Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsmusiker fordern Lockerungen

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Bild aus besseren Zeiten: Das Neujahrskonzert im Januar 2020 konnte der Musikverein Kollweiler noch geben, dann kam schon bald Corona. Der Vereinsvorsitzende Karlheinz Reißmann fordert eine Perspektive von der Politik.

Der Landesmusikrat bringt es unverblümt auf den Punkt, wenn er von der Landespolitik Lockerungen in der Corona-Pandemie und gleichzeitig eine Gleichstellung mit dem Sport fordert. „Und wo bleibt die Musik?“, lautet die rhetorische Frage.

Bei dem Bund-Länder-Treffen am 3. März wurde ein Stufenplan für mögliche Lockerungen entwickelt. Landesmusikratspräsident Peter Stieber fehlt darin der Musikbereich. Er gibt zu bedenken, dass für mehr als 3500 Musik- und Gesangvereine sowie Ensembles aus der alternativen Musikszene das gemeinsame Musizieren von existenzieller Bedeutung sei. Wenn im dritten Öffnungsschritt kontaktfreier Sport im Außenbereich mit zehn Ausübenden stattfinden dürfe, dann könnten analog auch entsprechende Ensembles oder Stimmgruppen von Chören und Orchestern proben, so die Quintessenz. Natürlich – so der Präsident weiter – könne dies nur unter Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen geschehen. Ebenso fordert Stieber, dass außerschulischer Musikunterricht auch für Blasinstrumente und Gesang ermöglicht werden sollte.

Jeden Einzelfall prüfen

Der neu ernannte, aus Reichenbach stammende Geschäftsführer des Landesmusikverbandes, Jan Epp, stellt ein Positionspapier vor, das sich an Forderungen des Bundesverbandes Chor und Orchester anlehnt: Demnach soll der Probenbetrieb nicht pauschal verboten werden. Stattdessen sollen der Einzelfall und die jeweiligen Hygienekonzepte, Raum- und Lüftungsverhältnisse sowie Infektionszahlen berücksichtigt werden.

Kritisiert wird von den Musikern, dass derzeit eine Perspektive für die Musikvereine fehle. Ein Mitgliederschwund könnte die Folge sein. Das gemeinsame Musizieren dürfe nicht als verzichtbarer Luxus verstanden werden.

Für einen möglichen Neustart würden jedoch verstärkt ehrenamtliche und erfahrene Orchestermusiker gebraucht: Diese könnten auch zur weiteren Signalwirkung professionelle Musiker für die Sache gewinnen und einen regen Austausch der Vereine untereinander initiieren. Weiter erhofft sich der Landesmusikrat Impulse von einer Instrumenten- und Notenbörse.

Der Laienmusik ein Gesicht geben

Auf der diesjährigen digitalen Vorstandssitzung des Landesmusikverbandes wurde auch ein Ideenwettbewerb für einen Neustart angeregt. Die besten Vorschläge könnten prämiert werden. Die Laienmusizierbewegung erhalte so ein Gesicht. Soll heißen: Es könnten Menschen gezeigt und gewürdigt werden, die in der Musikszene engagiert wirken.

Die Vorsitzende des Kreismusikverbandes Westpfalz, Kristina Schier, schließt sich den Forderungen des Landesmusikverbandes, der als Dachverband fungiert, an und fordert nachhaltige Investitionen in die Musikkultur, ein klares finanzielles Bekenntnis im kommenden Doppelhaushalt und die Realisierung des jahrelang geforderten Kulturfördergesetzes.

Musik wie Sport behandeln

Diese und noch mehr Forderungen stellt sie unter die Überschrift „Musik schafft gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Und dieser wäre nach Schiers Kenntnisstand auch zwingend erforderlich, da Prognosen einen Verlust von bis zu 15 Prozent der aktiven Vereine voraussagen.

Ihr Vorstandskollege Karlheinz Reißmann ist auch Vorsitzender des Musikvereins Kollweiler und beschreibt die Probenarbeit während der Coronazeit: getrennte Räume für Zubehör, Garderobe und Probe, großer Abstand und Hygienestandards, ständiges Lüften und Desinfizieren. Er fragt sich, ob diese Maßnahmen auch beim Sport umgesetzt werden, bei dem ein Körperkontakt in Zweikämpfen stattfinde.

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