Kreis Kaiserslautern
Theatervereine wollen ab Sommer wieder richtig loslegen
Rajko Schäfer vom Theaterverein „Naturbühne Falkenstein“ in Queidersbach und Anita Walter vom Theaterverein Elschbach wollen wieder Vorstellungen mit ihren Gruppen geben – allerdings erst ab Sommer beziehungsweise Herbst. Die Theatergruppe des Heimat- und Kulturvereins (HuK) Queidersbach hat die für April vorgesehenen Aufführungen abgesagt. Aber vielleicht könnten sie im Spätsommer oder Herbst nachgeholt werden, meint Regisseur Gerhard Fols.
Im Herbst begann die Theatergruppe des HuK mit dem Einstudieren des Stücks „Die Gedächtnislücke“. „Es ist sehr lustig, handelt von den Hürden, die ein Städter nehmen muss, wenn er aufs Land zieht“, erzählt Fols lachend. Wegen Corona-Fällen im Ensemble konnte jedoch nicht regelmäßig und gut geprobt werden. Premiere wäre eigentlich am 9. April gewesen. Nun habe sich die Frage gestellt, „ob wir die Zuschauer und uns Gesundheitsrisiken aussetzen wollen“. Die Mehrheit habe sich fürs Absagen ausgesprochen, sagt der Regisseur, der voll hinter dem Beschluss steht, ihn „aber natürlich auch bedauert“.
Dann kam Corona
Letztmals gespielt hat das Ensemble 2019. Im Jahr darauf, „Die spukende Erbschaft“ stand auf dem Programm, musste die erste Aufführung wegen eines erkrankten Spielers ausfallen. Und dann kam Corona. Das Publikum, das die Queidersbacher Mehrzweckhalle normalerweise bis auf den letzten Platz füllt, hat – wie erneut 2021 – auf das Lustspiel verzichten müssen. Die Theatergruppe, die etwa 25 Mitglieder in allen Altersstufen zählt, hält laut Fols vornehmlich über Whatsapp Kontakt. „Da werden Neuigkeiten ausgetauscht, Witze oder Anekdoten verschickt.“
Auf diese Weise verständigen sich auch die Mitglieder des Theatervereins „Naturbühne Falkenstein“. Im vergangenen Sommer „haben wir außerdem auf unserem Grundstück gezeltet“, berichtet Vorsitzender Schäfer. Er verhehlt nicht, dass „wir uns in einer ganz besonderen Situation befinden“. Denn erst 2018 hat sich der Verein neu gegründet. Lediglich zweimal wurde gespielt. „Wir stehen eigentlich vor einem Neuanfang.“ Die 25- bis 30-köpfige Truppe sei im Durchschnitt recht jung. Einige seien inzwischen weggezogen oder abgesprungen. Die, die noch dabei sind, sagten häufig Textpassagen auf oder hätten zumindest Zitate in petto. Das zeuge doch von großem Engagement, betont Schäfer lächelnd.
Unbedingt wieder spielen
Und genau aus diesem Grund will der Verein in diesem Jahr unbedingt „was machen“, bekräftigt der Vorsitzende und Regisseur. Als „klassische Pfälzer Heimatbühne“ und mit seinen „vielen Paul Münch-Fans“ plant er, entweder des Autors Stück „Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt“ von 2018 neu aufzulegen oder einen „Paul Münch-Abend“ mit einigen Spielszenen zu veranstalten, „womit wir flexibler wären“. Als Termin komme Ende August, Anfang September in Frage.
Wenn es etwas wärmer ist – etwa um die Osterzeit – will sich der Theaterverein an seiner Bühne treffen. Ende Mai könnten die Proben beginnen, sagt Schäfer. Da alle geimpft seien und „wir im Freien sind“, sieht er kaum einen Grund für Einschränkungen. Ein wenig bange ist ihm dennoch, eine weitere Enttäuschung zu erleben.
„Die Rollen sind schon seit zwei Jahren verteilt“
Wie Gerhard Fols wünscht sich auch Rajko Schäfer – gerade in diesen Zeiten –, den Leuten wieder einmal etwas Lustiges und Fröhliches voll Pfälzer Lebensfreude präsentieren zu können. Ähnlich äußert sich Anita Walter vom Theaterverein Elschbach. An neun Abenden im Oktober und November will ihre Gruppe das für 2020 geplante Lustspiel „Schöne Ferien“ zeigen. „Die Rollen sind schon seit zwei Jahren verteilt, wir haben vorletztes und letztes Jahr geprobt. Und zweimal hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Walter, die selbst auf der Bühne steht. Immerhin konnte der Verein eine Szene bei einer Aufzeichnung des SWR spielen. „Das war eine Mordsgaudi, wenn auch nur für kurze Zeit.“
Wie die Queidersbacher halten auch die Elschbacher über Whatsapp Kontakt, „damit die Gruppe nicht auseinanderfällt“, betont Walter. Auch auf der Homepage und über das Vereinsheft „Ebbes“ werden die Spieler und Helfer auf dem Laufenden gehalten.
Großes Sommerfest geplant
Besonders bedauert Anita Walter, „dass die Kinder und Jugendlichen auch in diesem Frühjahr nicht ihr Märchen aufführen können“. Wegen der hohen Inzidenzzahlen sei Proben im Winter einfach nicht möglich gewesen. Als Entschädigung plane der Verein ein großes Sommerfest. Für alle erwachsenen Helfer kündigt die leidenschaftliche Theaterfrau eine „Überraschung für den Sommer“ an.
Ganz untätig ist der Theaterverein in der Corona-Zeit nicht gewesen. „Wir haben mit finanzieller Unterstützung des SGV die Halle mit einer Traverse ausgestattet, sodass die Schauspieler künftig stets ins rechte Licht gerückt werden“, sagt Walter lachend. Und darauf warten jetzt alle. Für Sonntag, 20. März, 14.30 Uhr, lädt der Theaterverein Elschbach übrigens ins Dorfgemeinschaftshaus zur Mitgliederversammlung mit Neuwahlen bei Kaffee und Kuchen ein.