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Bahnhofsklo dicht: Wer beim Warten am Landstuhler Bahnhof ein dringendes Bedürfnis verspürte, hatte bis vor kurzem schlechte Kar
Bahnhofsklo dicht: Wer beim Warten am Landstuhler Bahnhof ein dringendes Bedürfnis verspürte, hatte bis vor kurzem schlechte Karten.

Dass die Deutsche Bahn in größeren Bahnhöfen wie Landstuhl für ihre Kunden keine öffentliche Toilette vorhält, ist ein Unding.

Landstuhl ist Schulstadt, Verwaltungssitz mehrerer Behörden und Standort großer Arbeitgeber wie Nardini-Klinikum und Reha Westpfalz, um nur zwei zu nennen: Gerade zu Stoßzeiten herrscht daher Betrieb am Bahnhof, zumal hier nicht nur der Zug aus Kusel, sondern auch die S-Bahn hält, Pendler also auch umsteigen und auf ihren Anschlusszug warten. Dass dabei nicht wenige ein dringendes Bedürfnis plagt, zeigt der Andrang, von dem der Inhaber des Bahnhofskiosks berichtet. Ohne ihn hätten die Fahrgäste das Nachsehen, denn beim öffentlichen WC am Bahnhof standen sie bis vor kurzem vor verschlossener Tür – wegen Vandalismusschäden.

Seit wenigen Tagen sind die drei WCs frisch saniert und wieder in Betrieb. Der Energieriese EON hat sie auf Vordermann gebracht, als Gegenleistung für ein städtisches Grundstück, auf das EON Schnellladesäulen bauen konnte. Kleines Manko dieses Deals: Wer das Stille Örtchen nutzen will, muss eine EC-Karte haben und einen Euro berappen. Wahrlich kein Schnäppchen, aber wenn es pressiert, zu verkraften.

Stadt und EON haben nun zwar für Landstuhl eine Lösung gefunden, aber eigentlich wäre in puncto Toiletten die Bahn in der Pflicht, denn es sind ihre Kunden, die das Stille Örtchen nutzen. Gerade in Zeiten von Zugausfällen und Verspätungen, wenn Menschen länger an Bahnhöfen ausharren müssen, braucht es dort die Möglichkeit, sich zu erleichtern. Die Bahn macht es sich zu einfach, wenn sie auf ihre WCs in Zügen verweist. Wen es beim Warten am Bahnsteig drückt, hat davon erstmal nichts. Wer Bahnfahren attraktiv machen möchte, sollte die Bedürfnisse seiner Kunden nicht ignorieren, sondern ernstnehmen, auch wenn das Geld kostet. In anderen Ländern funktioniert es schließlich auch.

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