Kreis Kaiserslautern Wenn die Kugel in die Erde einschlägt

Wilde Schießerei in Hauptstuhl! Vier Tote, und die Polizei tappt im Dunkeln! Keine Sorge, nur im Film und nicht in der Realität. Tommy Fischer und Marc End, die Regisseure, die 2012 den Pilotfilm zur Internetserie „Klamm“ in Bruchmühlbach und Umgebung gedreht haben, sind zurück. Am Wochenende waren zwei Drehtage in der Westpfalz angesetzt.
„Das passt hervorragend zu unserem Film“, zeigt sich Tommy Fischer zufrieden mit der „Location“ in Hauptstuhl. Alte Hallen, staubige Wege, da muss sein Team kaum Hand anlegen. Hier ein bisschen den „Fluchtweg“ mit der Heckenschere präparieren, dort Ketten an der Wand verankern. Kerzen aufstellen, fertig. Beim Anblick der Ketten vor der tristen Kulisse läuft einem schon Gänsehaut über den Körper, obwohl dort noch niemand angekettet ist und die Kamera erst mal andere Szenen einfängt. Die erste Episode der Mystery-Serie „Klamm“ läuft seit Mai 2012 im Internet. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, angelehnt an den Komponisten Johann Sebastian Bach, lautet der verheißungsvolle Titel von Episode zwei, die gestern in Hauptstuhl für einen ordentlichen Auflauf sorgte. „Du kommst hier an, fährst erst einmal runter. Willst keinen Fehler machen und dann hörst Du den Schuss!“ Fischer gibt seinem Filmpolizisten Yuri, gespielt von Christopher Flach, letzte Regieanweisungen. Kurze Probe und es heißt „Achtung, wir drehen!“ Drei Kameras entgeht kein noch so feines Mienenspiel der Männer. Neben Flach steht der zweite Polizist Tom, gespielt von Emanuel Raggi, vor der sandigen Kulisse. Mehr als 20 Einstellungen wird Fischer mit seinem 20-köpfigen Team am Ende eines langen Tages im Kasten haben. Der wolkenverhangene Himmel, kommt dem Team entgegen. „Das Grau in grau zeichnet ein weiches Licht. Ist viel besser für die Kamera. Pure Sonne ist viel zu hart“, freut sich Marc End, dass es zwar bitterkalt in seiner alten Heimat ist, die Umstände aber passen. Da reicht eine Idee und schon hat man das ganze Wohnzimmer voller Leute, die alle mithelfen wollen, ist Fischer froh für jede Unterstützung. Nur die Technik will gerade nicht. Kamera, Mikro und jede Menge Augenpaare sind auf ein kleines Erdhäufchen gerichtet. Der Einschlag einer Pistolenkugel soll simuliert und gefilmt werden. Fischer will mit einer Batterie eine knallende Rauchwolke inszenieren. Der Knall ist am Ende ein zartes Zischen und die Wolke nicht mehr als ein Wölkchen. Gut, dann wird das Ankommen der Kugel im Erdreich eben im Studio am Computer entstehen müssen. „Wir drehen hier in Hauptstuhl die Schlussszene“, verrät der Regisseur. Am Samstag war das Team in der Klamm. „Nur wenige Szenen, aber der Ort kann unmöglich in Frankfurt nachgestellt werden!“ Fischer, der Sponsoren für die zweite Episode begeistern konnte, weiß, die gesammelte Summe reicht nicht, um alle Einstellungen wieder in der Westpfalz zu drehen. Größtenteils wird deshalb in und um Frankfurt, dem Mittelpunkt von Fischer und den meisten Schauspielern, die Klappe fallen. Die Bruchmühlbacherin Loreen Bernhard wird dann natürlich nicht am Set sein können. Die Drehtage in der Westpfalz lässt sie sich nicht entgehen. Schon 2012 war die junge Frau ehrenamtlich als „Klappenfrau“ im Einsatz. Als jetzt wieder die Frage von Fischer kam: „Wir drehen bei Euch, hast Du Zeit?“ lautete die klare Antwort: „Aber immer doch!“ Sie wird bestimmt auch an den Drehtagen im Bruchmühlbacher Schützenhaus oder in der Tausendmühle die Klappe halten. Das dauert aber noch. Vor Ende des Jahres wird der gut 40-minütige Film ohnehin nicht fertig sein. Die Macher dokumentieren den Stand der Dinge im Internet unter www.klamm-dieserie.de (thea)