Kreis Kaiserslautern Tradition und Moderne

Das Fest zu 875 Jahre Sambach hat etliche Besucher angezogen. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus singt der Chor „Vocalis“.
Das Fest zu 875 Jahre Sambach hat etliche Besucher angezogen. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus singt der Chor »Vocalis«.

Der Otterbacher Gemeindeteil Sambach wurde vor 875 Jahren erstmalig urkundlich erwähnt. Zahlreiche ehemalige und heutige Sambacher sowie interessierte Besucher hatten sich am Sonntag auf den Weg zur Feier im und am Dorfgemeinschaftshaus gemacht.

Einen Blick in die Geschichte können die Besucher bei der Ausstellung im ehemaligen Schulsaal, der 1884 erbauten „Alten Schule“, wagen. „Das ist doch die Ulrike!“, sagt eine Besucherin und freut sich, ihre alte Bekannte auf den Fotos an den drei Schautafeln zu erkennen. Ortsvorsteher Holger Jung (SPD) hat die kleine Ausstellung zur Ortsgeschichte aufgebaut. „Du warst früher auch mal schlanker“, meint ein Mittsechziger scherzhaft in Richtung seines alten Schulfreundes. In angeregtem Austausch stehen die Besucher vor den Erinnerungsstücken. Auch historisch Interessierte kommen auf ihre Kosten. Alte Geldscheine, Erklärungen über die Entstehung des Ortes und der einzelnen Flurnamen, eine Zeittafel mit wichtigen historischen Daten, die Geschichte der Schule und eine Wappenbeschreibung lassen sich finden. Etwa 15 Bürger aus Sambach und Erfenbach hatten nach einem Aufruf des Ortsvorstehers Material für die Schautafeln zur Verfügung gestellt. Die Leihgabe von Michael und Monja Michel sei „besonders aufschlussreich“, so Jung. Das 1938 erschienene Buch „Otterbach-Sambach: Im Wandel der Zeiten“ des ehemaligen Sambacher Schullehrers Gustav Knapp sei „ein wahrer Schatz an historischen Informationen“. Der SPD-Ortsverein Otterbach-Sambach backt Waffeln. Mit Gegrilltem wartet der Sportverein auf. Kuchen servieren die Damen des Ortsverschönerungsvereins „Hosseplätscher“. Diese nennen sich nach dem Spitznamen der Sambacher. Jung erklärt die Herkunft des Namens: „Früher haben die Waschfrauen im ,Hosseplätscher-Trog’ an der Dudenbach Wäsche gewaschen. Dabei wurden die Hosen mit Wucht auf die Steine geschlagen, also geplatscht, um das Wasser herauszuschleudern.“ Das Fest beginnt am Vormittag mit einem Gottesdienst im Freien hinter der „Alten Schule“ mit etwa 80 Teilnehmern. „Die Singgruppe ,Himmel und Erde’ der evangelischen Kirche hat den Gottesdienst mitgestaltet“, berichtet der Erste Beigeordnete der Gemeinde Otterbach, Volker Degen (SPD). Die „Sambacher Straßenmusikanten“ spielen im Anschluss auf. Am Nachmittag unterhält der moderne gemischte Chor „Vocalis“ des Gesangvereins „Liederkranz Sambach“. Der Reiterhof Brunk von der Ziegelhütte bietet Kutschfahrten rund um die Gemarkung an. Vorbei am Konradsbrunnen und hinauf auf eine kleine Anhöhe, führt der Weg über ein neu erschlossenes Baugebiet zurück in den alten Ortskern. Das „Sambacher Wahrzeichen“, wie ein ehemaliger Sendemast des US-Militärs scherzhaft genannt wird, ragt mit 136 Metern Höhe aus der Landschaft. „Er soll zurückgebaut werden“, stellt Jung in Aussicht. Nur „die Kostenfrage ist noch nicht geklärt“. Durchgängig gut besucht ist das Fest am Dorfgemeinschaftshaus. Jung freut sich über das gute Miteinander der ortsansässigen Vereine und die Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltung. „Alle Einnahmen kommen Sambach zugute. Wir haben noch nicht entschieden, was damit geschehen soll.“ Das ehemalige Bauerndorf mit einer Gemarkungsgröße von 147 Hektar hat sich heute zu einem attraktiven Wohnort mit knapp 500 Einwohnern gemausert. Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten in der nächsten Umgebung sowie gute Verkehrsanbindungen sind Pfunde, mit denen gewuchert werden kann. Der Ortsteil liegt idyllisch im Lautertal und hat nichts von seinem ländlichen Charme verloren.

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