Kreis Kaiserslautern
Was Bürger ärgert: Anwohner wehren sich gegen Kita-Neubau in Miesau
Bruchmühlbach-Miesau. „Es gibt andere Plätze für einen neuen Kindergarten, die sicher besser geeignet wären als der in der Böswiesenstraße.“ Michaela Bonn und andere Anlieger, deren Grundstücke an den geplanten Neubau grenzen, sind verärgert. Nicht zuletzt, weil sie von dem Vorhaben der Gemeinde erst aus dem Amtsblatt erfahren haben. Ortsbürgermeister Klaus Neumann (SPD) führt dagegen Gründe für den gewählten Standort ins Feld.
„Wir wurden regelrecht ins kalte Wasser gestürzt“, sagt Michaela Bonn. Als sie im Amtsblatt gelesen hat, dass der geplante Kindergartenneubau in Miesau auf der Tagesordnung des Ortsgemeinderates steht, ist sie hingegangen. „Aber in der Sitzung darf man natürlich nichts sagen.“ Sie wie auch die anderen Anlieger, die gegen den Standort sind, sahen lediglich, dass mit der SPD-Mehrheit und gegen die Stimmen der CDU der Plan beschlossen wurde. Die CDU hatte das Grundstück ebenfalls als nicht geeignet eingestuft, da es „schmal und langgezogen“ sei (die RHEINPFALZ berichtete).
Höheres Verkehrsaufkommen befürchtet
Michaela Bonn habe nichts gegen einen Kindergarten. „Aber dieses schlauchartige Grundstück, auf dem er nun gebaut werden soll, ist einfach ungeeignet“, findet sie. Drei Anlieger würden, wenn das Gebäude entsteht, auf eine Wand gucken. Des Weiteren fürchten alle, die in diesem Bereich wohnen, ein höheres Verkehrsaufkommen. Nach einer Verkehrsstudie würden 300 Autos zusätzlich durchrollen. Ihrer Ansicht nach gestaltet sich die Zufahrt recht schwierig – nämlich eng an dem dortigen Supermarkt und dem Versorgungshäuschen vorbei. Ein Teil der Strecke sei zurzeit ein Feldweg. Auch die Parkplatzsituation sehen die Anlieger kritisch.
Wie die anderen Betroffenen fragt sich Michaela Bonn, ob es nicht möglich wäre, das Haus der Kinder in Miesau mit einem Anbau auszustatten, um zusätzliche Kinder aufzunehmen. Außerdem gebe es dort eine „ideale Infrastruktur mit Schwimmbad und Turnhalle“. Auch die Grundschule ist nebenan.
Bekannt ist den „Pferchlern“, dass vor einigen Jahren für das anvisierte Kindergartengrundstück einmal ein Spiel- und Bolzplatz vorgesehen war. Dieser kam aber ebenso wenig wie das vorgesehene Neubaugebiet. Dass der Bolzplatz vom Tisch ist, ist nach Meinung Bonns und ihrer Mitstreiter nur gut. Denn durch die Nähe zum Supermarkt und dem angrenzenden Feld hätte der Platz möglicherweise einen Anziehungspunkt für feucht-fröhliche Zusammenkünfte von Jugendlichen gebildet.
Neumann: Die Fläche ist laut Planungsbüro gut für den Kindergarten geeignet
Ortsbürgermeister Neumann weiß, dass der Spielplatz im Bebauungsplan ausgewiesen war. Deshalb werde er geändert. Ausdrücklich betonte er, dass das Areal nicht gewählt worden sei, „um die Anlieger zu ärgern“. Die Fläche sei, das habe das beauftragte Planungsbüro bestätigt, „gut für einen Kindergarten geeignet“. Und die Gemeinde müsse dringend agieren, denn schon jetzt „gibt es zu wenig Plätze für unsere Kinder“. Im April habe die protestantische Kita Miesau mitgeteilt, dass für das kommende Kindergartenjahr 19 Kinder, davon 17 aus Miesau und zwei aus Elschbach, nicht aufgenommen werden könnten. In der Kita Buchholz kämen schon jetzt zehn Kinder mit Rechtsanspruch nicht unter. Auch das Haus der Kinder in Miesau habe bereits eine provisorische Krippengruppe eingerichtet. Und die Lage werde sich noch verschärfen, wenn das in Miesau geplante Neubaugebiet realisiert werde, sagte Neumann.
Die CDU habe sich übrigens ursprünglich der SPD-Meinung angeschlossen und erst später zwei Alternativen unterbreitet. Eine davon im Ortsteil Bruchmühlbach, wo kein Bedarf für eine Kita bestehe; bei der anderen handelte es sich um den ehemaligen Spielplatz in der Wiesenstraße – ohne eigenen Zuweg. Beide Varianten seien damit vom Tisch. Vor dem Hintergrund, dass der Standort „für Miesauer, Elschbacher, Buchholzer, Bruchmühlbacher und Vogelbacher zentral gelegen ist“, erachtet ihn Ortsbürgermeister Neumann als „ideal“.