Unser Wald – Die Reviere RHEINPFALZ Plus Artikel Tolle Ausblicke und ein gut gemischter Wald im Revier Steigerhof

Förster Günter Benkel durchstreift gerne mit seinem Schnuffel – ein Jagdhund der Rasse Griffon – sein Revier. Auf diesem Foto si
Förster Günter Benkel durchstreift gerne mit seinem Schnuffel – ein Jagdhund der Rasse Griffon – sein Revier. Auf diesem Foto sind sie gerade im Walkmühltal.

Unser Wald – Die Reviere: Im Forstrevier Steigerhof findet sich zwischen Buchen und Kiefern bei bestem Waldinnenklima viel Historisches. Wer sich auskennt, kann sogar edle Steine entdecken.

Viele Ausflügler wollen bei ihren Touren gerne den Blick auch mal in die Ferne schweifen lassen. Im Waldgebiet des Forstreviers Steigerhof haben sie dazu reichlich Gelegenheit. „In seinem Nord-Süd-Verlauf beginnt das Revier in der Westricher Moorniederung und erhebt sich bis zur Sickinger Höhe“, erläutert Günter Benkel, Förster im Revier Steigerhof. Der Wald biete immer wieder tolle Aussichtspunkte: zum Beispiel das Herrengärtchen bei Landstuhl. Blicke über das Bruch, auf den Flugplatz Ramstein und sogar Fernblicke rüber auf den Potzberg ins Kuseler Land können in Benkels Revier genossen werden.

Von der Burg zum Weiher

Es hat in Sachen Abwechslungsreichtum noch mehr zu bieten: die beliebte Burg Nanstein, der Bärenlochweiher, der Büdenbachweiher und das Naturschutzgebiet „Täler und Verlandungszone am Gelterswoog“. Historisch wird es an der spätrömischen Höhensiedlung Großer Berg, an der Perlenburg im Naturwaldreservat und am Heidenfels mit Quelle. Alles Ausflugsziele, die gut zu erwandern sind. Weite Teile seines Reviers sind für Benkel „wahre Naherholungsmagnete“. Im Waldinnenklima, das durch die vielen Buchen selbst an heißen Tagen sehr angenehm ist, sieht der Förster das Geheimnis für den großen Zuspruch Erholungssuchender im Revier.

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Steigerhof

Im Austausch mit unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Nationen, zu denen nicht zuletzt die Jakobs-Pilger zählen, deren Wanderweg sich komplett von Ost nach West durch das Revier zieht, sieht Benkel eine schöne Seite seiner Arbeit. „Es wird aber immer schwieriger, einen Ausgleich zu den immer stärker wachsenden, diversen Ansprüchen der Waldbesucher und Waldnutzer zu finden“, betont Benkel. Er verweist dabei auf all die wichtigen Funktionen des Waldes. Der Förster als Anwalt des Waldes sei in Zukunft häufiger gefragt.

Schon früh klimaangepasst

Wie aber sieht er denn nun aus, der Wald im Forstrevier Steigerhof? Da ist einmal die erwähnte Buche, die ohne besonderen Schutz des Forstes wächst, sich selbstständig verjüngt und ein Netz von sich ebenfalls ansamenden Nadelhölzern wie Kiefer, Lärche, Fichte und die punktuell im Revier vorkommende Douglasie umhüllt. Die Baumartenverteilung zwischen Nadel- und Laubholz gibt Benkel mit 50 zu 50 an, wobei Buchen und Kiefern dominieren.

„Wichtig zu wissen ist immer die forstliche Geschichte“, verweist er auf den einstigen Forstamtsleiter (Landstuhl) Rolf Altherr, der schon in den 1970ern den Schwerpunkt auf die „naturgemäße und nachhaltige Waldwirtschaft“ gelegt habe. „Heute würde man es als klimaangepasst bezeichnen. Der Schwerpunkt lag und liegt immer noch auf dem Laubholz“, erläutert der Förster, dass durch den Borkenkäfer abgängige Flächen konsequent mit Laubholz aufgeforstet werden – hauptsächlich mit Eichen. „Auf kleineren Flächen finden aber auch die Kastanie, die Wildkirsche oder die Eberesche ihren Platz. Auf den besser mit Wasser und Nährstoff versorgten Böden finden wir dann auch Ahorn und Esche“, so Benkel.

Verjüngung überall sichtbar

Die Böden im Revier sind vor allem an den Hängen zur Sickinger Höhe mit ihrem hohen Lehmanteil schon eine Herausforderung für die Forstwirtschaft – genau wie die teils steilen Anstiege und Einhänge zur Sickinger Hochfläche. Die größte Herausforderung für Günter Benkel sei aber auf jeden Fall der Klimawandel, der seinen Tribut fordere und viele alte Buchen kränkeln oder absterben lasse. „Das ist insbesondere auf exponierten, schlecht wasserversorgten und nährstoffarmen Böden – etwa rund um die Burg Nanstein – so.“ Aber, und das schätzt der Förster an seinem Revier besonders: Die flächige, natürliche Verjüngung ist überall sichtbar. „Mit etwas Mithilfe sorgt der Wald selbst für Nachwuchs und sichert sein Überleben“, sagt Benkel und blickt optimistisch nach vorne.

Bleibt noch der Blick zurück. Das Revier war nicht immer satte 2150 Hektar groß. Dahinter verbergen sich mehrere Reviere des ehemaligen Forstamtes Landstuhl, die bei der rheinland-pfälzischen Forstreform 2004 zusammengepackt wurden. Mit Förster Günter Benkel gibt es allerdings eine Konstante. Er ist seit mehr als 35 Jahren beim Forst – zuerst im ehemaligen Forstamt Landstuhl und die vergangenen 20 Jahre nun eben im Revier Steigerhof.

Und es gibt noch eine Konstante, eine ziemlich edle sogar. An verschiedenen Stellen des Reviers ist der Übergang vom Mittleren zum Oberen Buntsandstein sichtbar: die sogenannte „Violette Grenzzone“. Bedingt durch die Wasserundurchlässigkeit der Gesteinsschicht gibt es hier nicht nur viele Quellen. Es lassen sich auch Halbedelsteine – sogenannte Karneole – finden.

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