Trippstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Was Bürger ärgert: Biker-Ansammlungen in Johanniskreuz

Im vergangenen Jahr wurde der große Parkplatz in Johanniskreuz gesperrt. Das könnte erneut drohen, wenn sich trotz Corona hier w
Im vergangenen Jahr wurde der große Parkplatz in Johanniskreuz gesperrt. Das könnte erneut drohen, wenn sich trotz Corona hier wieder zu viele Menschen treffen.

Mehrmals in der Woche fährt die Trippstadterin Susanne Forve von ihrem Wohnort nach Merzalben. Was sie dabei auf den Parkplätzen in Johanniskreuz sieht, macht sie wütend. Nach ihren Schätzungen treffen sich dort bis zu 150 Motorradfahrer, ohne sich an die Auflagen der Corona-Verordnung zu halten. Die RHEINPFALZ hat nachgehört.

Schon des Öfteren hat Forve mit „Entsetzen“ festgestellt, dass Motorradfahrer auf dem großen Parkplatz vor der Gaststätte und den nahe liegenden Parkplätzen in großen Gruppen zusammenkommen. Am vergangenen Sonntag seien es geschätzt 100 Motorräder gewesen. „Zu Zeiten von Corona und der jetzigen Warnstufe Rot im Landkreis Kaiserslautern bin ich der Meinung, dass sich solche Zusammenkünfte und Treffen nicht mit der Corona-Verordnung vereinbaren lassen“, schimpft sie und fährt fort: „Es kann doch wohl nicht sein, dass sich an einem Sonntag wie diesem Motorradfahrer in einer Größenordnung von circa 150 Personen ohne Mundschutz und Hygienemaßnahmen treffen können!“ Sie regt an, Parkplätze und Gaststätten an Wochenenden und Feiertagen zu schließen.

Bei Kontrollen auch längere Zeit vor Ort

Hinzu komme, dass es für sie als Mutter sehr schwer erklärbar sei, dass ihre Kinder auf dem Schulweg und in der Schule einen Mundschutz tragen müssen und in naher Zukunft einen Corona-Schnelltest machen sollen, gleichzeitig aber sehen, wie sich Erwachsene so unverantwortlich verhalten. „Für mich ist es unerklärlich, dass hier Polizei und Ordnungsamt nicht gegen solche vorprogrammierten, wetterbedingten Massenansammlungen vorgehen“, macht sie ihrem Ärger Luft. Sie selbst sei beruflich im Gesundheitswesen tätig, das Einhalten der Hygieneverordnung und der Vorschriften eine Selbstverständlichkeit.

Für Markus Mühlen, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Landstuhl, ist diese Situation nicht unbekannt. Sowohl seine Mitarbeiter als auch die Polizei kontrollieren den beliebten Biker-Treffpunkt zwar nicht täglich, aber auch am Wochenende oder an den bevorstehenden Ostertagen. Dabei seien sie auch längere Zeit vor Ort.

Sperrung des Platzes durchaus möglich

„Man müsste den ganzen Tag dort stehen und die Motorradfahrer wegschicken, aber wenig später wären genauso viele wieder da“, beschreibt er die Situation. Die Ordnungshüter wollen die Lage im Blick behalten. „Wenn es überhand nimmt, werden wir uns mit der Kreisverwaltung zusammensetzen und wie im vergangenen Jahr eine Sperrung auf den Weg bringen“, kündigt Mühlen an.

Im Sommer 2020 sei der Parkplatz vor der Gaststätte auf Anregung des Ordnungsamtes durch die Kreisverwaltung abgesperrt worden, berichtet er. Allerdings haben die Motorradfahrer laut Mühlen die Gitter beiseite geschoben, um dennoch auf den Platz zu fahren. „Auf Ansprache haben sie total vernünftig reagiert und sind direkt weggefahren“, berichtet er weiter.

Sollten sich die Biker uneinsichtig zeigen, werden ihre Personalien aufgenommen und an die Kreisverwaltung weitergegeben. Die Behörde könne dann ein Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung und gegen die geltende Corona-Verordnung des Landes festsetzen, erläutert der Leiter des Ordnungsamtes. Die Ausgabe von Speisen und Getränken ohne den Vor-Ort-Verzehr sei erlaubt, ein Schließen der Gastronomien deswegen zurzeit nicht möglich.

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