Kreis Kaiserslautern Seelsorger und Bauherr

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Ein Vierteljahrhundert wirkte er als katholischer Pfarrer und Seelsorger in der Sickingenstadt, zuletzt sogar als Dekan des Landkapitels. Als er aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand trat, ernannte ihn die Stadt zum Ehrenbürger. Dabei durchlief Moll in seinen Anfängen ein langes Wanderleben. Das „Handbuch des Bistums Speyer“ nennt insgesamt zehn Pfarreien, in denen er seinen Dienst versah.

Otto Moll wurde am 1. Juni 1907 in St. Martin geboren und hatte neun Geschwister. Nach dem Besuch von Volksschule und Gymnasium studierte er in München Theologie und Philosophie. Er wurde 1933 zum Priester geweiht, sein Weg führte ihn von der Vorderpfalz in den Westrich. Stationen seines geistlichen Wirkens waren Ludwigshafen, Landau, Deidesheim, Kaiserslautern, Kusel, Höchen und Duttweiler. Am 1. November 1945 trat Moll die Pfarrstelle in Landstuhl an. Neben seiner vielfältigen seelsorgerischen Tätigkeit in der notvollen Nachkriegszeit entfaltete er eine rege Bautätigkeit. Er ließ zunächst die Pfarrkirche St. Andreas gründlich renovieren, wobei die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten waren. 1952/53 verwirklichte er ein Vorhaben, nach dem die Katholiken Landstuhls in den Schrecken des Zweiten Weltkrieges gelobt hatten, auf der Atzel eine Marienkapelle zu errichten. Schon im Jahr darauf begann Moll mit dem Bau der Heilig-Geist-Kirche, um den zahlreichen Gläubigen den Besuch der Gottesdienste zu ermöglichen. Als das Gotteshaus 1955 fertiggestellt war, kam wenige Jahre danach ein neues Pfarrhaus hinzu. In dem inzwischen entstandenen Stadtteil Atzel folgten ein Kindergarten, die neue Pfarrkirche St. Markus und ebenso ein Pfarrhaus, an deren Verwirklichung er maßgebend beteiligt war. 1954 wurde Moll von seinen Amtsbrüdern zum Dekan gewählt. Als ein von der neueren Theologie geprägter Geistlicher bildete er viele Kapläne aus. Lange vor dem Konzil war er ein guter Demokrat, der viel von der Freiheit eines Christenmenschen und der Mitarbeit der Gemeinde hielt. Mit den evangelischen Christen pflegte er eine gute Nachbarschaft, mit dem protestantischen Pfarrer Dauber war er freundschaftlich verbunden. 1970 ließ sich Moll nach 25-jähriger Tätigkeit in der Sickingenstadt pensionieren. Der Geistliche Rat lebte fortan in seinem Geburtsort in der Vorderpfalz. Otto Moll starb am 18. Januar 1979 in Landau und wurde in St. Martin beigesetzt. Einer seiner Kapläne bezeichnete ihn in einem Nachruf als einen „menschenfreundlichen Mann, der gelebt hat, was er predigte, und geliebt hat, was ihm anvertraut war“. Moll hatte nicht nur die von seinem Vorgänger Julius Konrad verfasste Landstuhler Kirchengeschichte herausgegeben, sondern durch sein segensreiches Wirken selbst hiesige Kirchengeschichte geschrieben. (khs)

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