Kreis Kaiserslautern
Trippstadt: 40. Kohlenbrennerfest beginnt mit Entzünden des Meilers
Trotz regnerischen Wetters hatten sich am Samstagnachmittag mehr als hundert Festgäste in Trippstadt eingefunden, um am Köhlerplatz das Entzünden des Meilers zu erleben. Böllerschüsse leiteten nicht nur das Meiler-, sondern auch das Schmiedefest ein.
Noch ruht der Meiler auf der buckeligen Wiese, wenige Schritte von der Trippstadter Hauptstraße entfernt. Rundum wird die sandige Außenschale von einem eingearbeiteten Gerüst aus schweren Holzscheiten in der steilen Form gehalten. Ganz unspektakulär thront der mächtige Kegelstumpf auf der leicht abfallenden und bis in den Sand hinein geharkten Rasenfläche. Gespannt stehen dicht an dicht im weiten Rund die ersten Festgäste. Dann endlich tut sich etwas.
Dutzende Ster Buchenholz glimmen mehrere Tage
Zwei kräftige Gestalten in weißen T-Shirts haben den steilen Klotz erstiegen und hantieren mit Feuer. In den Händen der beiden Köhlergesellen Patrick Hoffmann und Andreas Winkler sind Zeitungspapier und schmale Holzspäne eben noch zu sehen. Dann lodern schon erste durchsichtige Flammenzungen hoch in den grau verhangenen Trippstadter Himmel. Nach und nach wird der Flammenschein auf dem streng geformten Hügel kleiner. Das Wichtigste tut sich jetzt unter dem dicken Erdmantel, wo Dutzende Ster Buchenholz nun in verhaltenes Glimmen versetzt werden. Tagelang wird Wache gehalten, um ja auch die kleinste Öffnung des Meilers zu verhindern. „Wenn das Holz anfängt zu brennen, ist alles verloren“, meint dazu ein alt eingesessener Trippstadter.
Zu Beginn der traditionellen Eröffnungszeremonie des Kohlenbrennerfestes nimmt die Musikkapelle Trippstadt unter Leitung von Franz Gries auf der Köhlerwiese Aufstellung. Mit marschmäßig-flotter Blasmusik kommt schon nach den ersten Takten Feststimmung auf. Das Lächeln auf den Gesichtern der großen Gästeschar zeigt, dass der Festfunke übergesprungen ist. Sogar der Himmel hat ein Einsehen und verbannt den Landregen aus der Szenerie.
„Das Kohlenbrennerfest will einerseits die geschichtliche Erinnerung an das Köhlerhandwerk und die Anfänge der industriellen Eisengewinnung wachhalten“, sagt der Ortsbürgermeister zur Begrüßung der Gäste. Andererseits solle aber auch aufgezeigt werden, wie diese Entwicklung das heutige Trippstadt beeinflusst und geprägt habe. Jens Specht hat seine Ansprache kaum beendet, als ein wahrhaft ohrenbetäubender Knall die Festgemeinde zusammenzucken lässt. Kanonier Robert Busch feuert mit seiner altertümlichen Vorderlader-Pistole den eigentlichen Startschuss ab und eröffnet damit nicht nur das Kohlenbrenner- sondern auch das Schmiedefest.
Publikumsmagnet ist der Hof der Schmiede
Die Festmeile auf der Trippstadter Hauptstraße ist gesäumt von den Buden, Ständen und Zelten der örtlichen Vereine. Kaum ein leiblicher Genuss wird von den Flaneuren vermisst, die nun in immer größerer Anzahl auf die Vorzeigestraße der Gemeinde strömen. Ein Publikumsmagnet ist hier der Hof der Schmiede. Schon von weitem sind die hellen Hammerschläge zu hören, die im gleichförmigen Rhythmus von den Häuserfassaden widerhallen.
Hufschmied Klaus Loose wirkt fast wie eine historische Gestalt. Der weite, dunkelgraue Wams verbirgt sich hinter der derben Lederschürze, die den Handwerker vor der glühenden Hitze aus der kleinen Esse schützt. Hell lodern die Flammen aus der Glut. Eben hebt der Schmied mit einer langen Zange das vierkantige Eisenstück fast weißglühend auf den kleinen Amboss daneben. Da saust der klobige Hammer auf das Werkstück und unter sprühenden Funken glaubt der Besucher zu erkennen, wie das glühende Eisen unter den wuchtigen und regelmäßigen Schlägen seine Form verändert. Beeindruckend sind die historischen Reminiszenzen, die im kleinen Schmiedehof an die geschichtlichen Wurzeln der Gemeinde anknüpfen.