Ramstein-Miesenbach Sozialstation Westpfalz feiert 50. Geburtstag

Festgemeinde zum 50-Jährigen der Sozialstation: Viele Ehemalige feierten gemeinsam mit geladenen Gästen und den momentan bei der
Festgemeinde zum 50-Jährigen der Sozialstation: Viele Ehemalige feierten gemeinsam mit geladenen Gästen und den momentan bei der Einrichtung Beschäftigten im Congress Center Ramstein.

Kranken Menschen mit Würde begegnen und sie so lange wie möglich in ihrem Zuhause betreuen, das möchten die Mitarbeiter der Sozialstation Westpfalz. Vor 50 Jahren gegründet, hat sich die Einrichtung mittlerweile gut entwickelt. Bei einem Festakt wurde verdeutlicht, wie wichtig die Arbeit für die Bürger ist.

„Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel… Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand… Dem Kranken hat er das Bett gemacht und er hört, wenn Du ihn rufst in der Nacht…“ Diese Worte aus dem Gedicht „Die Engel“ von Rudolf Otto Wiemer zitierte Pfarrer Bernhard Schäfer, der auch Vorstandsvorsitzender der Sozialstation Westpfalz ist, um den Pflegeberuf zu charakterisieren. Mit einem ökumenischen Gottesdienst, gehalten von dem Steinwendener Pfarrer und Pastoralreferentin Tina Becker aus Ramstein, begann am Samstagnachmittag im Congress Center Ramstein (CCR) die Feier zum 50-jährigen Jubiläum der Sozialstation. Und treffender hätte man den Pflegeberuf kaum beschreiben können.

Bei seinen überleitenden Worten nach dem Gottesdienst ging Schäfer kurz auf die Entstehungsgeschichte der Sozialstation ein. Zu Beginn hätte man nicht daran gedacht, dass daraus einmal ein Wirtschaftsunternehmen werden würde. Als Hausherr des CCR, aber auch als Bürgermeister und Sprecher aller Bürgermeister der Verbandsgemeinden Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Bruchmühlbach-Miesau gratulierte und dankte Ralf Hechler in erster Linie den Mitarbeitern für ihre Arbeit. Er forderte die Besucher auf, Mitglieder für die Krankenpflegevereine und Elisabethenvereine zu werben, die gemeinsam mit den Kirchengemeinden die Träger der ökumenischen Sozialstation sind.

„Jährlich rund drei Millionen Besuche“

„Wir wollen, dass es den Leuten vor Ort gut geht“, erklärte der Landespfarrer für Diakonie, Albrecht Bähr. Dass es den kranken Menschen ermöglicht werde, zuhause, in ihrem gewohnten Umfeld zu leben, das habe auch viel mit Würde zu tun. In der Pfalz würden von den ökumenischen Sozialstationen jährlich rund drei Millionen Besuche durchgeführt. „Wenn diese angebotenen Dienste nicht mehr funktionieren, wird es schlecht für die Menschen aussehen“, betonte Bähr. Für den Johannisverein Landstuhl überbrachte Vorsitzender Thomas Pletsch die Glückwünsche und übergab dem Vorstandsvorsitzenden und der Geschäftsführerin der Sozialstation, Diana Kutien, einen Scheck in Höhe von 5000 Euro.

Kutien erklärte, sie sei vor zwei Jahren als Nachfolgerin von Doris Grenner in die Sozialstation gekommen und habe sich vom ersten Tag an herzlich angenommen gefühlt, in einer Einrichtung, die auf soliden Füßen stehe und in einem Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auf die man stolz sein könne. Rückblickend auf „das halbe Jahrhundert“ konstatierte sie: „50 Jahre, in denen unser ambulanter Pflegedienst Menschen in ihrer gewohnten Umgebung versorgt und unterstützt hat und in denen wir stets versucht haben, den Bedürfnissen und Anforderungen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden.“ Dieser Erfolg sei nicht nur der Verdienst einzelner Personen, sondern das Ergebnis des Einsatzes vieler, die mit Herzblut ihre Aufgaben erfüllten. Jeder und jede Einzelne von ihnen sei ein wichtiges Puzzlestück in der Erfolgsgeschichte der Sozialstation. „Sie haben mit Ihrer Kompetenz, Ihrem Mitgefühl und Ihrer Einsatzbereitschaft ein Stück dazu beigetragen, dass wir heute hier stehen“, sagte Kutien. Während ihres Vortrags rief sie auch ihre Mitarbeiterin Susanne Meckbach auf die Bühne, die am 15. Juli dieses Jahres auf 30 Jahre Mitarbeit zurückblicken konnte. Kutien übergab der Jubilarin ein Blumengebinde als Dankeschön für deren großen Einsatz.

Vorbild ist der barmherzige Samariter

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende, Lothar Lüer, der im Gottesdienst die Leitung des Sängerbundes Kindsbach übernommen hatte – am Klavier begleitet von Birgit Müller – gab den Festbesuchern einen Rückblick auf die 50-jährige Geschichte der Einrichtung. Dabei begann er mit dem Auszug vom „barmherzigen Samariter“ aus dem Lukas-Evangelium. „Hier finden wir schon erste Parallelen zu unserer Arbeit“, so Lüer. Im Verlauf seines Vortrags erinnerte der Referent an die Gründung der Sozialstation, an Höhen, aber auch an Tiefen der Einrichtung, berichtete von einer Phase, als es um die Belange der Sozialstation nicht gut gestanden habe. „Dass die Wende gelingen konnte, war einem Wechsel der Vorstandschaft und einem engagierten Verwaltungsausschuss zu verdanken“, resümierte Lüer.

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