Sembach RHEINPFALZ Plus Artikel Sembach: Fichtenbestände sind Sorgenkind im Gemeindewald

An Baumrinden gut zu erkennen sind die Schäden, die der Borkenkäfer hinterlässt.
An Baumrinden gut zu erkennen sind die Schäden, die der Borkenkäfer hinterlässt.

Von einer explosionsartigen Ausbreitung des Borkenkäfers in den schwächelnden Nadelgehölzen berichtete Revierleiter Thomas Breier den Sembacher Ratsmitgliedern am Donnerstagabend. Wirtschaftlich werde es deswegen sicherlich Einbußen geben. Andererseits könnten die entstehenden Kahlflächen aber mit robusten und edlen Laubbeständen dem Gemeindewald einen ganz neuen Wert verleihen.

„Die langen Vegetationsperioden der letzten Jahre mit 15 Grad bis in den November hinein sind ideal für den Borkenkäfer“, stellte der Mann vom Forstamt Otterberg fest. Millionenfach vermehre sich der Käfer – und diese Schäden seien im Gemeindewald jetzt weithin sichtbar. Sechs bis sieben Hektar seien angegriffen. Deswegen müssten 250 bis 300 Festmeter Holz geschlagen werden. Unter früheren normalen Umständen seien Erlöse von 80 bis 95 Euro pro Einheit zu erzielen gewesen, heute vielleicht noch 20 Euro. Holz dieser Art komme nämlich wegen vergleichbarer Wetterbedingungen massenhaft auf den Markt.

„Für den Sembacher Gemeindewald ist diese Entwicklung ein wirtschaftliches Desaster, weil es sich hier auch noch um relativ schwaches Fichtenholz handelt.“ In dieser Situation stelle sich die Frage nach einer ökonomisch sinnvollen Aufarbeitung. Er schlage den Einsatz eines Harvesters vor. Die Firma, die er dafür im Auge habe, könne die Aufgabe in vier bis sechs Wochen erledigen. Das Holz müsse aus dem Wald herausgeholt werden, solange der Käfer noch tätig sei. Ein Teil gehe als Industrieholz durch, ein anderer sollte als Brennholz vermarktet werden.

Was passiert mit den freigewordenen Flächen?

Des Weiteren stelle sich die Frage, wie mit den entstehenden freien Flächen umgegangen werden soll. Breier schlug vor, einen Teil davon völlig unberührt zu lassen. Es sei dann eine spannende Sache, wie die Natur dort eine ganz urwüchsige Verjüngung im Forst vornehme. Auf dem größeren Areal plane er die Aufforstung in Form sogenannter „Klumpen“. Das seien überschaubare Flächen mit Raum für junge Traubeneichen und Edelkastanien. Am Rande könnten Linden gesetzt werden. Wenn sich dann eine natürliche Verjüngung außenrum mit Birken und Lärchen ergebe, könne ein schönes Waldbild entstehen.

Für die Aufforstung schlug er vor, Freiwillige, Schulklassen oder auch Kitas an der Pflanzaktion zu beteiligen. In Mehlingen sei so etwas für den November geplant. Eine formelle Abstimmung über die Planungen des Forstmanns fand am Donnerstagabend nicht statt.

Zu Beginn der Ratssitzung erklärte Ortsbürgermeister Fritz Hack (SPD), dass im Bebauungsplan „Pariser Hof“ die Anlage einer neuen Straße vorgesehen sei. Sie zweige im westlichen Teil des Baugebietes von der Hauptstraße ab und münde im Süden in die Birkenstraße. Sie führe also parallel zur Marktstraße. Hack schlug vor, die Trasse „Pariser Hof“ zu nennen, um diesen alten Begriff im Ort zu erhalten. Dies fand im Rat einhellige Zustimmung.

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