Sembach
Was Fritz Hack nach seiner Zeit als Ortsbürgermeister alles vor hat
Der Landwirt, der seit 50 Jahren im Gemeinderat sitzt, hat sich zur Kommunalwahl vor zwei Wochen nicht mehr aufstellen lassen. Mit Peter Beutler wird jetzt für die nächsten fünf Jahre ein FWG-Mann auf dem Chefsessel sitzen. „Ich bin jetzt 74 Jahre, da sollte man aufhören“, begründet Hack seinen Schritt. Schließlich sei er schon seit neun Jahren in Rente. Das Bürgermeisteramt habe er mit „viel Herzblut“ ausgeübt, erzählt der Kommunalpolitiker. „Ich habe da genauso gearbeitet, wie ich zu Hause meinem Betrieb geführt habe.“ Bis vor einigen Jahren hatte der Landwirt mit über 100 Muttersauen den größten Schweinezuchtbetrieb in der Region. Seitdem betreibt er noch Getreide- und Rapsanbau. Noch bis Ende des Jahres, dann ist auch damit Schluss. Obwohl er zwei Gegenkandidaten hatte, gewann Hack vor 20 Jahren gleich im ersten Wahlgang mit über 54 Prozent der Stimmen. Das sei ein toller Erfolg gewesen, erinnert er sich.
In allen Vereinen im Ort aktiv
Dass dem scheidenden Ortsbürgermeister sein Ehrenamt Spaß gemacht hat, merkt man ihm an: „Ich bin mit den Leuten gut ausgekommen und hatte ein super Verhältnis mit den Mitarbeitern bei der Verwaltung“, blickt Hack zurück. „So wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es wieder ’raus“, findet er. Er sei in allen Vereinen im Ort aktiv, komme daher mit vielen Menschen zusammen. „Das sollte man als Bürgermeister auch so machen“, nennt Hack sein Rezept für ein gutes Miteinander.
Zuletzt habe er sich mit der Digitalisierung etwas schwergetan. Auch dass sei ein Grund gewesen, nicht mehr als Ortsbürgermeister weiter zu machen, bekennt Hack. „So lange alles auf Papier ist, bin ich Herr der Lage. Aber wenn dann alle mit dem Laptop im Gemeinderat sitzen. Das kann ich nicht so gut“, meint er schmunzelnd.
Gerne erinnert er sich an die Projekte zurück, die er in seiner Amtszeit umgesetzt hat. Stolz ist er, dass Sembach einen „top ausgestatteten Kindergarten“ hat, der das Aushängeschild der Gemeinde sei. Das Mehrzweckhaus sei komplett saniert worden. Die Kegelbahn mit ihren vier Bahnen dort werde gut genutzt. Zugutegekommen seien der Gemeinde dabei aber auch die Einnahmen durch den Gewerbepark. „Im Vergleich zu anderen Orten in der Verbandsgemeinde, die hoch verschuldet sind, hatten wir die finanziellen Möglichkeiten“, zeigt sich Hack zufrieden. Toll sei auch, dass die Gemeinde über eine eigene Gaststätte an der Mehrzweckhalle verfüge, die verpachtet sei. „Damit gibt es einen Treffpunkt im Ort.“ Dort kämen unter anderem die Mitglieder des Sport-, des Dart- und des Kegelvereins zusammen. Der Musikverein habe ein eigenes Domizil.
Viele Projekte in Eigenleistung umgesetzt
Viele Projekte hat Hack aber auch zusammen mit dem Gemeindearbeiter in Eigenleistung umgesetzt. „Die Maschinen habe ich ja alle und der Gemeinde konnten wir damit eines an Geld sparen“, sagt der Landwirt. Schade findet es der Sozialdemokrat allerdings, dass dieses Engagement nicht mehr in dem Maße anerkannt werde wie früher. „Wenn was nicht gemacht ist, gibt es dagegen schnell Kritik.“
Und was will Hack mit der freien Zeit anstellen, wenn er das Bürgermeisteramt abgegeben hat? Dann will er sich neben der Familie mehr seinem Hobby, der Jagd, widmen. Daneben habe er noch ein großes Gelände samt Fischteichen zu pflegen. Auch in den Vereinen wird er weiter aktiv sein: Als Vorstand des Sportvereins, der SPD und des Fördervereins der Kita Sonnenblume. Rund 40.000 Euro an Spenden habe man in den vergangenen Jahren im Förderverein gesammelt, die direkt der Einrichtung zugeflossen seien, blickt Hack zurück. Auch der Kommunalpolitik will er nicht ganz den Rücken kehren. Er hat eines der drei SPD-Mandate im neuen Ortsgemeinderat und ist auch im Verbandsgemeinderat Enkenbach-Alsenborn vertreten. „In diesen Gremien will ich noch ein bisschen mithelfen.“