Weilerbach
US-Soldat nach tödlichem Unfall auf der Umgehungsstraße unter Anklage
Am 6. Februar war der erste Jahrestag des tragischen Unfalls, der vielen Menschen in der Region noch in trauriger Erinnerung sein dürfte: Der 17-jährige Junge, der das Gymnasium Ramstein besuchte, war am frühen Abend mit einem dreirädrigen Transporter der Marke Piaggio Ape auf der Umgehungsstraße unterwegs, als es – vor den Augen seines Freundes, der dem Dreirad auf einem Roller folgte – zum tödlichen Frontalzusammenstoß mit dem Sportwagen eines damals 21-jährigen US-Soldaten kam. Dieser sei nach einem Überholmanöver nicht mehr auf seine Spur gewechselt, hieß es nach ersten Ermittlungen. Was sich an jenem Abend genau zugetragen hat, wird nun in der Gerichtsverhandlung zu klären sein.
Aufgrund des Nato-Truppenstatuts hatte die US-Militärgerichtsbarkeit den Fall an sich gezogen: Eine erste Anhörung fand Anfang Dezember auf dem Ramsteiner Flugplatz statt. Obwohl der Ankläger damals konstatierte, dass der US-Soldat zu schnell gefahren sei, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, ob es überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Die Verteidigung hatte die Zeugenaussage eines Deutschen ins Feld geführt, wonach der Jugendliche dem entgegenkommenden Sportwagen nicht nach rechts ausgewichen sei, sondern das Piaggio Ape nach links in den Gegenverkehr gesteuert habe.
Die US-Militärgerichtsbarkeit hat sich inzwischen zum Prozess entschlossen: Am Freitag wird das Verfahren gegen den jungen US-Soldaten mit der Verlesung der Anklage eröffnet, gibt Air-Base-Sprecher Kilian Blümlein auf Anfrage Auskunft. Der Prozessauftakt werde nur etwa eine halbe Stunde dauern. Ob der Militärangehörige des Totschlags oder der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt wird – beides hatte bei der ersten Anhörung im Raum gestanden –, dazu konnte Blümlein vorab nichts sagen. Auch zur Anzahl der Prozesstage machte der Flugplatzsprecher keine Angaben. „Dies hängt davon ab, ob sich der Beschuldigte schuldig bekennt oder nicht.“
Bei der Anklageverlesung am Freitag anwesend sein werden die Eltern des 17-jährigen Unfallopfers. Sie treten jedoch nicht als Nebenkläger auf. Es sei aber gut, dass ein Prozess stattfinde. „Das ist für uns ein wichtiger Schritt, um irgendwann einen Abschluss finden zu können“, betont die Mutter.