Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Sembach: Der Gospelchor „Go Spirit“ gibt bei seinem allerletzten Konzert noch mal alles

War einst der erste Gospelchor im Landkreis: Nun ist „Go Spirit“ bald Geschichte, denn die Formation löst sich zum Jahresende au
War einst der erste Gospelchor im Landkreis: Nun ist »Go Spirit« bald Geschichte, denn die Formation löst sich zum Jahresende auf. Foto: VIEW

Sein letztes Konzert gab der Gospel- und Spiritualchor „Go Spirit“ aus Trippstadt. Im voll besetzten mennonitischen Gemeindezentrum Sembach zog er am Sonntag noch einmal alle Register.

Als erster Gospelchor im Landkreis Kaiserslautern wurde „Go Spirit“ 1987 gegründet. Mit christlich religiösen Liedern, die ihren Ursprung in Sklavenarbeit und Rassentrennung hatten, wagte er sich vor 32 Jahren in ein neues Genre. Viele Vereine taten es „Go Spirit“ damals nach, aber nur wenige mit derselben Authentizität. Vor zwei Jahren noch feierte der Chor mit zahlreichen Auftritten das 30-jährige Bestehen. Krankheit, Nachwuchsmangel, die Scheu davor, sich fest an einen Chor zu binden, und zeitliche Probleme waren nach Angaben des zweiten Vorsitzenden Dominik Leis letztlich die Gründe für das Ende: „Wie bei vielen Vereinen. Schade!“

„I’m so glad, Jesus lives in me“ tönte es aus dem Vorraum, aus dem 13 Choristen in ihre charakteristischen lilafarbenen Roben gehüllt zur Bühne schritten. In bestem Englisch sang der gemischte Chor. Für Übersetzungen sorgten Ute Harris und Angelika Brenner. „Dies ist keine Show. Gospel kommt vom Herzen“, unterstrich auch Frontmann und Chorleiter Jerome Harris die Präsentation des Liedguts. Eine Botschaft, die man rauslassen müsse mit Singen, Klatschen und Bewegung – und eine Aufforderung, der das Publikum nach dem Ruf-und-Antwort-Prinzip vom ersten Ton an gerne folgte. Zeitgenössische Gospelmusik, Negro- und Country-Spirituals wie „Soon and very soon“, „Kumbaya, my lord“, „Jesus on the mainstreet“ und „This little light of mine“ beinhaltete der Anfangsteil.

Das Publikum wurde miteinbezogen

Mit starker Stimme, Tamburin und Bongotrommeln heizte Vorsänger Harris die Stimmung an. Immer packender, fast ekstatisch wurde der Chorgesang. Begeisterte „Holy“-, „Halleluja“- und „Amen“-Rufe waren die Antwort eines mitgehenden Publikums. Mit modernen Lobpreisliedern und offenen Herzen ging es weiter. Dem Gospel-Pop „People get ready“ lieh Michaela Kaltenthaler ihre Solistenstimme. Ein „Glory, glory, hallelujah“ gab es dafür obendrauf. Als Trio fanden sich im Evangeliumslied „Eye on the sparrow“ Ute Druck, Angelika Brenner und Michaela Kaltenthaler zusammen. „Every time I feel the spirit“ nahm rhythmisch und gesanglich wieder alle mit.

Tiefer Bassgesang prägte das Spiritual „Go down, Moses“. Bassig, im Wechsel mit Vorsänger Jerome Harris und mit den Tenorsolisten Dominik Leis und Mark Redd, wurde „Precious Lord“ gestaltet. Die Rhythmustrommeln zu „The spirit of the Lord“ schlug eine Zuhörerin, wie überhaupt die Einbeziehung der Zuhörer Teil des ganzen Konzepts von „Go Spirit“ war. „Cry your last tear“, „Going up yonder“ und „Joshua fought the battle of Jericho“ erklangen.

Erinnerungen weckte noch einmal Dominik Leis’ Schlussrede. Als „Küken“ sei er vom Chor herzlich aufgenommen worden. Geschichte geschrieben habe der Chor mit Auftritten bei der Bundesgartenschau, mit der Sängerin Kathy Kelly, im Dom zu Mainz und mit CD-Aufnahmen. Bewegte Jahre seien das gewesen. In über 185 Konzerten habe „Go Spirit“ seine Musik einem großen Publikum näherbringen können. Zum Freund und Lehrer sei in den vergangenen zwölf Jahren seines Wirkens der Musiker, Sänger und Dirigent Jerome Harris geworden. Gefordert und gefördert habe er den Chor und dabei Echtheit, Leidenschaft und viel Gefühl mitgebracht. „Für all das sind wir dankbar.“

Drei Zugaben gab es vor stehendem Publikum – „Oh happy day“ zum Schluss.

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