Kreis Kaiserslautern Straße zwischen Kollweiler und Schwedelbach ab Montag gesperrt

Soll sicherer werden: die Einmündung nach Kollweiler am Schwedelbacher Dorfplatz.
Soll sicherer werden: die Einmündung nach Kollweiler am Schwedelbacher Dorfplatz.

„Wir freuen uns riesig“, jubelt ein Bürger, der an der vermeintlichen „Rennstrecke“ wohnt. Doch des einen Freud’ ist bekanntlich des anderen Leid. Und ungezählte Autofahrer dürften sich gewaltig ärgern: Ab Montag ist die Straße zwischen Kollweiler und Schwedelbach dicht. Zugleich wird die Route in Richtung Reichenbach-Steegen halbseitig gesperrt. Zu Stoßzeiten drohen lange Wartezeiten an der Ampel. „Glorreiche Idee“ nennt Andreas Giloj aus Grumbach (Landkreis Kusel) den Entschluss, die ob der Lautertal-Sperrung ohnehin schwer belastete Situation noch zu verschärfen.

„Vermutlich wird demnächst die Umleitung von Lauterecken nach Kaiserslautern über Kusel und die Autobahnen A62 und A6 ausgeschildert. Auf den Autobahnen rund um Kaiserslautern sind ja Gott sei Dank keine Baustellen eingerichtet ... “: Andreas Giloj beschreibt seinen Ärger mit einer Portion Ironie. Seit in der Ortsdurchfahrt Hirschhorn gebaut wird, kein Durchkommen ist und viele Verkehrsteilnehmer weite Umleitungsstrecken in Kauf nehmen müssen, ist seine Freizeit noch mehr beschnitten. Für Giloj selbst ist die Strecke – über Wolfstein, Rothselberg und Kollweiler nach Schwedelbach, Weilerbach und über die Umgehungsstraße nach Lautern – nicht mal viel weiter als der bevorzugte Weg durchs Lautertal. Trotzdem muss er mindestens eine Viertelstunde früher losfahren – um dann eine halbe Stunde zu früh auf der Arbeit zu erscheinen. Fährt er nur etwas später los, landet er erfahrungsgemäß schon bei Kaiserslautern-West im stockenden Verkehr. Die Folge: Er käme zu spät. „Nicht jeder hat Gleitzeit“, ruft der Grumbacher in Erinnerung.

Einmündung an Kreuzung wird verbreitert

Wie am Mittwoch bereits kurz berichtet, wird an der Kreuzung am Schwedelbacher Dorfplatz die Einmündung etwas verbreitert. Und es wird eine sogenannte Querungshilfe eingebaut. Nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Kaiserslautern wird auch an der früheren Bäckerei am Dorfplatz eine Mauer abgetragen, damit die Busse besser auf den Dorfplatz fahren können. Alles in allem diene die Maßnahme – getragen vom Land – der Sicherheit. Autofahrer wie Fußgänger profitierten davon, betont auch LBM-Chef Richard Lutz. Mit rund 185.000 Euro schlage das Projekt zu Buche.

Querungshilfe vor allem für Kinder wichtig

Klaus Dietrich wohnt an der Kollweilerstraße. Der Arzt im Ruhestand begrüßt, dass „nun endlich“ etwas passiere. „Wir wären ja schon froh, wenn in der Straße ,nur’ 50 gefahren würde. Vielleicht bringen die Tempo-30-Schilder etwas, die uns versprochen worden sind.“ Klaus Dietrich betont, dass die Querungshilfe für die Bürger im Ort wichtig sei, vor allem für Kinder. Das sei schon lange überfällig. „Wir Anlieger, alle im Ort freuen uns, dass in ein bisschen mehr Sicherheit investiert wird“, sagt er. Dieser ausdrückliche Wunsch sei auch bei der Dorfmoderation klar ausgesprochen worden.

Kein Verständnis für Zeitpunkt

Die Baumaßnahme – schön und gut. Aber: Muss das gerade jetzt passieren? Andreas Giloj hat für die Sache selbst Verständnis, jedoch nicht für den Zeitpunkt. Er fragt, warum man an verantwortlicher Stelle nicht hat abwarten können, bis das Lautertal wieder frei ist. „Der gesamte Verkehr muss über die L382 und die L367 umgeleitet werden. Das führt zu stark erhöhtem Verkehrsaufkommen in den anliegenden Gemeinden, zumal auch der Schwerlastverkehr diese Umleitungen benutzen muss“, weiß Giloj. „Wer fährt nicht gerne mit 40 Stundenkilometern hinter einem Laster die Berge auf und ab“, fragt der Grumbacher ironisch.

Weg zur Arbeit dauert länger

Ab Montag sollen nun auch all jene Autos, die sonst über Kollweiler Richtung Weilerbach und umgekehrt fahren, Richtung Reichenbach-Steegen, an Schwedelbach vorbei zum Mackenbacher Kreisel geleitet werden. Was sich dann an dem ohnehin völlig unterdimensionierten und überlasteten Mackenbacher Kreisel abspielen werde, könne man sich unschwer ausmalen. „Das erhöhte Verkehrsaufkommen auf hierfür nicht ausgelegten Straßen führt schon jetzt dazu, dass der Weg zur Arbeit entweder erheblich länger dauert oder viel früher angetreten werden muss“, weiß Andreas Giloj aus Erfahrung.

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