Otterberg RHEINPFALZ Plus Artikel Waldjugendspiele: 400 Kindern haben Spaß im großen Klassenzimmer der Natur

Die Schallodenbacher Schüler lauschen aufmerksam, was Forstwirtschaftsmeister Roland Grim ihnen über Nachhaltigkeit erzählt. Gan
Die Schallodenbacher Schüler lauschen aufmerksam, was Forstwirtschaftsmeister Roland Grim ihnen über Nachhaltigkeit erzählt. Ganz links im Bild Tim Dieckmann, Patenförster der Klasse, und Klassenlehrerin Christine Terner.

Landesweit laufen derzeit die Waldjugendspiele. Das Forstamt Otterberg hat am Grafenthalerhof dafür gesorgt, dass 400 Drittklässler mehr über die Natur erfahren.

Im Wald bei Otterberg traut sich kein Reh aus der Deckung. Verständlich, immerhin sind 20 Schulklassen unterwegs, um ihr gebündeltes Wissen über den Wald plus reichlich eigene Energie loszuwerden. Es sind Drittklässler aus Mehlingen, Lauterecken, Weilerbach, Otterberg, Otterbach, Olsbrücken, Enkenbach-Alsenborn, Kaiserslautern und Schallodenbach, die sich bei den Waldjugendspielen auf dem rund drei Kilometer langen Parcours durch den Wald befinden.

Auch Teamgeist ist gefragt

„Die Linde ist mein Lieblingsbaum“, stellen Elaine und Anela aus der Schallodenbacher Grundschule gleich mal klar und begründen dies mit den „schönen, herzförmigen Blättern“. Im Unterricht bei ihrer Lehrerin Christine Terner haben sie gut aufgepasst, bringen schon ordentlich Waldwissen mit auf die Parcoursrunde, auf der sie ihr Patenförster Tim Diekmann begleitet. Gemeinsam haben sie und all die anderen Klassen so einiges zu bestreiten und dabei ist nicht nur Wissen gefragt. Punkte gibt es auch für das Miteinander, das bei Geschicklichkeitsspielen wie Holzstapeln, der „Moorüberquerung“ oder beim Wasserspeichern im Vordergrund steht. Wenn Punkte für den Spaß an der Bewegung in frischer Naturluft vergeben worden wären, hätten nicht wenige Klassen das Punktekonto gesprengt. Die meisten Kinder sind ziemlich gut gelaunt unterwegs.

Um „Stau“ im Wald zu vermeiden, hat das Team um Forstamtsleiter Tobias Adam und um Umwelt- und Bildungsförster Joachim Kunz gleich zwei Parcours eingerichtet. Damit sich auf der angrenzenden Landstraße auch alle an die aufgestellten Tempo-30-Schilder halten, sorgt die Polizei dort mit gezielten Geschwindigkeitskontrollen für Sicherheit.

„Ohne starke Partner sind die Waldjugendspiele kaum zu realisieren“, zeigt sich Forstamtsleiter Adam dankbar, dass sich neben Polizei und DRK vor allem die vielen Förster und Forstamtsmitarbeiter auch aus anderen Forstämtern, die Waldpädagogen, die Waldgemark sowie der Waldbauverein Otterberg, dessen Vorsitzender Martin Müller die Essensausgabe verantwortet, alle gemeinsam für die Schüler vor Ort engagierten. Einig sind sich alle, dass mit den Waldjugendspielen das Verständnis der Kinder für Landschaft, Natur und Wald spielerisch gefördert werde.

Respekt vor der Natur als Ziel

„Wer die Natur als großes Ganzes begreift, entwickelt automatisch Respekt und eine tiefe Wertschätzung für diesen Lebensraum“, sagt Tobias Adam, der sich selbst gern an seine eigenen Waldjugendspiele zurückerinnert.

Derweil sind die Klassen längst unterwegs, bestimmen Bäume und suchen auf der Wegstrecke nach der heimischen Tierwelt. Gut, die echten Rehe, die haben sich tatsächlich nicht aus dem Gebüsch getraut, aber all die von Mitarbeitern des Forstamtes im Vorfeld an der Strecke versteckten heimischen Tiere aus Holz, die haben die aufmerksamen Kinder schnell entdeckt.

Die Waldjugendspiele Rheinland-Pfalz finden auch an den Forstämtern Kaiserslautern und Johanniskreuz statt. Somit haben noch mehr Kinder die Möglichkeit auf Spaß beim Lernen im großen Klassenzimmer Wald.

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