Kreis Kaiserslautern
Steht der Gelbe Sack vor dem Aus?
Leichtverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Tetrapaks werden im Landkreis Kaiserslautern derzeit im Gelben Sack gesammelt. Ab dem Jahr 2028 könnte sich das ändern. Dann könnten Gelbe Tonnen die Säcke ablösen.
Welche Vorteile bieten die Säcke?
Einer der größten Vorteile der Gelben Säcke ist laut Abfallwirtschaft, dass sie nicht viel Platz einnehmen und so auch auf kleinen Grundstücken oder in Wohnungen gut unterzubringen sind. Außerdem sind sie leicht zu transportieren. Zudem gibt es keine Mengenbegrenzung: Wer viel Verpackungsmüll gesammelt hat, kann mehrere Säcke zur Abholung bereitstellen. Die Müllwerker können, weil die Sammeltüten halbtransparent sind, außerdem gut sehen, ob diese richtig befüllt sind.
Aber es gibt auch Nachteile ...
Immer wieder wird von Nutzern kritisiert, dass die Säcke aus sehr dünnem Material bestehen und daher leicht aufreißen. Auch Tiere würden dadurch angelockt, weiß auch die Kreisverwaltung. Bei starkem Wind werden die Säcke leicht weggeweht, platzen sie dabei auf, verteilt sich der Müll auf Grundstücken und Straßen. Und da die Säcke nicht von der Abfallwirtschaft des Kreises ausgegeben werden, sondern von im Dualen System zusammengeschlossenen Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche, ist die Nachbestellung schwierig. Oft kommt es zu langen Wartezeiten oder Nachlieferungen bleiben ganz aus.
Was spricht für die Tonne?
Im Gegensatz zum Sack können die Gelben Tonnen nicht so leicht umgeweht werden. Das Ortsbild bleibe dadurch sauberer, sagt die Abfallwirtschaft. Auch Tiere hätten es schwerer, an den Inhalt der Tonnen zu kommen. Ein weiteres Plus: Es werde Kunststoff gespart, weil keine Gelben Säcke mehr nötig sind. Da diese auch nicht mehr nachbestellt werden müssten, komme es zudem zu keinen Wartezeiten mehr.
Welche Argumente gibt es gegen die Tonnen?
Sie sind recht groß, da sie laut Kreisverwaltung ein Volumen von 240 Litern haben – was der Größe der blauen Papiertonnen entspricht. Nicht alle Haushalte haben Platz, einen weiteren großen Sammelbehälter auf ihrem Grundstück aufzustellen. Eine Tonne nimmt außerdem nicht beliebig viel Abfall auf. Das Volumen ist, anders als bei den Säcken, nicht veränderbar. Bürger geben in sozialen Medien des Weiteren zu bedenken, dass Lebensmittelreste die Behälter verschmutzen können, wenn Verpackungen nicht ausgespült werden. Dann entstehe das gleiche Problem wie bei den Biotonnen, dass sich zum Beispiel Maden im Müll entwickeln. Die Abfallwirtschaft hat Bedenken, dass Fehlwürfe schlechter erkannt werden könnten.
Würde die Umstellung auf Tonnen den Bürger etwas kosten?
Nein, sagt die Kreisverwaltung. Denn „im Gegensatz zur Entsorgung anderer Abfälle wie Rest- oder Bioabfall, ist die Entsorgung von Verkaufsverpackungen über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne privatwirtschaftlich organisiert“. Finanziert wird das System „nicht über die Abfallgebühren, sondern über die Verkaufspreise der Produkte“. Wer also zum Beispiel einen Joghurt im Kunststoffbecher oder eine Dose mit Obst oder Gemüse im Supermarkt kauft, zahlt die Entsorgung schon mit. Auch andere Müllfahrzeuge wären laut Abfallwirtschaft nicht nötig.
Warum ruft die Kreisverwaltung jetzt die Kreisbürger dazu auf, an einer Umfrage zum Thema teilzunehmen?
Da kein Mischsystem möglich ist, möchte die Kreisverwaltung ein Stimmungsbild einholen. „Die Umfrage soll den zuständigen Gremien in erster Linie als Hinweis darauf dienen, welches Sammelsystem die Bürgerinnen und Bürger favorisieren würden“, heißt es aus dem Kreishaus.
Bedeutet das, dass die Bürger bestimmen, welches Sammelsystem kommt?
Nein, das Votum ist nicht bindend. Für welches Sammelsystem sich der Landkreis letztlich entscheide, liege im Ermessen des Kreistages, teilt die Abfallwirtschaft mit. Aber es besteht die Möglichkeit, dass die Politiker den Bürgerwillen dann zumindest in ihre Abwägungen mit einfließen lassen.
Wie kann man an der Umfrage teilnehmen?
Die Umfrage läuft zwischen dem 15. Januar und dem 15. Februar. In diesem Zeitraum können die gut 106.300 Einwohner des Landkreises Kaiserslautern ausschließlich auf der Abfallratgeber-App des Landkreises ihre Meinung kundtun. Ein anderes Format der Beteiligung ist nicht vorgesehen.
Hinweis
Die Abfallratgeber-App des Landkreises Kaiserslautern ist in den Appstores zu finden und steht für die Betriebssysteme IOS und Android zur Verfügung.
Auch auf der Homepage der Kreisverwaltung finden sich unter www.kaiserslautern-kreis.de/verwaltung/abfallwirtschaft/ Informationen dazu.