Ramstein-Miesenbach
Straßen, Namen, Straßennamen: Ramstein erinnert an die Geografin Eugenie Lautensach
Als versierte Landeskundlerin hätte die Wissenschaftlerin den Wandel vom Dorf zur Stadt sehr wohl vermerkt. In ihren Veröffentlichungen bearbeitete sie das weite Feld der Geografie, also die räumlichen Strukturen und Funktionen der Erde. Obwohl sie den Großteil ihres Lebens fern der Pfalz verbrachte, widmete sie der Region ein Gutteil ihrer umfangreichen Forschungsarbeit.
Als Lehrerstochter in Ramstein geboren, machte Eugenie Löffler in München das Abitur und legte 1926 eine Doktorarbeit über „Die Oberflächengestaltung des Pfälzer Stufenlands“ vor. Danach war sie als Assistentin am Geografischen Institut der Universität München tätig, wechselte in die Erdkunde-Redaktion des Lexikon-Verlags Herder und schließlich in die Kartenabteilung des damaligen Deutschen Auslands-Instituts.
Trotz des prominenten Mannes war sie nie „die Frau von“
1939 heiratete die den Forschungsreisenden Hermann Lautensach (1886-1971), einen der angesehensten deutschen Geografen, mit dem sie zwei Kinder hatte. Trotz dessen Prominenz war sie nie „die Frau von“, sondern trat weiterhin mit einer Vielfalt und Vielzahl eigener Publikationen hervor.
Immer wieder richtete sie ihr Augenmerk auf die Westpfalz. So erschien 1936 ihr Buch „Landschaft und Stadt in Pfalz und Saar“, in dem sie „Geografische Charakterbilder“ versammelte. Sie untersuchte das Klima und die Torfwirtschaft des Bruchs sowie den Wandel der Lebensverhältnisse an den Flugplatz-Standorten Ramstein und Sembach. Fürs „Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands“ verfasste sie eine Darstellung der Lauterer Senke, außerdem mehrere Kapitel für die von Heinz Feth zusammengestellte Ortschronik ihrer Heimatgemeinde.
1965 warb sie für einen besonnenen Umgang mit historischer Bausubstanz
Schon 1965 trat sie in einem Beitrag fürs „Heimatjahrbuch des Landkreises Kaiserslautern“ energisch für einen besonnenen Umgang mit der historischen Bausubstanz ein. „Leider“, so schrieb später der Regionalhistoriker Roland Paul, „fand ihr Appell in den Städten und Dörfern ihrer Heimat noch lange nicht die gewünschte Resonanz“.
Wenige Wochen vor ihrem 85. Geburtstag starb Eugenie Lautensach 1987 in München. Auf dem Friedhof des Stadtbezirks Forstenried fand sie ihre letzte Ruhestätte.