Kreis Kaiserslautern Therapie mal ganz zwanglos erlebt

Mit einem Tag der offenen Tür feierte das Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) in Landstuhl am Samstag sein zehnjähriges Bestehen. Ein Mix aus Informationen, Mitmachaktionen und Unterhaltung sorgte für ein abwechslungsreiches Programm.
Der Ansturm war groß. Noch bevor das ZAR offiziell seine Türen geöffnet hatte, war auf dem Parkplatz kaum noch eine Lücke frei. Vom Saarland bis zur Vorderpfalz, von Bad Kreuznach bis Landau waren Besucher der Einladung gefolgt, um sich über das Spektrum der Therapien zu informieren. Doch zuerst gab es ein Gläschen Sekt als Willkommenstrunk. „Das kann ich brauchen, wenn ich an die OP denke, die mir bevorsteht“, sagte Doris L. aus Kaiserslautern. „Ich bekomme im Sommer ein neues Kniegelenk. Danach steht eine Reha an, die möchte ich gern ambulant über die Bühne bringen. Jetzt will ich sehen, welche Möglichkeiten es hier gibt und was genau auf mich zukommt.“ Gelegenheiten dazu gab es reichlich. Bei Führungen konnten sich die Gäste mit den Bereichen vertraut machen lassen und auf der Runde durchs Zentrum Informationen sammeln. Wie etwa in der Rückenschule der Ergotherapie. „Wir erklären die Anatomie der Wirbelsäule und geben Alltagstipps für rückengerechtes Verhalten“, erläuterte Ergotherapeut Patrick Bellotto. „Außerdem zeigen wir, wie man Wirbelsäulenschäden vorbeugen kann und welche Therapien nach Gelenkoperationen oder -verletzungen helfen.“ Masseur und Bademeister Erhard Weising gab geduldig Auskunft, was es mit dem hydroelektrischen Teilbad für Arme oder Beine auf sich hat. „Den Strom, der in Milliampere durch das Wasser geleitet wird, spürt der Patient nur als Kribbeln.“ Was bewirkt das? „Je nach Beschwerden dämpft sie Schmerzen oder gibt den Nerven anreizende Impulse.“ Weniger wissenschaftlich ging es direkt gegenüber im Schwimmbad zu. Dort zeigte Nadja Droegemueller, wie sich mit Hilfe einer Poolnudel, Hanteln oder anderen Geräten die Fitness steigern lässt. Ein Angebot, das Herbert Karsch seit fünf Jahren in Anspruch nimmt. Zuerst als Rehamaßnahme nach einem Eingriff am Knie, danach rein privat. „Weil es eine gute Methode ist, die Beweglichkeit zu trainieren.“ Das sieht Alfons Neuheisel genau so. Auch er ist der Wassergymnastik treu geblieben. „Aquafit findet viermal in der Woche statt, mindestens dreimal nehme ich teil. Die Übungen tun mir gut.“ In verschiedenen Gangarten konnten sich Besucher in der Physiotherapie üben. Dort bei den Therapeutinnen Lisa Grill und Anna Noll Geschicklichkeit gefordert. „Die Übungen fördern den Gleichgewichtssinn und eignen sich für ältere Menschen als Sturzprophylaxe.“ Während diese Hürden spielerisch zu nehmen waren, flößten die Geräte bei der medizinischen Trainingstherapie Respekt ein. Allerdings nur so lange, bis Sportlehrer Heiko Hoffmann für Aufklärung sorgte, Zweck und Funktion der Apparate erläuterte. Wer wissen wollte, wie es um seine Gesundheit bestellt ist, konnte sich im Schwesternraum einem Risikocheck stellen. „Wir messen den Blutdruck und Blutzucker, ermitteln den Body-Mass-Index und den Taille-Hüft-Quotient“, sagte Marina Bihl. Sie ist Krankenschwester und im ZAR für Reha-Patienten zuständig. Die kommen aus allen Bereichen der Orthopädie „und aus einem Einzugsgebiet von etwa 50 Kilometern.“ Ebenso groß sei das Altersspektrum. „Wir haben Patienten von 15 bis 90 Jahren.“ Theoretisches Wissen vermittelten Vorträge, bei einer kleinen Hausmesse stellten sich regionale Anbieter vor vom Sanitätsbedarf bis hin zur logopädischen Praxis und ehrenamtlichem Besuchsdienst. Nach so viel Information kam eine Pause in der kulinarischen Abteilung gerade recht. Unter freiem Himmel ließen sich die Gäste Gegrilltes, Salate und Kuchen schmecken, während auf der Bühne für musikalische Unterhaltung gesorgt wurde. Das übernahm Dennis Becker (23), hauptberuflich Physiotherapeut, nebenher Botschafter des Schlagers. (juf)