Ramstein-Miesenbach
Stadtrat diskutiert über geplantes Boardinghaus in der Bruchwiesenstraße
Laut Bauantrag ist ein Neubau von vier Gebäuden mit Flachdach vorgesehen, informierte Ralf Hechler, Bürgermeister der Stadt Ramstein-Miesenbach (CDU), am Donnerstagabend im Stadtrat. In den vier Häusern sind insgesamt 39 Zimmer und 36 Apartments mit Kochmöglichkeiten geplant. Vorgesehen ist, diese Übernachtungsmöglichkeiten lediglich kurzfristig, bis maximal sechs Monate, zu vermieten. Zielgruppe seien etwa Geschäftsleute, die sich länger an einem Ort aufhielten.
Im Foyer des Gebäudekomplexes soll es eine Rezeption geben, die rund um die Uhr besetzt ist. Dort könnten die Zimmer gebucht werden, wobei die Gäste auch digital reservieren, einchecken und bezahlen könnten. Externe Reinigungsdienste sollen sich um Hausmeistertätigkeiten, Gartenpflege oder Wäscheservice kümmern. Im Erdgeschoss eines der Gebäude ist ein Restaurant mit 60 und ein Barbereich mit 50 Sitzplätzen geplant, die nicht nur den Gästen der Boardinghäuser, sondern auch externen Besuchern offen stehen. Im Sommer gibt es laut Bauantrag auch Außenplätze, dafür werde dann die Anzahl der Plätze im Innenbereich reduziert. Im Staffelgeschoss desselben Gebäudes ist ein Wellness- und Fitnessbereich geplant, der allerdings nur von den Gästen der Boardinghäuser genutzt werden kann.
Wohnbebauung oder gewerbliche Nutzung?
Bei der Frage, ob der Stadtrat Grünes Licht für das Projekt geben kann, gehe es darum, ob es sich dabei um Wohnbebauung oder um eine gewerbliche Nutzung handelt, erläuterte Hechler. Das sei auch steuerrechtlich relevant.
Die Bruchwiesenstraße liegt laut Bauamtsleiterin Ulrike Bossung in einem Mischgebiet, in dem sowohl Wohnbebauung als auch Gewerbebetriebe erlaubt sind, solange diese das Wohnen nicht wesentlich störten. Aus Sicht der Bauabteilung könne das gemeindliche Einvernehmen für das Projekt erteilt werden. Unklar sei allerdings, um was es sich bei den Plänen genau handele. „Ein Boardinghaus ist ein Zwitter zwischen Wohnen und Hotelbetrieb“, so Bossung. Aus Sicht der Verwaltung spreche das vorgelegte Nutzungskonzept eher für eine hotelähnliche und damit gewerbliche Nutzung.
Um mehr Klarheit in dieser Frage zu bekommen, schlugen Hechler und Bossung den Ratsmitgliedern vor, den Plänen in dieser Sitzung zunächst einmal nicht ihr Okay zu geben. Vielmehr soll der Investor in den Stadtrat eingeladen werden und seine Pläne vorstellen. Auf Grundlage dieser Informationen sollen die Mandatsträger dann über das Projekt entscheiden. Die Ratsmitglieder stimmten dem einstimmig zu.