Queidersbach RHEINPFALZ Plus Artikel Theatermann Gerhard Fols feiert seinen 80. Geburtstag

Gerhard Fols arbeitet am liebsten hinter den Kulissen.
Gerhard Fols arbeitet am liebsten hinter den Kulissen.

Die Bilder, die beim Lesen von Manuskripten vor seinem inneren Auge entstehen, setzt Gerhard Fols in Skizzen, Bühnenbilder und Spielszenen um. Der Queidersbacher, der seit mehr als 30 Jahren bei der Theatergruppe des örtlichen Heimat- und Kulturvereins Regie führt, feiert am Donnerstag, 7. Januar, seinen 80. Geburtstag.

In Fols’ Arbeitszimmer reiht sich in einer Regalwand Ordner an Ordner. Der Inhalt dreht sich um Schriftverkehr mit Verlagen und um die Stücke, die er seit 1988 auf die Bühne der Mehrzweckhalle bringt. Für ihn ist die Theatergruppe ein bedeutender Bestandteil seines Lebens geworden, „mein wichtigstes Hobby“, wie er sagt. Sollte der Satz „Das Theaterspiel hält jung“ zutreffen, ist der gebürtige Heltersberger der lebende Beweis dafür.

Gute Unterhaltung wollte Fols von Beginn an bieten und dabei die Zuschauer zum Lachen bringen. An diesem Anspruch hält er nach wie vor fest – auch wenn die Kinderstücke, die zunächst noch auf der Naturbühne Falkenstein aufgeführt wurden, mangels junger Darsteller in der Mitte der 1990er Jahre eingestellt wurden.

Mit spitzem Stift

Die Aufführungen für Erwachsene haben sich vom Lustspiel immer mehr in Richtung bunte Boulevardkomödie verschoben, die er teils mit spitzem Stift in Pfälzer Dialekt umgemünzt und mit so manchem humorigen Verweis auf hiesige Gegeben- und Gepflogenheiten gespickt hat. Das kam von jeher beim Publikum gut an, sodass an den jeweils vier Aufführungsterminen einer Saison kaum ein Platz unbesetzt blieb.

Dabei hat Fols nie irgendeine Ausbildung im Theaterfach genossen oder einen Lehrgang besucht. Rein zufällig hat er zu diesem Hobby gefunden, wobei seine Ehefrau Marianne daran nicht ganz unbeteiligt war. Beide waren in der 1983 gegründeten Volkstanz- und Trachtengruppe des Heimat- und Kulturvereins aktiv, als seine bessere Hälfte von einer Mittänzerin gebeten wurde, als Souffleuse in der Theaterabteilung einzuspringen. Sie war es denn auch, die ihn dazu überredete, sie zu einer Generalprobe zu begleiten und sich das Ganze mal anzuschauen.

Künstlerisches Talent in die Wiege gelegt

Dieser Abend war der Anfang seines Engagements. Als er die noch kahle Bühne und die Darsteller sah, die nicht wussten, wie sie diese Szene spielerisch umsetzen sollten, hatte er prompt Bilder im Kopf. „Das ist bei mir einfach so“, meint der Vater einer erwachsenen Tochter und zweifache Opa und zuckt mit den Schultern. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass ihm künstlerisches Talent und räumliches Vorstellungsvermögen in die Wiege gelegt wurden, er deswegen auch den Beruf Bauzeichner ergriff, den er bis vor 20 Jahren mit Eintritt in die Altersteilzeit ausübte.

Schon vor seinen 32 „Theater-Jahren“ machte er Vorschläge und brachte Ideen ein, die in die Tat umgesetzt wurden. Das Ergebnis: „Ich musste unbedingt in die Theatergruppe kommen“, erinnert er sich lachend. Seither wählt er die Stücke aus, fertigt akribisch Zeichnungen von Kostümen und Bühnenbild an und probt in den Wintermonaten regelmäßig mit einer Spielerschar von etwa 20 Frauen und Männern. Einer der Höhepunkte waren die Aufführungen zum Abschluss der Pfälzer Mundarttage 1991 in Bockenheim. „Die Organisatoren sind mir um den Hals gefallen. Das Stück kam sehr gut an“, freut er sich noch heute über diesen Erfolg.

„Mein Platz ist in der zweiten Reihe“

Geprobt wurde auch in diesem Jahr. „Bis kurz vor knapp“, wie Fols erzählt. „Die spukende Erbschaft“ sollte das Stück heißen. Aber gleich zweifach wurde der Theatergruppe ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn der Hauptdarsteller fiel unerwartet aus und dann kam das Coronavirus. Wie es jetzt weitergeht und ob das Stück jemals auf die Queidersbacher Bühne gebracht wird, ist derzeit noch offen. Da fehlen dem Regisseur die Geselligkeit und das Miteinander der Truppe. Telefonate und Whatsapp-Nachrichten könnten diese Kontakte nicht ersetzen. Auch bedauert er, dass über den Eintritt kein Geld eingespielt werden konnte, das sonst immer nach Abzug der Ausgaben an die Grundschule, die Ortsgemeinde, das Heimatmuseum oder an die katholische Kirchengemeinde weitergeleitet worden war.

Fols sieht sich nicht gerne im Rampenlicht. „Mein Platz ist in der zweiten Reihe.“ Das größte Kompliment, das ihm jemals gemacht worden sei, sei die Frage gewesen: „Sag mal, was machst du denn überhaupt dabei?“ Nur einmal hat er in einer kleinen Rolle – wenn Not am Mann war, auch mal als Statist – auf der Bühne gestanden. Das Vorbereiten und das Arbeiten im Hintergrund sind viel mehr sein Ding. „Ich habe es immer gerne gemacht. Ich habe nie den Spaß daran verloren“, meint er und fügt mit schelmischem Blick an: „Auch wenn meine Frau schimpft, weil ich immer nur vom Theater erzähle.“ Schaut er nach vorne, denkt er nicht ans Aufhören, aber: „Es wäre schön, wenn ich einen Nachfolger finden würde“, meint Fols im Hinblick darauf, dass das Publikum auch künftig etwas zu lachen haben soll.

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