Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Silke Brunck (SPD) zur neuen Verbandsbürgermeisterin gewählt

Sie fühle sich „unendlich dankbar und sehr, sehr stolz“, sagte Wahlsiegerin Silke Brunck beim Feiern mit ihrem Team am Sonntagab
Sie fühle sich »unendlich dankbar und sehr, sehr stolz«, sagte Wahlsiegerin Silke Brunck beim Feiern mit ihrem Team am Sonntagabend im Dorfgemeinschaftshaus Neuhemsbach.

Silke Brunck (SPD) heißt die neue Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. Die 41-jährige Neuhemsbacher Ortsbürgermeisterin setzte sich bei der Wahl am Sonntag mit 51,3 Prozent gegen ihren Mitbewerber, den Enkenbacher Ortsbeigeordneten Alexander Roth (CDU), durch.

Waldleiningen hatte um 18.15 zuerst ausgezählt, knapp zehn Minuten standen auch die Ergebnisse in Frankenstein und Fischbach fest. Schon da zeichnete sich ein spannender Wahlabend ab. Während sich der CDUler Alexander Roth in Waldleiningen und Frankenstein durchsetzen konnte, ging der Wahlsieg in Fischbach deutlich an seine sozialdemokratische Mitbewerberin Silke Brunck. Sie lag damit von Beginn an leicht vorne, baute im Verlaufe des Abends ihren Vorsprung aus, den sie am Ende gegen einen Schlussspurt von Roth verteidigen konnte. Am Ende gaben 51,3 Prozent der Wähler ihr die Stimme.

„Unendlich dankbar und stolz auf mein Team“

„Ich fühle mich unendlich dankbar und bin wahnsinnsinnig stolz auf mein Team“, kommentierte Brunck ihren Wahlsieg. Sie habe gedacht, dass es knapp werden könne, doch jetzt fühle sie sich „sehr, sehr stolz“. „Dass wir das als Einzelkämpfer gepackt haben gegen drei Parteien, ist schon ein Statement“, spielte die 41-Jährige darauf an, dass ihr Kontrahent Alexander Roth schließlich von den Liberalen und den Freien Wählern unterstützt worden war. Diese hatten keine eigenen Bewerber ins Rennen geschickt. Ihr bestes Ergebnis (71 Prozent) holte Brunck in Neuhemsbach, wo sie Ortsbürgermeisterin ist. Dieses Amt will sie auch weiterhin ausüben, wenn sie Chefin der Verbandsgemeinde ist, hatte sie im Vorfeld geäußert. Mit 60,1 Prozent war in Neuhemsbach auch die Wahlbeteiligung von allen acht Orten der Verbandsgemeinde am höchsten. „Das hat mit geholfen“, ist sich Brunck sicher. Aber auch in Fischbach, Mehlingen und Sembach lag die SPD-Frau weit vor Roth. Ihr Mann habe ihr heute Morgen ein schönes Frühstück gemacht, um sie etwas abzulenken. Dann hätten sie noch das Gemeindeblättchen ausgetragen und anlässlich des ersten Advents um 18 Uhr Trompete in der Gemeinde gespielt, bevor es dann ins Dorfgemeinschaftshaus ging. Mit einer Rieslingschorle werde sie jetzt mit ihrem ganzen Team feiern, sagte die neue VG-Chefin am Sonntagabend.

„Große Zurückhaltung wegen Corona gespürt“

Dass nur knapp 43,3 Prozent der Wahlberechtigten am Sonntag von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten, führt der unterlegene Roth auf eine gewisse Müdigkeit in einem „intensiven Wahljahr“ mit Landtags- und Bundestagswahlen zurück. Er selbst habe in der letzten Woche vor der Wahl „einen Knick gespürt“. Es habe, wohl aufgrund der Coronalage, mit einem Mal eine sehr große Zurückhaltung und Ängstlichkeit bei den Menschen geherrscht. Mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sei mit Maske und Abstand schwieriger geworden. Bis dahin sei die Stimmung im Wahlkampf sehr gut gewesen, weshalb er damit gerechnet habe, am Ende leicht vorne zu liegen. „Aber ich wusste, dass es eng werden würde.“ In dem ein oder anderen Wahlbezirk, vor allem in Enkenbach, hätte er sich aber doch zwei, drei Prozent mehr gewünscht.

Sein erster Anruf ging an diesem Abend nach Neuhemsbach. Er gratulierte der neuen Bürgermeisterin Silke Brunck. Er fand, „es gab einen interessanten Zweikampf“, das sei, auch in der Form, wie er geführt wurde, auf jeden Fall gut für die Demokratie gewesen. Er selbst wollte den Abend mit seinem Wahlhelferteam – „wir haben uns alle nochmal getestet“ – ausklingen lassen und „reflektieren, wie es weitergeht“. Das Ergebnis von verschiedenen Seiten zu interpretieren, sei dabei hilfreich. Der Kommunalpolitik will er aber erst einmal erhalten bleiben. Bruncks Amtszeit beginnt am 1. Juli 2022.

Ergebnisse

VG GESAMT

W: 15.571 WB: 43,2 % (gerundet)

Silke Brunck (SPD)

3414 Stimmen, 51,3 %

Alexander Roth (CDU)

3238 Stimmen, 48,7 %

ENKENBACH-ALSENBORN

W: 5552 WB: 51,5 %

S. Brunck (SPD): 1351 Stimmen, 47,6 %

A. Roth (CDU): 1486 Stimmen, 52,4 %

FISCHBACH

W: 626 WB: 39,3 %

S. Brunck (SPD): 138 Stimmen, 57,5 %

A. Roth (CDU): 102 Stimmen, 42,5 %

FRANKENSTEIN

W: 753 WB: 39,4 %

S. Brunck (SPD): 131 Stimmen, 45,3 %

A. Roth (CDU): 158 Stimmen, 54,7 %

HOCHSPEYER

W: 3625 WB: 34,7 %

S. Brunck (SPD): 618 Stimmen, 49,6 %

A. Roth (CDU): 627 Stimmen, 50,4 %

MEHLINGEN

W: 3032 WB: 38,7 %

S. Brunck (SPD): 622 Stimmen, 54,0 %

A. Roth (CDU): 530 Stimmen, 46,0 %

NEUHEMSBACH

W: 751 WB: 60,1 %

S. Brunck (SPD): 320 Stimmen, 71,9 %

A. Roth (CDU): 125 Stimmen, 28,1 %

SEMBACH

W: 906 WB: 35,7 %

S. Brunck (SPD): 175 Stimmen, 55,0 %

A. Roth (CDU): 143 Stimmen, 45,0 %

WALDLEININGEN

W: 326 WB: 38,96 %

S. Brunck (SPD): 59 Stimmen, 46,8 %

A. Roth (CDU): 67 Stimmen, 53,2 %

W = Wahlberechtigte

WB = Wahlbeteiligung

Alexander Roth (CDU)
Alexander Roth (CDU)
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