Reichenbach-Steegen RHEINPFALZ Plus Artikel Steffi Contes aus Reichenbach-Steegen ist derzeit mit ihrer Familie unter Quarantäne

Einen Lagerkoller habe sie in ihrer Corona-Quarantäne noch nicht, berichtet Steffi Contes aus Reichenbach-Steegen, die die Integ
Einen Lagerkoller habe sie in ihrer Corona-Quarantäne noch nicht, berichtet Steffi Contes aus Reichenbach-Steegen, die die Integrative Kita Kusel leitet.

Wie lebt es sich, wenn man zwei Wochen lang das Haus nicht verlassen darf? Von Lagerkoller berichtet Steffi Contes nicht. Doch sie freut sich, wenn sie sich wieder frei bewegen darf.

Brot backen zur Beschäftigung, Spieleabende, im Homeoffice das abarbeiten, was sonst liegen bleibt. Seit zwei Wochen ist Steffi Contes, Leiterin der von der Lebenshilfe betriebenen Integrativen Kindertagesstätte Kusel, in Quarantäne. Zuerst freiwillig, hatte sie doch Kontakt zu einer corona-infizierten Kollegin, dann, nachdem sie selbst positiv getestet worden war, auf Anordnung.

Mit ihr daheim sind Ehemann und drei Kinder, 16-jährige Zwillinge und eine 22-jährige Tochter, die in einer Einliegerwohnung wohnt. Wann sie wieder raus dürfen, wissen die Fünf noch nicht. Contes wohnt in Reichenbach-Steegen und im Landkreis Kaiserslautern darf erst aus Quarantäne raus, wer zweimal negativ getestet wurde.

Am Freitag hätte der erste Test stattfinden können, da war der Kontakt schon zweieinhalb Wochen her – aber auf dem Gesundheitsamt war niemand zu erreichen. Contes hofft, dass die Freiheitsbeschränkung Ende nächster Woche dann tatsächlich ein Ende haben wird. Und sie danach wieder arbeiten kann, wir „wollen ja eine Notgruppe anbieten“.

Trotz Infizierung keine Symptome

Auffällige Symptome habe sie übrigens keine, berichtet die 54-Jährige. Sie hofft, dass sich kein Familienmitglied angesteckt hat. Etwas Schnupfen, das sei im Kindergarten ja normal im Winter, deswegen hätte sie niemals Verdacht geschöpft. Aber da war der Kontakt, auf den die Vernunftentscheidung der Familie folgte: Wir bleiben zuhause. Nicht auszudenken, meint Contes, was hätte passieren können: „Das hätte über die Kita weite Kreise ziehen können.“ Nach anfänglicher Sorge vor schlimmen Folgen ist sie nun sehr hoffnungsvoll: „Ich bin froh, wenn wir so durchkommen.“

Überhaupt sei die Quarantäne gar nicht so schlimm. Jeder habe seinen Tag strukturiert: „Die Mädchen machen ihre Schularbeit, das machen sie gut“, berichtet die Mutter. Sie selbst arbeitet am Rechner – und nimmt sich im Haushalt auch mal Zeit für die Dinge, die man sonst so nebenbei und in Hektik erledige. „Back to the Basics“, Besinnung aufs Wesentliche, nennt sie das auch.

Hunger leiden musste auch niemand. Bei einer fünfköpfigen Familie sei Vorratshaltung sowieso angebracht. Der Gefrierschrank sei allerdings so langsam leer. Und dann ist es hoffentlich nicht mehr lange bis zum Ende des häuslichen Einschlusses.

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