Hütschenhausen Viel Zuspruch zu deutsch-französischer Lesenacht des Partnerschaftsvereins Hütschenhausen

Die Vorleser (von links): Edeltraut Nicolay, Bruno Renard-Delmas, Vorsitzender Bertram Müller und Gabriele Schütz.
Die Vorleser (von links): Edeltraut Nicolay, Bruno Renard-Delmas, Vorsitzender Bertram Müller und Gabriele Schütz.

Bei der ersten deutsch-französischen Lesenacht in Hütschenhausen konnten Gäste entspannt in Geschichten eintauchen. Warum die Veranstaltung bewusst Ende Januar stattfand.

Dass Völkerverständigung bereits im Kleinen beginnt, hat am Freitagabend die erste deutsch-französische Lesenacht im Bürgerhaus Hütschenhausen bewiesen. Initiiert wurde diese Premiere vom Partnerschaftsverein Hütschenhausen (PVH), der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Der Zuspruch war so groß, dass der kleine Saal schnell an seine Grenzen stieß und zusätzliche Stühle herbeigezaubert werden mussten.

Der Zeitpunkt Ende Januar war bewusst für die Lesung gewählt worden: Am 22. Januar 1963 hatten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag unterzeichnet, der den Grundstein für die deutsch-französische Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg legte. „Wir müssen mehr in die Öffentlichkeit, nicht nur um Präsenz zu zeigen, sondern auch um das Interesse an der Partnerschaft in der Bevölkerung neu zu wecken“, betonte der PVH-Vorsitzende Bertram Müller. Der Verein kämpft – wie viele andere Vereine – gegen Überalterung.

Lesenacht-Idee aus dem Nachbarland

Müller hatte im Vorfeld berichtet, dass es seit einem Jahr Kontakt zum deutsch-französischen Bürgerfonds gebe. Dieser hatte sich im vergangenen Jahr an der Finanzierung einer Reise zur Partnergemeinde Précy-sur-Oise (nördlich von Paris) beteiligt. Dort gebe es schon seit 2017 deutsch-französische Lesenächte – diese Idee hat die Reisegruppe mit nach Hütschenhausen genommen.

Drei Vorleser entführten das Publikum in die Welt der französischen Literatur – der besseren Verständigung wegen überwiegend auf Deutsch. Den Auftakt machte Vereinsmitglied Edeltraut Nicolay mit Guy de Maupassants Novelle „Im Frühling“. Die Geschichte um einen Erzähler, der auf der Seine vor den Gefahren der Liebe gewarnt wird, stimmte die Gäste nachdenklich und amüsiert zugleich.

Psychothriller und Gedichte

Spannungsgeladen wurde es bei Gabriele Schütz. Die ehemalige Französischlehrerin hatte sich für das Autorenduo Boileau-Narcejac entschieden, deren psychologische Thriller sogar Alfred Hitchcock zu seinem Klassiker „Vertigo“ inspiriert hatten. Mit der Erzählung „Sinnestäuschung“ zog sie das Publikum in einen Bann aus Eifersucht, Täuschung und Zweifeln am eigenen Verstand. Den Abschluss gestaltete Bruno Renard-Delmas. Er präsentierte eine weitere Geschichte von Maupassant und begeisterte zudem mit Gedichten von Jacques Prévert („Le cancre“ und „Déjeuner du matin“), die er abwechselnd auf Französisch und Deutsch vortrug.

Abgerundet wurde der kurzweilige Abend durch kulinarische Akzente. Und die Resonanz war eindeutig: Als Müller fragte, ob es 2027 eine Neuauflage geben solle, erntete er ungeteilte Zustimmung. Zunächst aber plant der Partnerschaftsverein im Jahr des 30. Geburtstags weitere Veranstaltungen: für 11. Juli ein Flammkuchenfest in der Mehrzweckhalle in Spesbach und für 12. September die große Jubiläumsfeier in Hütschenhausen.

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