorgte in der Westpfalz für einen zu nassen und zu sonnenscheinarmen Monat. Einzig bei der Mitteltemperatur war es gegenüber dem langjährigen Mittel etwas zu mild.
Die RHEINPFALZ-Leser dürften sich nun aktuell die Frage nach dem weiteren Witterungsverlauf im November stellen. Nach der Analyse der verschiedenen Computer-Wettermodelle gehen die Wetterfrösche von Klima-Palatina davon aus, dass uns die allgemein ruhige und niederschlagsfreie Witterung mit relativ milden Temperaturen in der Westpfalz auch bis zur Monatsmitte erhalten bleibt. Ab dem kommenden Wochenende deutet sich allerdings ein gravierender Wetterumschwung an. Mit dem Aufzug von Regengebieten gelangt ein Schwall kälterer Meeresluft zu uns in die Westpfalz, sodass sich die Temperaturen lediglich um die Zehn-Grad-Marke einpendeln werden. Die Nächte werden weiterhin frostfrei verlaufen. Wann der erste Schnee in der Westpfalz fallen wird, das verrät Petrus derzeit noch nicht.