Kreis Kaiserslautern Sembacher Rettungshubschrauber: Entscheidung über Verbleib erst 2019
Ob in der Westpfalz dauerhaft ein Rettungshubschrauber für die Region stationiert bleiben wird und welche Organisation diesen zur Verfügung stellt, entscheidet sich wohl frühestens im Frühsommer 2019. Die jetzt vereinbarte Bedarfsprüfung dauere mindestens ein halbes Jahr, berichtete am Montag die für den Rettungsdienst in der Region Kaiserslautern zuständige Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt (CDU) auf RHEINPFALZ-Anfrage von den Ergebnissen des Gesprächs am Freitag im Lauterer Westpfalz-Klinikum.
„Das Gespräch verlief insofern zufriedenstellend, dass der Helikopter nicht abgezogen wurde und die Kassen sich nicht total verweigert haben“, lautet das Fazit von Landrat Ralf Leßmeister (CDU). Gemeinsam mit Heß-Schmidt hatte er mit Vertretern des Innenministeriums, des Westpfalz-Klinikums, der Landkreise Kusel und Donnersberg sowie der Stadt Kaiserslautern, dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes Kaiserslautern und einem Vertreter der Krankenkassen am Freitag bis zum Abend über die Zukunft des Rettungshubschraubers der Johanniter diskutiert, der seit Ende Oktober in Sembach stationiert ist. Wie berichtet, gibt es Ärger, weil die Landesregierung die rettungsdienstliche Versorgung der Region durch die Hubschrauberstandorte in Mainz, Ludwigshafen, Saarbrücken und Gießen für gedeckt hält und keinen Bedarf für die zusätzlichen Luftretter in Sembach sieht. Die Krankenkassen verweisen zudem auf fehlende Verträge, was zu Problemen bei der Kostenübernahme für die Flüge führen könnte.
Argumentation der Krankenkassen stößt auf Unverständnis
„Wir sehen den Bedarf jedoch glasklar! Er ist sogar höher, als wir uns das vorher ausgemalt haben“, betont der Lauterer Landrat und verweist auf die rund 50 Flüge, die der für intensivmedizinische Behandlungen ausgestattete Helikopter der Johanniter seit seiner Stationierung in Sembach Ende Oktober bereits absolviert habe. Auf das zusätzliche Rettungsmittel vor Ort zu verzichten und wie bisher Hubschrauber von anderen Stationierungsorten anzufordern, bedeute im Notfall einen deutlichen Zeitverlust, sagt Heß-Schmidt. Für den Kreisvorstand steht fest: „Wir werden dafür kämpfen, dass unsere Bürger hier ebenso schnell versorgt werden wie andernorts.“ Kein Verständnis hat Leßmeister für die Argumentation der Krankenkassen: Im Notfall müsste diese die Flüge der Rettungshubschrauber finanzieren, ob diese nun von Sembach oder etwa von Ludwigshafen aus starteten. „Der Helikopter wird dabei nach Flugminuten bezahlt.“ Mithin könnte ein Anflug aus Sembach sogar günstiger ausfallen, da – so der Landrat – der rot-weiße Hubschrauber der Johanniter zwar technisch besser ausgestattet sei als die gelben „Helis“ des ADAC, aber trotzdem pro Minute nicht mehr koste.
Bessere Ausstattung
In dem Gespräch am Freitag sei das Innenministerium bei seiner bisherigen Haltung geblieben, habe aber einer objektiven Bedarfsprüfung zugestimmt, berichtet Heß-Schmidt: Die Kassen bezahlten die Johanniter für einen Monat, parallel werde der jetzige Probebetrieb kurzfristig ausgeschrieben. „Der Probebetrieb wird mindestens ein halbes Jahr dauern. Die in dieser Zeit gesammelten Daten führen zu einem Gutachten.“ Sollte dieses positiv ausfallen und einen Bedarf dokumentieren, werde europaweit ausgeschrieben, denn dies sei Voraussetzung für die Genehmigung. „Bewerben könnten sich dann alle, auch die Johanniter“, beschreibt Leßmeister das weitere Vorgehen. Nach seiner Einschätzung hätten diese sogar gewisse Vorteile gegenüber Mitbewerbern, weil die Ausstattung ihres Hubschraubers besser sei. „Von Seiten des Landkreises haben wir keine Präferenzen. Aber uns wäre schon daran gelegen, den technischen Standard, den wir jetzt in Sembach haben, nicht zu verlieren.“ Letztendlich entscheide aber das Land.
