Landtagswahl
Vom Hof ins Parlament: Warum Landwirt Bernd Schellhaas für den Mittelstand kämpft
„Ich bin ein Macher, kein Schreibtischtäter“, sagt Bernd Schellhaas über sich selbst. Von Kindheit an war der gebürtige Weilerbacher, der aus einer Bauernfamilie stammt, draußen unterwegs, fühlt sich tief verwurzelt in der Region und mit der Natur verbunden. „Daher engagiere ich mich seit vielen Jahren im Natur- und Artenschutz.“ Im Naturschutzbund (Nabu) ist Schellhaas stellvertretender Landesvorsitzender. „Ich betreue für den Landes-Nabu die Beweidungsprojekte und für den Nabu Weilerbach unter anderem den Kranichwoog bei Hütschenhausen“, erzählt er. Von Eltern und Großeltern habe er früh gelernt, auf dem Hof mitanzupacken. „Und ich habe von ihnen Werte mitbekommen, die mich bis heute prägen: Respekt vor Umwelt und Natur, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Arbeitsethos und Verantwortungsbewusstsein.“ Werte, die der 56-Jährige heute oftmals vermisst – und auch von der jungen Generation wieder verstärkt einfordert. „Wenn man was macht, dann richtig. Das ist mein Motto.“
Früh Verantwortung übernommen
Für Schellhaas war früh klar, dass er in die Fußstapfen seiner Eltern treten wollte. Nach der Schule begann er seine Ausbildung zum Landwirt und schloss 1991 die Techniker-Schule in Bad Kreuznach als Landbautechniker mit Auszeichnung ab. In Bad Kreuznach lernte er auch seine Frau kennen, die aus einer Weinbaufamilie stammt. Das Paar heiratete früh, bekam eine Tochter und einen Sohn, die heute längst erwachsen sind. „Inzwischen bin ich stolzer Opa. Mein Enkelkind motiviert mich, für den Landtag zu kandidieren, weil ich in der großen Politik etwas zum Guten verändern will.“
Verantwortung übernahm Schellhaas schon in jungen Jahren: Seit 1991 bewirtschaftet er in Weilerbach seinen eigenen Hof mit Ackerbau, 30 Mutterkühen und einer Isländerzucht. 2000 eröffnete er zudem mit seiner Frau das Lokal „Bernds Blockhaus“ auf dem Emmerwieserhof. „Wir haben nichts geschenkt bekommen, weder auf dem Hof noch in der Gastro“, betont er, wie hart man arbeiten müsse, wenn man als Selbstständiger über die Runden kommen wolle. Ein Problem sei die überbordende Bürokratie. Gerade Mittelständlern werfe die Politik durch immer neue Vorgaben und Verbote Knüppel zwischen die Beine, kritisiert er. Als ein Beispiel nennt er sein Schlachthaus, das er 1999 nach allen Vorschriften gebaut habe, doch seit 2010 wegen neuer Regelungen im Hygienebereich nicht mehr zum Schlachten nutzen dürfe, obwohl es bei ihm nur um wenige Tier pro Jahr gegangen sei. Groß und Klein würden bei den Auflagen über einen Kamm geschoren. Weite Transportwege, weil es in der Region keine Schlachthöfe mehr gibt, seien die Folge. „Nur ein Beispiel unter vielen, was in der Politik in puncto Landwirtschaft schief läuft. Es braucht da eine Notbremsung.“
„Vom Land fürs Land“
Bis 2023 gehörte Schellhaas der SPD an, durchaus ungewöhnlich für einen Landwirt, wie er selbst einräumt. Nach einem Unwetter, das seine Ernte vernichtete, verdingte er sich zwei Jahre lang bei einem Holzverarbeitungsbetrieb und lernte dort Leiharbeiter kennen, die trotz harter Arbeit nicht gerecht entlohnt worden seien. „Das brachte mich in die Politik, um für diese Menschen etwas zu bewegen.“ Den Genossen kehrte er später zwar „aus persönlichen Gründen“ den Rücken, doch gerechtere Rahmenbedingungen sind ihm noch immer ein großes Anliegen.
Dabei hat der FW-Mann vor allem den Mittelstand im Blick. „Dieser erfährt von der Politik zu wenig Wertschätzung.“ Das habe er als Landwirt durch immer wieder neue Gesetze am eigenen Leib zu spüren bekommen. „Die Politik fürs Land wird in den Blasen der Städte gemacht. Sie verändert die Rahmenbedingungen, ohne zu fragen, was das auf dem Land mit den Menschen macht, die es betrifft“, kritisiert er. „Dabei werden da Existenzen vernichtet.“
Gerade im ländlichen Raum hänge viel ab vom Ehrenamt und vom Mittelstand, von den Landwirten und Handwerkern: „Wenn wir diese Branchen verlieren, verändert sich viel mehr als man denkt“, betont Schellhaas und nennt als Beispiel den Erhalt der Kulturlandschaft, für den die Landwirte sorgten. Um bessere Bedingungen für die Selbstständigen zu erreichen, kandidiere er (auf Platz 23 der FW-Liste) als „Bauer Bernd für den Landtag“ – unter dem Motto: „Vom Land fürs Land“.
Zur Sache: Der Wahlkreis 46
Der Wahlkreis 46 Kaiserslautern-Land umfasst die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach im Landkreis Kaiserslautern.