Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Turn-Team Sickingen begeistert mit Weihnachtsschauturnen

Zeigten ihr Können beim Weihnachtsschauturnen des Turn-Team Sickingen in Ramstein-Miesenbach: Die fünf bis elfjährigen Bodenturn
Zeigten ihr Können beim Weihnachtsschauturnen des Turn-Team Sickingen in Ramstein-Miesenbach: Die fünf bis elfjährigen Bodenturnerinnen.

Vom einfachen Purzelbaum bis zur anspruchsvollen Übung Tsukahara: Wie das Turn-Team Sickingen beim Weihnachtsschauturnen die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigte und damit über 500 Zuschauer begeistert hat.

Drei Jahre war Pause. Nicht nur Corona hat das Weihnachtsschauturnen des Turn-Teams Sickingen (TTS) zweimal ausfallen lassen, vor Corona war in der Reichwaldsporthalle in Ramstein-Miesenbach ein Wasserschaden, da ging auch schon nichts. Jetzt aber. Rund 180 Mitglieder des etwa 230-köpfigen rührigen Turnvereins warten auf ihren Einsatz. Die Tribüne in der Halle ist voll, die Stimmung bestens. Bei den kleinen und größeren Turnern knistert die Anspannung, das ist nicht zu übersehen. Die einen hopsen und rennen umher, die anderen dehnen sich noch einmal, ihre Mimik ist angespannt. Der eine oder andere versorgt die Nerven erst noch mit leckeren Muffins, die zahlreich gebacken worden sind.

Dabei wissen doch viele Mitglieder der Turngemeinde wie Wettkampf geht. Ist der TTS doch auf Gaufesten vertreten und startet mit zahlreichen Aktiven bei Einzel- und Mannschaftswettkämpfen. Warum also aufgeregt sein? Vor so einem großen Publikum, darunter die eigene Familie und vor Freunden eine Schau auf und an die Geräte zu bringen, das ist eine andere Nummer, da flattern die Nerven schon ein kleines bisschen. Dürfen sie, bestätigt ihnen auch Achim Wätzold, der TTS-Vorsitzende. „Vor 500 Leuten zu turnen ist nicht normal!“ Aber wunderschön, wenn alles funktioniert ...

Publikum geizt nicht mit Applaus

Klappt alles, zumindest das, was auf der Tribüne ankommt. Dort geizt das Publikum nicht mit Applaus, legt dafür sogar kurz das Handy weg, das ansonsten minütlich alles aufzeichnen muss. „Das Enkelchen ist auch dabei!“ Ein Satz, der auf der Tribüne immer wieder stolz zu hören ist.

Die Zuschauer unterscheiden nicht zwischen Spitzensport und den gezeigten schweren Turnelementen wie etwa dem spektakulären Tsukahara, der am Sprung gezeigt wird. „Wow, war das jetzt wirklich ein Überschlag seitwärts mit einer Teildrehung und einem gehockten rückwärts Salto, bevor die Turnerin sicher auf den Füßen landet?“, fragt sich da wohl so mancher Zuschauer. Doch das ist nicht die einzige Übung auf höchstem Niveau, die immer wieder zu angehaltenem Atem bei den Zuschauern sorgt. Das geht alles so schnell, so routiniert, da bleibt weder Zeit, den Atem anzuhalten, noch gelingt es, die Drehungen oder die aneinandergereihten Turnelemente genau zu verfolgen. Da steckt ganz großes Können hinter der Spitze der TTS-Turnerinnen und Turner.

Aber, ganz egal ob die Akteure wie Flummibälle über den Boden wirbeln, sich grazil dem ach so schmalen Schwebebalken widmen, kraftstrotzende Turn-Akrobatik und maximale Körperbeherrschung an den Geräten zeigen, mit tänzerischen Darbietungen glänzen, oder einfach nur lustig umherhopsen – alles wird mit Begeisterung honoriert. Und jeder Klatscher ist verdient und gilt auch den Trainern und Übungsleitern, die sicherlich genauso Schweiß und Nerven lassen, wie ihre Turnminis oder auch die angehenden Asse.

Die Kleinsten als Weihnachtswichtel

Ganz besonderen Applaus gab es für die Kleinsten, die gerade den Einstieg in die Welt des Turnens machen: Noch an der Hand von Mama und Papa, zeigten sie sich als sehr bewegungsfreudige Weihnachtswichtel. Was aus der fördernden Unterstützung der kleinkindlichen Motorik über den Ausbau der turnerischen Grundfertigkeiten und einer Verbesserung der eigenen Kraft einmal werden kann, ist in der Halle bei den aktiven Wettbewerbsturnern und Turnerinnen später deutlich zu sehen. Zwischen den Anfängen und dem Spitzensport liege ein weiter Weg, der beim TTS in unterschiedlichen Stufen und Gruppen begleitet werde. „Wir geben einen Einblick in die vielseitige Arbeit des Vereins“, fasst der Achim Wätzold denn auch das gut zweistündige bunte Programm zusammen. Liebevoll einstudierte tänzerische Choreographien, selbstgenähte Kostüme, hübsch geflochtenen Haare: Die Mitglieder des TTS boten im Wechsel mit den Shows an den Geräten alles auf. Der Förderverein für Geräteturnen in Ramstein sorgte mit Leckereien für Nervennahrung und stillte den aufkommenden Hunger.

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