Mittelbrunn RHEINPFALZ Plus Artikel Verköstigung: Was gute Schokolade ausmacht

Wie man Schokolade richtig probiert, wo sie herkommt und was wirklich gute Qualität ist, erfuhren die Teilnehmer bei der Schokol
Wie man Schokolade richtig probiert, wo sie herkommt und was wirklich gute Qualität ist, erfuhren die Teilnehmer bei der Schokoladenverkostung der Landfrauenverein Miesau von Schokoladen-Sommelière Katja Goede.

Was macht gute Schokolade aus? Sehr viele Dinge, wie die Teilnehmer an der Schokoladenverkostung des Landfrauenvereins Miesau in Mittelbrunn erfahren durften. Doch erst einmal zum Wichtigsten: schnuppern und auf der Zunge zergehen lassen.

„Schokolade tut der Seele gut“, sagt Ingrid Stach, Kreisvorsitzende der Landfrauen Kaiserslautern. Der Landfrauenverein Miesau hatte für Mittwochabend die Schokoladen-Sommelière Katja Göde aus Waldsee in das Dorfgemeinschaftshaus Mittelbrunn eingeladen. „Wir werden Schokolade nicht wieder einfach so kaufen gehen wie zuvor“, lautete der Tenor nach dem lebendigen und informationsreichen Abend.

„Wenn ihr nächste Woche einkaufen geht, dann wisst ihr, worauf es ankommt“, so Göde. Wo haben namhafte Schokoladenhersteller ihre Schokolade her? Die Kakaobohnen wachsen nur in Äquatornähe. Ursprünglich aus der Amazonasregion stammend, ist Zentralafrika mittlerweile das Hauptanbaugebiet. Die meisten Schleckermäuler gibt es jedoch in Europa – und hier vor allem in Deutschland. Zehn Kilogramm Schokolade vertilgen wir Deutschen durchschnittlich pro Kopf in einem Jahr.

Brot mit Schwarzwälder Schinken und Schokolade

Göde ließ die Besucher auch geschmacklich nicht zu kurz kommen. Zur Einstimmung erhielt jeder geröstetes Brot mit Schwarzwälder Schinken und Schokolade aus 60 Prozent Kakaobohnen. Dieser Prozentsatz sei bereits eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf der süßen Spezialität. Göde informierte ausführlich über den Anbau. „Die Früchte können so groß wie Melonen werden.“ Jede Frucht müsse per Hand geerntet werden. Sie hängen am Stamm der bis zu 15 Meter hohen Bäume. Nur eine von 1000 Blüten entwickelt eine Schote. Erstauntes Raunen über diese Besonderheiten ging durch die Besucherschar.

Fermentation und Trocknung „sind ganz wichtig für einen guten Geschmack“, erläuterte die Sommelière. Die Aufschrift „Edel“ mit einem Mindestanteil aus 40 Prozent Bohnen stünde beim Kauf von Schokolade am ehesten für gute Qualität. „Jeder von uns hat schon ein Produkt aus verschimmelten Bohnen gegessen.“ Ungläubig schauten die Gäste in die Runde. Billigschokolade, die Tafel für 69 Cent, da spare man an der Qualität der Bohnen. Göde zeigte ein Bild von verschimmelten und mit Würmern übersäten Schokoladenbohnen. Gängige Marken, die jeder kenne und schon gegessen habe, sei es aus Discountern oder Supermärkten, beinhalteten Bohnen der schlechtesten Qualität. Der Werdegang für ein gutes Produkt „ist viel Arbeit“.

Alle Geschmacksknospen bedienen

Aus der Zuhörerschaft kamen Fragen zu Herkunft und Anbaubedingungen. Natürlich unterstützten einige bekannte Marken auch die Bauern. „Ich will nicht verteufeln.“ Doch Göde machte auch klar: „Wenn wir zwei Drittel unserer Schokolade für wenig Geld kaufen, unterstützen wir den Reibach.“ Selbst Fair Trade sei nicht optimal, aber „besser als nichts gemacht“.

Wie wird Schokolade genussreich gegessen? „Wir schnuppern an ihr und lassen die Schokolade auf der Zunge zergehen, damit wir alle Geschmacksknospen bedienen“, leitete Göde während der Verkostung an. Stefanie Becker, ab 1. Mai neue Kreisgeschäftsführerin des Landfrauen Kreisverbands Kaiserslautern, teilte ohne Ermüdungserscheinungen reihum die kleinen Genussteilchen aus. Mehr als zehn Proben, von Edel-Vollmilch, über Zartbitter bis zu 75-prozentiger Piura Schokolade aus Peru bekamen die Teilnehmer zum Probieren. „Piura ist der beste Kakao, den es gibt“, erklärte Göde. Und zum Schluss wurde es mit Schokolade von französischen Firmen, doppelt fermentiert mit Passionsfrüchten und Banane, noch einmal fruchtig. Natürlich durfte auch die Weltneuheit Ruby nicht fehlen. Als vierte Schokoladensorte, neben weißer, Milch- und dunkler Schokolade, zergingen die rosa Teilchen süß und fruchtig auf der Zunge. Bestens informiert und aufgeklärt, satt und Schokoladen-glücklich traten die Leckermäulchen nach drei Stunden den Heimweg an.

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