Kreis Kaiserslautern Schwarze Läuse und rote Schnecken

Blattläuse, Schnecken und Pilzbefall machen den Gartenliebhabern in Stadt und Landkreis derzeit arg zu schaffen. Auch Rasen, der partout nicht gedeihen will, zählt zu den Sorgenkindern der Hobbygärtner, die gestern in rekordverdächtiger Anzahl bei der RHEINPFALZ-Gartensprechstunde Rat und Hilfe suchten. Die häufigsten Fragen musste Pflanzendoktorin Sabine Günther jedoch zum Agapanthus (Schmucklilie) beantworten, der an ihrem Arbeitsplatz in der Stadtgärtnerei Landstuhl in voller Blüte steht und dessen Foto in der RHEINPFALZ veröffentlicht wurde.
Der Agapanthus der Stadtgärtnerei hat im Gewächshaus überwintert, erläutert Sabine Günther, wieso ihre Schmucklilie einen Entwicklungsvorsprung aufweist. Sie rät den frustrierten Agapanthus-Besitzern zur Geduld: Man muss den Pflanzen Zeit geben. Wenn die Überwinterung zu warm ausfiel, was nach dem milden Winter möglich ist, kann es zu Blühunwilligkeit kommen. Bei Austriebsbeginn muss der Agapanthus gleichmäßig gewässert und wöchentlich gedüngt werden. Dies gilt besonders, wenn ausschließlich mit Regenwasser gegossen wird. Am wohlsten fühlt sich die Schmucklilie in der vollen Sonne und in einem engen Topf, der völlig durchwurzelt ist. Man sollte ihn selten umtopfen, denn im darauf folgenden Jahr blüht er nicht. Die Blüten sollten vor der Samenreife oben am Stängel gekappt werden, sonst geht er geschwächt in den Winter. Die extreme Trockenheit der vergangenen Wochen, gefolgt von den Regenmassen der vergangenen Tage haben vielen Pflanzen stark zugesetzt. Bäume werfen ihre Blätter ab, um die Verdunstungsfläche zu verringern. Auch die Blüten kosten Kraft, so dass die Felsenbirne vielleicht deshalb einen Teil ihrer Blätter abstößt. Günthers Tipp: Intensiv wässern. Die Felsenbirne ist ein Flachwurzler: Damit die feinen Wurzeln genug Feuchtigkeit erhalten, müssen zwei bis drei Quadratmeter rund um den Stamm ebenfalls gegossen werden. Empfehlenswert ist ein Drainagerohr, das rund um den Stamm eingegraben wird und über das dann gegossen werden kann. Von den Ameisen wegen des Honigtaus geschützt, fühlt sich die schwarze Blattlaus derzeit so wohl, dass sie lebend gebärt und daher in wahren Massen auftritt. Das Öl des Neembaums, das in dem Mittel Neemazal enthalten ist, wirkt gut gegen diese besonders widerstandsfähige Lausart. Am besten spritzt man damit bereits im Frühjahr, sobald die ersten Läuse auftauchen, und wiederholt die Prozedur nach 14 Tagen. Bei starkem Befall sollten die betroffenen Zweige zurückgeschnitten werden. Wichtig ist auch, die Ameisen einzudämmen. Den Baumstamm mit Kalkfarbe einzupinseln, könnte helfen. Feigen brauchen kontinuierlich über Wochen mindestens 18 bis 22 Grad, damit sie richtig gedeihen. Bei uns in der Westpfalz gibt es zu viele Temperaturschwankungen, daher ist die Region für Feigen nicht wirklich geeignet. Zu den Erdbeeren: Viele Leute entdecken jetzt beim Rückschnitt Schimmelbefall: Dieser Grauschimmel wird durch die Nässe begünstigt und ist gefährlich für die Pflanze, denn er dringt in den Wurzelhals ein und die Erdbeere stirbt ab. Daher müssen befallene Blätter ausgeputzt werden, bevor der Schimmel die Wurzeln erreicht. Präventiv sollte man schon beim Pflanzen auf ausreichenden Abstand achten. Durch Entfernen der Blätter kann man auch später noch für eine Belüftung zwischen den Pflanzen sorgen. Wichtig ist auch, die Erdbeeren nicht von oben übers Blatt zu wässern. Auch das begünstigt den Schimmel. Auf jeden Fall! Allerdings halten die meisten Küchenkräuter nicht so lange durch wie etwa Geranien. An Schnittlauch und Petersilie dürfte