Enkenbach-Alsenborn
Stromausfall dauert zum Teil bis in die frühen Abendstunden
In Sembach war eine Störung im 20-Kilovolt-Netz der Pfalzwerke Netz AG schuld, das den Ort mit Strom versorgt. Während der Blackout für die Sembacher bereits nach 34 Minuten wieder beendet war, mussten sich die Enkenbach-Alsenborner deutlich länger gedulden.
Dort war es laut Verbandsgemeindemitarbeiter Johannes Gundall am frühen Morgen bei Tiefbauarbeiten in der Schorlenberger Straße in Alsenborn zu einem Kurzschluss gekommen. Im Lagezentrum der Verbandsgemeinde hatte Gundall gegen 15 Uhr mitgeteilt, dass vor allem die Stromversorgung in Alsenborn wohl noch länger unter der Störung zu leiden habe. Die Firma Elektrotechnik Burckhardt sei dabei, den Ortsteil langsam wieder zuzuschalten. Zum Teil erst am frühen Abend war der Ort, der seinen Strom von den gemeindeeigenen Werken bezieht, wieder am Netz.
So war vielerorts alternatives Kaffeekochen angesagt. Die Situation war in den einzelnen Ortsteilen allerdings unterschiedlich: In Alsenborn gab es zeitweise nur Strom in bestimmten Straßen. Mancherorts war plötzlich wieder Strom da und die Versorgung klappte dann dort wieder. Woanders gab es Strom auf der einen Straßenseite, auf der anderen nicht.
Unterricht nicht möglich
Auch die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Enkenbach setzte den Schulbetrieb aus. Lucienne Schwalm, Schülerin der 13. Klassenstufe der IGS, berichtete, dass sie erst im Schulhaus vom Stromausfall erfahren habe. Unterricht sei nicht möglich gewesen, da weder Licht noch digitale Endgeräte funktioniert hätten. „Wir durften dann wieder nach Hause gehen“, erzählt sie. Wie die Sache mit den jüngeren Schülern geregelt worden sei, wisse sie nicht.
In der Einsatzzentrale der Feuerwehr in der Tilsiter Straße koordinierte Wehrleiter Torsten Erlenbach den Einsatz in den beiden Ortsteilen. „Um 6.50 Uhr wurde bei uns Alarm ausgelöst“, berichtet er. Einsatzfahrzeuge hätten an verschiedenen Stellen in den Ortsteilen Stellung bezogen als Anlaufstelle für die Bürger. Vor dem Zirkusmuseum „Bajasseum“ beispielsweise hatten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr den Auftrag, von den Bürgern gemeldete Notfälle über Funk weiterzugeben. Der Kindergarten in Alsenborn wurde mit Hilfe eines Notaggregates beheizt. Und über Lautsprecherwagen gab es für die Anwohner laufend Informationen zur Lage. Auch wurden warme Getränke in der Gemeinde verteilt.
Hilfe bei medizinischem Notfall
Unter anderem wurden die Wehrmänner auf dem Parkplatz am Elefantenkreisel bei einem medizinischen Notfall um Hilfe gebeten. Ein älterer Herr teilte mit, dass ein Patient in seinem Haushalt ein Atemgerät benötige. Der Akkustrom neige sich aber dem Ende zu. Die Wehrmänner machten sich daran, ein Ladegerät zu organisieren. Ein junges Elternpaar hatte das Fläschchen für ihren Säugling nicht wärmen können. Die Kollegen der Feuerwehr seien dann mit ihnen zur Verwandtschaft gefahren, schildern die Wehrmänner, in welchen Fällen sie helfen konnten.
„Es ist kalt in der Wohnung und Frühstück gab es auch nicht“, sagt ein älteres Ehepaar, das gerade vom Einkauf zurückkommt und am Treffpunkt vorbeiläuft. „Solche Situationen zeigen, wie abhängig man vom Strom ist. Keine der üblichen Nachrichtenkanäle haben funktioniert.“ Sie hätten den Kamin in Betrieb genommen und so im Warmen gesessen, schildern Ruth und Michael Wagner. „Bei uns war das alles nicht so schlimm“, meint das Paar. Allerdings sei ihnen auch dann bewusst geworden, wie abhängig man doch von der Versorgung mit Strom sei.