Steinwenden / Niedermohr RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtwerke bauen Glasfasernetz alleine aus

Georg Leydecker zeigt, wo es mit dem Glasfaserausbau in Steinwenden weitergeht.
Georg Leydecker zeigt, wo es mit dem Glasfaserausbau in Steinwenden weitergeht.

Beim Glasfaserausbau haben sich die Stadtwerke Ramstein in Steinwenden und Niedermohr gegen ihren Mitbewerber, die Deutsche Glasfaser, durchgesetzt. Diese tritt nun von ihren Ausbauplänen zurück, während die Stadtwerke schon seit Sommer Leitungen verlegen.

„Es macht weder aus betriebswirtschaftlicher noch aus volkswirtschaftlicher Sicht Sinn, in einer Kommune zwei voneinander unabhängige Glasfaser-Infrastrukturen auszubauen“, teilt Dominik Beyer, der regionale Pressesprecher der Deutschen Glasfaser, auf Anfrage mit. „Daher haben wir unsere Vertriebsaktivitäten in Niedermohr und Steinwenden eingestellt und unter den gegebenen Umständen von weiteren Ausbauplänen Abstand genommen“, hält er fest. In diesen beiden Orten haben nämlich auch die Stadtwerke Ramstein-Miesenbach um Kunden geworben – und dies so erfolgreich, dass sie bereits im Juli damit begonnen haben, die ersten Glasfaserleitungen zu verlegen.

Acht Millionen Euro nehmen die Werke, die seit 2012 im Breitbandgeschäft tätig sind, dafür in die Hand. Um die Kosten decken zu können, benötigen sie für diesen eigenwirtschaftlichen Ausbau, für den im Unterschied zu dem durch Land und Bund geförderten Anschluss unterversorgter Gebiete an leistungsstarke Breitbandnetze keinerlei öffentliche Gelder fließen, nach eigener Aussage rund 40 Prozent Anschlusswillige. Diese Quote sei Ende April erreicht worden, sagt Georg Leydecker, der Geschäftsführer der Stadtwerke. Mittlerweile liege sie noch ein paar Prozentpunkte höher: 1850 Hausanschlüsse wären in beiden Orten zusammengenommen möglich, über 800 errichten die Stadtwerke. Leydecker rechnet damit, dass es noch mehr werden könnten, denn noch haben diejenigen, die eigentlich einen Vorvertrag der Deutschen Glasfaser unterschrieben hatten, die Möglichkeit, zu den Stadtwerken zu wechseln. Solange die Straßen noch nicht wieder gänzlich zugemacht und wiederhergestellt seien, könnten sich die Hausbesitzer noch melden.

Der Übergabepunkt fehlt noch

In Weltersbach ist der Ausbau schon am weitesten fortgeschritten. Knapp zwei Drittel der Straßen des Steinwendener Ortsteils sind auf dem Plan an Leydeckers Bürowand grün markiert. Grün bedeutet: Hier sind bereits alle Kabel im Boden sowie alle Hausanschlüsse hergestellt. Schnell im Internet surfen können die dort Wohnenenden trotzdem noch nicht. Das liege daran, dass der Übergabepunkt noch nicht installiert sei, erläutert Leydecker. Und auch wenn er sich sehr gewünscht hatte, dass dies bis zum Weihnachtsmarkt in Weltersbach erledigt wäre, ist dieser Termin nicht zu schaffen. „Aber wir sind in unserem Zeitplan“, betont er, ohne ein genaues Datum für den letztlichen Anschluss an die Fernleitung nennen zu wollen. Nur das Ende aller Arbeiten in allen sechs Ortsteilen der beiden Gemeinden stellt er für Ende 2024 in Aussicht.

Um die Bürger so wenig wie möglich durch Baustellen zu belasten, „versuchen wir, Synergien zu nutzen“, sagt Leydecker. So würden die Glasfaserleitungen zum einen in ohnehin gerade wegen Sanierung aufgerissenen Straßen gleich mitverlegt, wie zum Beispiel in der Friedhofstraße in Steinwenden. Zum anderen würden umgekehrt auf den Trassen, die für die Datenkabel ausgehoben werden, andere Versorgungsleitungen erneuert, wie etwa Wasserleitungen. In Niedermohr sollen zudem oberirdische Stromleitungen unter die Erde verlegt werden.

Manchmal ist ein Schacht sinnvoller

Welche Technik übrigens auf den letzten Metern zu den Häusern, die angeschlossen werden sollen, zum Einsatz komme, müsse für jeden Fall einzeln und nach Absprache mit den Hauseigentümern entschieden werden. Wie die Deutsche Glasfaser könnten auch die Stadtwerke die Kabel unterirdisch durchschießen, sodass der Vorgarten nicht aufgegraben werden müsste. Manchmal sei aber ein Schacht sinnvoller, sagt Leydecker. In jedem Fall solle das Grundstück hinterher wieder so aussehen wie vorher. „Aber bisher haben wir nur positive Rückmeldungen erhalten“, freut sich der Geschäftsführer.

Synergien nutzen: Den Ausbau der Friedhofstraße in Steinwenden (unser Bild) nutzen die Stadtwerke Ramstein, um dort auch gleich
Synergien nutzen: Den Ausbau der Friedhofstraße in Steinwenden (unser Bild) nutzen die Stadtwerke Ramstein, um dort auch gleich Glasfaserleitungen zu verlegen.
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