man im Kasten so etwa zwei Monate lang seine Freude haben. Ausdauernd ist dagegen Rosmarin, der auch überwintert werden kann. Generell gilt: Kräuter sollten in TKS-Substrat, nicht in hoch aufgedüngte Blumenerde gesetzt werden. Die befallene Rinde der Fichte sollte mit Seifenlauge eingespritzt und abgebürstet werden. Wenn es jetzt wieder heiß wird, erledigt sich das Schimmelproblem vielleicht auch von ganz allein. Wenn Kletterrosen nicht blühen, kann es sich dabei um Wildtriebe handeln, die unterhalb der Veredelungsstelle herauswachsen. Sie sollten abgeschnitten oder herausgerissen werden. Rollrasen wird von hochwertigem Boden abgeschabt. Wenn er dann, wie im Garten von Familie Baumann, auf mageren Waldboden kommt, kann das nicht funktionieren. Hier müsste etwa 20 Zentimeter Boden aufgefüllt werden, damit der Rasen wächst. Eine schöne Alternative wäre eine Wildwiese, die viele Schmetterlinge und andere Insekten anlockt. Sie kann einfach ausgesät werden. Auf die Frage von Rolf Schuff antwortet Sabine Günther: Es gibt Fachleute, die Rollrasen auf bereits bestehenden verlegen. Amateuren würde ich raten, die alte Rasennarbe zu entfernen, die Fläche abzuwalzen, zu wässern und dann den neuen Rollrasen aufzubringen. Günstig ist bewölktes Wetter mit weniger als 25 Grad. Morgens und abends muss gewässert werden. Gedüngt wird erst, wenn der Rasen angewachsen ist, sonst verbrennen die Wurzeln. Die Löcher verursacht der Haselnussbohrer, ein Rüsselkäfer, der seine Eier in die unfertigen Früchte legt und in Gespinsthöhlen im Boden unter dem Baum überwintert. Eine Bekämpfung ist leider nicht möglich, denn es gibt kein spezielles Mittel. Eine Möglichkeit, den Raupenbefall einzudämmen, ist der Rückschnitt befallener Stellen (Zweige nicht auf den Kompost werfen). Außerdem kann man versuchen, die Gespinsthöhlen durch ein Auflockern des Bodens zu zerstören und den Käfer so zu vertreiben. Im Frühjahr die Knospen auszubrechen, ist eine Möglichkeit. Schneiden sollte man die Koniferen erst im Oktober/November, wenn es kühler ist. Dabei müsste es sich um die Rhododendronwanze handeln, die mit Pflanzenschutzmittel gegen saugende und beißende Insekten bekämpft werden kann. Spritzung nach einer Woche wiederholen! Wenn Stockrosen viel Wasser von oben bekommen, werden sie häufig von Rostpilzen befallen. Befallene Blätter müssen weg. Wenn die Sonne wieder stärker scheint, dürfte sich das Problem erledigt haben. Leider nichts, denn die Blütenbildung ist bei Hortensien bereits im Frühjahr abgeschlossen. Trotz fehlender Blüten sollten die Ballenstöcke aber über Sommer weiter gedüngt werden. Manchmal hilft Backpulver gegen Ameisen. Am besten ist es aber, die Nester aufzuspüren und dort sehr heißes Wasser oder spezielle Ameisenmittel auszubringen. Zu kaufen gibt es auch Ameisenköder. Um Schnecken zu „fangen“, legt man ein feuchtes, morsches Brett in den Garten. Darunter verstecken sie sich tagsüber und können so beseitigt oder mit Salz bestreut und getötet werden. Man kann auch Tagetes als „Ablenkfütterung“ pflanzen. Die Pflanze verbraucht die Energie für diese wenigen Früchte. Wenn man diese Zitronen abmacht und in größeren Abständen düngt, müsste die Pflanze weitere Früchte ansetzen. Bei frischem Schnitt sind die Pflanzen empfindlich gegen Sonnenbrand. Deshalb sollten sie mit weißem oder cremefarbenen Baumwoll- oder Schattiergewebe abgedeckt werden. Wegen des extremen Wetterunterschieds zu vergangener Woche sollten die Tomaten nun zwischen 11 Uhr und 18 Uhr schattiert werden. Morgens oder auch nachts, wenn es kühl ist, gut lüften. Bei heißem Wetter kann man auch den ganzen Tag auf lassen. (oef)