Ramstein-Miesenbach
Seit 30 Jahren gibt es perfekt passende Unterwäsche bei La Donna
Unterwäsche, insbesondere der Kauf von Büstenhaltern, ist für viele Frauen ein sehr sensibles Thema. Manuela Keller versucht mit viel Fingerspitzengefühl auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kundin einzugehen. „Manche laufen während der Anprobe im Laden herum, andere kommen erst gar nicht aus der Kabine“, schildert sie die Unterschiede im Umgang mit der persönlichen Intimsphäre. Von Größe 65A bis 130N könne für jede Frau der passende BH gefunden werden.
„Gerade Frauen mit schwerem Busen hatten schon tiefe, und zum Teil auch blutige Einkerbungen in den Schultern. Das kommt oft von den Trägern der Billig-BHs“, meint Keller. Sie habe schon Frauen erlebt, die so glücklich waren, endlich einen passenden BH gefunden zu haben, dass sie mit Tränen in den Augen die Ankleidekabine verlassen hätten. Auch nach Brust-Operationen könne bei ihr das passende Modell gefunden werden. Sonderanfertigungen würden maßgeschneidert genäht. „Ein Büstenhalter ist das am schwierigsten und am längsten zu nähende Bekleidungsstück überhaupt“, so die Geschäftsinhaberin. Professionelles Vermessen ist hier noch Handarbeit. Mit einem Maßband erfasse man den Umfang des Oberkörpers und den Brustumfang. Für jede Kundin werde ein Konto mit diesen Daten angelegt.
Männer kommen eher selten
Von Damenunterwäsche, Bademode, Lingerie, Lounge und Nightwear, über Strumpfmode bis hin zu einem kleinen, aber feinen Herrensortiment wird hier jeder fündig. Apropos Herren. Was interessiert diese Käufergruppe in einem Unterwäschegeschäft? „Männer besuchen das Geschäft eher selten. Und wenn, dann höchstens jüngere unter 40“, berichtet Keller. Bei den älteren Herren der Schöpfung „sind es klassischerweise, wie in früheren Zeiten, meistens die Frauen, die ihren Männern die Unterwäsche kaufen“.
Die Hauptzielgruppe des La Donna sind „Mädchen und Frauen von zehn bis 90 Jahre“, so die Chefin. Ausgefallene Wünsche nach erotischen Dessous gebe es zwar auch, aber „wir sind kein Sex-Shop“, betont die Inhaberin. Auch zahlreiche amerikanische Kundinnen fänden den Weg ins La Donna. Eine Besonderheit sei hier Shapewear, also figurformende Wäsche.
Tochter Melanie Kaup und drei weitere Mitarbeiterinnen unterstützen Manuela Keller bei der Arbeit. Und dann ist da auch noch Martin Schneider, der Lebensgefährte der Geschäftsinhaberin. Schneider fährt auf Wunsch ein Promotion-Auto bis zur Haustür der Kunden. In dem eigens für den besonderen Zweck ausgebauten Fahrzeug kann das Vermessen stattfinden und die passende Unterwäsche ausgesucht werden. Auch für Modenschauen findet es Verwendung.
Mehrfach mit hochkarätigen Preisen von Dessous-Herstellern und Fachmagazinen prämiert, gehört das La Donna zu den besten Dessous-Fachgeschäften Deutschlands. Trotz des corona-bedingten Lockdowns seit dem 16. Dezember kann die Ware nach telefonischer Beratung an der Tür des Geschäfts abgeholt werden. Ebenso sei es möglich, Gutscheine abzuholen oder per Post zu erhalten. Nach wie vor ist Manuela Keller im La Donna zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar.
„Wir gehen kaputt“
Richtig wütend wird die 57-Jährige, wenn es um die Geschäftsschließungen wegen Corona geht. „Alles wird rosarot geredet und ist überhaupt nicht wahr. Wir kriegen keine Unterstützung vom deutschen Staat.“ Keller beklagt, dass Fachgeschäfte, die die Hygienevorgaben problemlos einhalten könnten, im Dezember schließen mussten, wogegen Vollsortimenter und Discounter mit wesentlich höherer Kundenfrequenz oft nicht nur die Versorgung des täglichen Bedarfs absicherten, sondern alle Warengruppen anböten. „Wir gehen kaputt und die anderen machen auf unsere Kosten das große Geschäft. Nicht mehr lange, dann müsse sie auf ihre Ersparnisse zurückgreifen. „An den Rücklagen hängt auch meine Rente dran“, bangt Manuela Keller nicht alleine um ihre geschäftliche Existenz.