Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Schutz vor Überschwemmung: Kanal wird ausgebaut

Imposante Bauwerke unter der Erde: Fast zwei Millionen Euro werden in Ramstein-Miesenbach in den Ausbau des Kanalwerks investier
Imposante Bauwerke unter der Erde: Fast zwei Millionen Euro werden in Ramstein-Miesenbach in den Ausbau des Kanalwerks investiert. Ziel ist es, eine Überschwemmung der Straßen bei Starkregen zu verhindern.

Um die Situation bei Starkregen vor allem in der Bahnhofstraße zu verbessern, führt das Kanalwerk der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach im Stadtteil Ramstein zurzeit Arbeiten am Kanal durch. Die Maßnahme soll 1,9 Millionen Euro kosten.

In der Vergangenheit hatte es bei Regen in der Bahnhofstraße in Ramstein mehrfach Überschwemmungen gegeben. Deshalb baut das Kanalwerk jetzt einen neuen Entlastungskanal aus dem Mischwasserkanalnetz zum Mohrbach. Dabei seien imposante Bauwerke unter der Erde geplant: Ein sogenanntes Absturzbauwerk und ein Regenüberlauf, erklärt Steffen Harth, der Leiter des Kanalwerks. Wenn diese fertiggestellt sind, werde das Regenwasser in den Überlauf geleitet, von wo aus es in das tieferliegende Absturzbauwerk gelangt, um anschließend unter den Bahngleisen hindurch in neu verlegten Rohren letztlich in ein Entleerungsbecken zu fließen. Dort steigt der Wasserspiegel wieder an, das Wasser fließt anschließend in den Mohrbach ab.

Insgesamt 13 drei Meter lange Rohre

„Beides dient zum einen der definierten und optimierten Einleitung von Schmutzfracht ins Gewässer und zum anderen dazu, die Bereiche Bahnhofstraße und Schulstraße im Stadtteil Ramstein bei Starkregenereignissen zu entlasten“, sagt Harth. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen. Nachdem in der Flurstraße bereits der Ablauf zum Mohrbach gebaut ist, werden nun die beiden riesigen Schächte miteinander verbunden.

„Das Verfahren ist beeindruckend und erinnert stark an einen ,Tunnelbau’“, meinte Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) bei einer Baustellenbesichtigung. Wie Harth erläuterte, sind insgesamt 13 drei Meter lange Rohre, die extra dafür gefertigt wurden, unter der Bahnlinie eingebaut worden. Die Stahlbetonrohre haben einen Innendurchmesser von 1,2 Metern. Der Bohrer fräst hierzu immer nur ein Teilstück aus dem Boden. Das sei wichtig, damit sich der Gleiskörper nicht absenke. „Das ist wahrhaftig eine sagenhafte Technik“, zeigte sich der Leiter des Kanalwerks begeistert. Insgesamt sind es 39 Meter Kanalleitung, die in die gebohrte „Höhle“ in einer Tiefe von sieben Metern eingebaut wurden.

Weitere Arbeiten am Kanalnetz waren auch in der Talstraße und Wiesenstraße erforderlich. Die Gesamtkosten für die Tiefbaumaßnahmen belaufen sich auf insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Die Maßnahme werde mit einem zinslosen Darlehen vom Land gefördert, so der Werkleiter.

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