Ramstein-Miesenbach
Was es beim Retro-Spiele-Kongress zu erleben gab
„Nostalgie ist ein großer Faktor“, schwärmt Moritz Oelschlägel aus Mannheim. Für den 31-Jährigen sind Retro-Spiele „ein wichtiges Hobby“. Er freut sich, unter Gleichgesinnten zu sein. „Die Verkäufer hier sind meistens Sammler und selbst Fans. Sie können einem eine gescheite Auskunft geben.“
Hector Hivers aus „Resident Evil“ nimmt die Besucher in Empfang. Steffen aus Speyer ist in die Figur geschlüpft, die als Inbegriff des Survival-Horror-Genres gilt. Jackhammer, alias Michael, steht dicht behangen mit nachgebauten Schusswaffen neben ihm. Die beiden sind Cosplayer, verkleiden sich also gerne als Filmfiguren, zumeist aus dem Fantasy-/Science-Fiction-Genre oder japanischen Comics. „Wir wollen unsere fiktiven Figuren so identisch wie möglich wiedergeben“, lassen sie wissen. „In den Kostümen steckt viel Arbeit und viel Geld.“ Dass das Posen für Fotoaufnahmen und Selfies viel Spaß bereitet, glaubt man auf den ersten Blick.
Unterhaltsame Zeitreise
Wer es an ihnen vorbeigeschafft hat, landet auf der eigentlichen Convention, in der großen Halle des CCR. Eine unterhaltsame Zeitreise kann starten. Hier sind rare Originale, funktionstüchtige Klassiker und Kunstwerke der besonderen Art zu entdecken und zu bestaunen. Frank Engelhardt aus Hofheim „geht es um Spaß und um Gespräche“. Mit Filmrequisiten und Kostümen, mehr zum Verleihen denn für den Verkauf bestimmt, präsentiert er unter anderem seine Exponate aus der Star-Wars-Filmreihe. Er könne sogar Echtheitsbestätigungen von Filmstudios vorweisen, meint er. Der Ludwigshafener Christian Scherr gehört zu den Ausstellern, die neben alten Videospielen auch eine riesige Bandbreite an Zubehör anbieten. Auch Heimcomputer und Konsolen der 1970er, 80er und 90er Jahre hat er im Angebot. Den Spielefreaks von früher sind die Namen alle vertraut. Commodore 64, Amiga 500, Atari und natürlich allerhand Spielbares gibt es hier zu finden. Auch Youtuber sind vertreten. Die Leidenschaft von Tobias Cayé aus Saarbrücken, alias Telespiel Tobi, ist das Dokumentieren genau dieser Szene.
Veranstalter Bernd Kühn von der Event-Agentur KüHe aus Ludwigshafen ist vor fünf Jahren von einem Freund überredet worden, „etwas im Retro-Bereich zu machen“. Er sagt: „Das Interesse an solchen Conventions ist groß.“ Turniere, Retro-Quiz auf der Bühne, Foto-Box mit Cosplayern und vieles mehr bildeten normalerweise das Rahmenprogramm. „Die Besucher sollen hier etwas erleben können und sich nicht wie auf einem Flohmarkt vorkommen“, betont Kühn. Leider sei durch Corona vieles nicht möglich. Im CCR gibt es immerhin eine Gaming-Zone mit alten Nintendo-Spielkonsolen. Angeschlossen an Röhrenfernseher „kann der ein oder andere sich an seine Kindheit erinnert fühlen“.
Mit am Start sind auch die Cosplayer von „Sci-Fi for Charity“. Benjamin Zipp, alias Ghostbuster, sammelt seit 2018 Spenden für die Deutsche Kinderkrebshilfe. Gegen Ende der Convention findet der Veranstalter: „Das CCR ist ein toller Ort mit besten Voraussetzungen. Ich würde mir für das nächste Mal mehr Besucher wünschen.“