Kreis Kaiserslautern Sorge um den Nachwuchs

Anwohner in der Otterberger Wiesenstraße fürchten eine erhöhte Verkehrsbelastung durch die Erschließung des geplanten Neubaugebiets. Sie fordern daher „Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zum Schutz unserer Kinder“, zumal bereits „die jetzige Situation eigentlich nicht tragbar“ sei.
So steht es in einer Unterschriftenliste, die bereits an Stadtbürgermeister Martin Müller (SPD) übergeben wurde. Allerdings betont die Sprecherin der Anlieger, Julia Dinkat-Michely, dass „wir keineswegs grundsätzlich gegen ein Neubaugebiet im Stadtkern sind“. Es sei jedoch im Hinblick auf den Wohnstraßen-Charakter sowie die nahe liegende Waldorfschule und den Kindergarten wichtig, dass es während der Erschließungsarbeiten und danach zu keiner „Gefährdung der hier lebenden Kinder, teils noch im Vorschulalter“, kommt, wenn diese „in der Straße spielen“. Die Stadt will auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Heuser zunächst 24 Neubauplätze ausweisen (die RHEINPFALZ berichtete am 17. Mai). Das 2007 aufgelassene Areal ist rund 2,25 Hektar groß, als Investorin tritt die Deutsche Reihenhaus-AG auf. Der Otterberger Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt, eine Erweiterung in nördlicher Richtung ist außerdem denkbar. Dinkat-Michely und ihre Mitstreiter befürchten, dass das schon jetzt beträchtliche Verkehrsaufkommen in der Wiesenstraße noch höher werden könnte. „Im Hinblick auf das enorme Bauvorhaben und den damit verbundenen Baustellenverkehr fordern wir sofortige Maßnahmen zum Schutz unserer Kinder“, sagt sie. Zwar bestehe bereits jetzt ein 30-Kilometer-Limit, das aber „von den wenigsten Fahrern eingehalten“ werde: „Die freie Fahrbahn verführt zu erhöhter Geschwindigkeit.“ Dies gelte „auch für Busse und Lkw“, so dass „Kinder auf ihrem Schul- und Kindergartenweg durch zu schnelle Fahrzeuge in ihrer Sicherheit beeinträchtigt“ würden. Einige Eltern sorgen sich indes nicht nur um die Verkehrssicherheit, sondern haben zudem den Natur- und Umweltschutz im Blick. Eine nördliche Erweiterung des geplanten Baugebiets sei „ökologisch problematisch“, argumentieren sie. Im Busch- und Heckenbiotop seien unter anderem Schleiereule, Raufußkauz, Grünspecht, Roter Milan, Rötelfalke sowie Dachs und Fuchs zu beobachten. Das Neubaugebiet ist nicht das einzige anstehende Projekt in der Wiesenstraße. Die Waldorfschule will in der Verlängerung ihres Terrains einen neuen Kindergarten errichten. „Mit dem Bürgermeister ist besprochen, dass dann auch die unübersichtliche Verkehrssituation zum Stich in der Unkenbach entspannt wird“, sagt Waldorf-Geschäftsführer Gabriel Zahn. Das ließe sich unter anderem durch eine Ringstraße erreichen. Julia Dinkat-Michely hofft derweil auf eine Verkehrsberuhigung „und Bürgersteige, die nicht ständig zugeparkt sind“. Um das Aufkommen an Autos zu ermitteln, habe Bürgermeister Müller „eine Verkehrszählung noch vor den Sommerferien zugesagt“. Erste Beigeordnete Martina Stein (SPD), die ihn derzeit vertritt, bestätigt auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass neben der Verkehrszählung eine „Signalschau“ ins Auge gefasst sei – also eine Kontrolle der Anzahl und Angemessenheit der Schilder. (rik)