Kaiserslautern
Vier Ortsgemeinden in VG Enkenbach-Alsenborn wählen spezielles Modell der Breitbandförderung
Die damalige VG Enkenbach-Alsenborn wollte vor gut zehn Jahren nicht länger auf die großen Telekommunikationsanbieter warten, die nur dort das Netz ausbauen, wo sie Profit erwarten. Deshalb machte sie sich selbst daran und versorgte mit der eigens gegründeten Vega-Net GmbH die vier Orte Enkenbach-Alsenborn, Mehlingen, Neuhemsbach und Sembach mit Breitband.
Trotz des beispielhaften Ausbaus gibt es jedoch immer noch einige Randgebiete, die unterversorgt sind, informiert Manuel Steller, Projektkoordinator des Förderprogrammes und Finanzabteilungsleiter der Verbandsgemeinde. „Als unterversorgt gelten Ortslagen oder Adressen mit einer Datengeschwindigkeit von unter 30 Megabit pro Sekunde.“ Dafür gibt es öffentliche Fördermittel, und zwar 50 Prozent vom Bund und 40 Prozent vom Land. Diese Mittel würden zu hundert Prozent in den Ausbau der passiven Breitbandinfrastruktur gesteckt, damit die unterversorgten Adressen anschließend über schnelle Glasfaseranschlüsse bis zum Haus (FTTB, „Fibre to the Building“) verfügten.
Dies ist auch das Ziel beim Kreis-Cluster. „Die vier anderen Ortsgemeinden, die der damaligen VG Hochspeyer, sind im Kreis-Cluster“, ergänzt Steller. Dort ist die Infrastruktur deutlich schlechter als in den nördlichen Gemeinden, die durch die Vega-Net GmbH schon recht gut versorgt waren. „Deswegen passt das Fördermodell des Kreis-Clusters für die südlichen Gemeinden, aber nicht für die nördlichen, die schon eine Infrastruktur haben.“
Im Gegensatz zum Kreis-Cluster, bei dem Telekommunikationsunternehmen das Netz ausbauen, übernehmen bei dem in den vier Räten nun beschlossenen Modell die Ortsgemeinden selbst diese Aufgabe: „Die passive Infrastruktur – also hauptsächlich die Leerrohre – bleibt Eigentum der Gemeinden, sie bauen das Netz aus und vermieten es dann an ein Telekommunikationsunternehmen, das diese Infrastruktur nutzt“, erläutert Steller.
Die vier Gemeinden haben ihre Breitbandstrategie gemeinsam koordiniert und starten ein einheitliches Betreibermodell. „Das ist lediglich ein anderes Model als beispielsweise das Kreis-Cluster und keine Konkurrenz“, betont Steller. Wegen unterschiedlicher Gegebenheiten sei eine landkreisweite Synchronisierung nicht immer möglich.
Nach der Förderung durch Bund und Land in Höhe von insgesamt 90 Prozent verbleibt jeweils ein Eigenanteil von zehn Prozent bei den Gemeinden. Diese Summen bewegen sich zwischen 106.000 für Sembach und 259.000 Euro für Enkenbach-Alsenborn.
Mit dem hiesigen Modell hätten die vier Ortsgemeinden die einmalige Chance, ein eigenes, zu 90 Prozent gefördertes Breitbandnetz aufzubauen. „Und das Beste daran ist, dass sich die Ortsgemeinden unmittelbar an der Umsetzung beteiligten und das Netz nach Fertigstellung in ihrem Besitz bleibt.“