Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Steigende Waldbrandgefahr: Woran es liegt und was Waldbesucher tun können

Häufig werden Waldbrände durch weggeworfene Zigarettenkippen verursacht.
Häufig werden Waldbrände durch weggeworfene Zigarettenkippen verursacht.

Die Trockenheit nimmt zu, die Waldbrandgefahr steigt. Wie der Otterberger Forstamtsleiter Tobias Adam die Situation einschätzt und was Waldbesucher tun können.

Reichlich Sonne, immer wieder auffrischender Wind. Was wohl viele als gutes Wetter bezeichnen, ist für Wald und Flur eine Herausforderung. Denn es ist viel zu trocken. Der Deutsche Wetterdienst stuft die Waldbrandgefahr für weite Teile Deutschlands mit einer mittleren, teils auch mit einer hohen Gefahr ein. Das gilt auch für unsere Region. Daran wird sich laut Vorhersagen erst einmal nichts ändern. Regen ist vorerst nicht in Sicht. Die Polizei meldete Anfang der Woche den ersten Waldbrand im Kreis Kaiserslautern. Bei Linden sind auf einer Fläche von etwa 3000 Quadratmetern, Sträucher und Bäume in Flammen aufgegangen. Mehrere Feuerwehren rückten aus, um den Brand zu löschen.

Warum kommt es zu Waldbränden?
Bedingt durch den Klimawandel kommt es zuletzt immer häufiger zu anhaltender Trockenheit. Eine Frühjahrsdürre, wie sie sich gerade zeigt, ist dabei besonders gefährlich. Am Boden liegt noch das alte, trockene Laub – der Unterwuchs im Wald konnte sich noch nicht begrünen. Die Bäume stehen noch nicht richtig im Saft, viele sind dazu angeschlagen und krank durch zurückliegende Trockenperioden. Da reichen kleinste Funken, um einen Waldbrand zu entfachen. „Besonders gefährdet sind meist Waldbereiche mit sandigen Böden und der Waldkiefer, die aufgrund ihrer Nadeln, Terpene und Harze in Trockenperioden besonders brandanfällig ist“, ordnet Adam, Leiter am Forstamt Otterberg und ehemaliger Waldschutzreferent des Landes, die Situation weiter ein.

Wie werden Waldbrände verursacht?
Meist werden die Waldbrände in Rheinland-Pfalz durch den Menschen verursacht, berichtet Tobias Adam aus den Erfahrungen der Vergangenheit. „Das Brandrisiko durch weggeworfene Zigarettenkippen oder Funkenflug wird oft unterschätzt.“ Auslöser der meisten Waldbrände seien das Rauchen im Wald, obwohl dies ganzjährig verboten ist, sowie das Entfachen von nicht erlaubtem Grill- oder Lagerfeuer. Gelegentlich komme es auch zu Brandstiftungen. Mit dem Auto ins Waldgebiet zu fahren, bedeute ebenfalls eine Gefahr. „Heiße Autoteile, insbesondere Katalysatoren und Auspuffrohre, die mit trockener Vegetation wie Gras in Kontakt kommen, können Brände auslösen“, erklärt der Forstmann. Waldbrände mit natürlichen Ursachen wie Blitzschlägen seien dagegen äußerst selten.

Was bedeutet die zunehmende Waldbrandgefahr für den Forst?
Tobias Adam sieht die Förster und Forstwirte zunehmend gefordert, beim Erkennen von Entstehungsbränden besonders aufmerksam zu sein – und auch das Gespräch mit den Waldbesuchern zu suchen. „Weiterdenken, vorbeugen und vernetzen“, gibt er als Maßgabe aus. Ein Beispiel sei der Schulterschluss zwischen Landesforsten und dem neu gegründeten Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz mit Sitz in Koblenz.

Wichtig sei auch, die Widerstandskraft der Wälder zu stärken. Strukturreiche, klimaresiliente Mischwälder, wie sich der Pfälzerwald in Teilen zeigt, seien ein Ansatz, um das Waldbrand-Risiko zu senken. Mit der Baumauswahl höre es für den Waldschutzexperten nicht auf. Die Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit in den Wäldern und Waldböden müsse durch standortangepasste Baumartenwahl, naturnahe Bestandspflege sowie durch dezentralen Wasserrückhalt verbessert werden. „Das wird von uns vor Ort zunehmend in die Praxis umgesetzt.“

Wie kann der Waldbesucher helfen?
Der Forst versucht, dem Wald für die Zukunft möglichst viel mitzugeben, damit er Trockenheit, Krankheit oder Waldbränden möglichst gut gegenhalten kann. Den Waldbrand verhindern könnten vorrangig die Waldbesucher. „Genießen Sie die Natur, aber tun Sie es bitte mit Achtsamkeit“, appelliert Forstamtsleiter Tobias Adam. Sie sollten offenes Feuer im Wald und in Waldnähe unterlassen, das ganzjährige Rauchverbot, das auch auf Waldwegen im Wald gilt, einhalten, Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Flächen parken, Hinweisschilder und Absperrungen ernst nehmen und Rauchentwicklungen sofort über die Notrufnummer 112 melden.

Wie die Lage in der gesamten Pfalz aussieht, lesen Sie hier.

Der Otterberger Forstamtsleiter Tobias Adam.
Der Otterberger Forstamtsleiter Tobias Adam.
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