Kreis Kaiserslautern Von der tauben und der glücklichen Liebe

Wilhelm von Kobells Gemälde hängen in den namhaften Museen von Berlin, Hamburg, Stuttgart und München. Er war als Künstler bedeutender als sein Vater Ferdinand (1740−1799), der als Kupferstecher ebenfalls einige Zeit in der Westpfalz wirkte. Sohn Wilhelm wurde vom Freiherrn von Hacke auf dessen Schloss nach Trippstadt eingeladen.
Wilhelm Alexander Wolfgang – am 6. April 1766 in Mannheim geboren – war zunächst Schüler seines Vaters und danach der Mannheimer Akademie. Bereits 1792 wurde er als Hofmaler nach München berufen und hatte „gegen ein Gehalt von 500 Gulden jährlich ein Stück zur höchsten Disposition seiner Churfürstlichen Durchlaucht zu liefern“. In der Zeit von 1814 bis ’26 wirkte er als Professor für Landschaftsmalerei in München. Schon 1817 wurde er vom König in den persönlichen Adelsstand erhoben. Wilhelm von Kobell starb am 15. Juli 1853 in der bayerischen Metropole. Während seiner Mannheimer Zeit hielt sich der Künstler fast alljährlich für einige Wochen in Trippstadt auf. 1784 entstanden dort zwei Pinselzeichnungen, die mit „im trippstadter Thal beym Herrn von Hacke nach der Natur gezeichnet“ und „Bergbach im Trippstadter Thal“ beschriftet sind. Im Jahr 1786 folgten zwei Aquarelle mit den Titeln „Die glückliche Liebe“ und „Die Liebe ist taub“, die wohl als Blätter für ein Stammbuch gedacht waren. Bei einem weiteren Aufenthalt in der Westpfalz schuf Kobell 1787 das Aquarell „Schloss und katholische Kirche Trippstadt“, das sich heute im Besitz des Kurpfälzischen Museums in Heidelberg befindet. Es diente wohl als Vorstudie für das Porträt des Freiherrn von Hacke, das der Künstler im folgenden Jahr ausführte und das heute im Reiß-Museum in Mannheim zu sehen ist. Neben dem dargestellten Freiherrn sind durch ein geöffnetes Fenster das Schloss und die Kirche zu erkennen. Drei weitere Aquarelle sind 1789 ebenfalls in Trippstadt datiert. Sie tragen die Bildunterschriften „Bauernbub mit erlegter Hirschkuh“, „Felslandschaft mit Reiter bei Trippstadt“ und „Felslandschaft mit Ochsentreiber bei Trippstadt“. In seinen Münchener Jahren wurde Wilhelm von Kobell dann vor allem durch seine Soldaten- und Schlachtenbilder bekannt. Kronprinz Ludwig beauftragte ihn mit einer Serie von zwölf Gemälden, die den Ruhm der bayerischen Armee verherrlichen sollten. Wilhelm von Kobell zählt zu den besten deutschen Aquarellisten, so dass ihm ein bekanntes Malerei-Lexikon ganze fünf Seiten widmet. Während er in seinen Arbeiten anfangs noch unter dem Einfluss der niederländischen Malerei gestanden hatte, löste er sich im Lauf seiner künstlerischen Entwicklung von diesen Vorbildern. Seine Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle sind danach zunehmend vom Stil der Romantik und des Biedermeier bestimmt. (khs)