Kreis Kaiserslautern Schulrektor und Heimatforscher

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Von Haus aus war er Lehrer an verschiedenen Schulen, einer größeren Öffentlichkeit wurde er jedoch als Heimatforscher bekannt. Alfons Bold, ein Stammgast in der Landesbibliothek und im Landesarchiv, erkundete die geschichtliche Vergangenheit der Pfalz. Bei seinen Recherchen begab er sich außerdem an den Ort und die Stelle des Geschehens. Die Ergebnisse seiner Arbeit veröffentlichte er in zahlreichen Abhandlungen, die sich durch profunde Kenntnisse auszeichneten.

Alfons Bold wurde am 5. August 1896 in Reichenbach geboren. Nach dem Besuch des Lehrerseminars unterrichtete er zunächst in verschiedenen westpfälzischen Orten und wirkte zuletzt als Rektor in Deidesheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er 1946 aus französischer Gefangenschaft zurück. In seinen letzten Jahren lebte er in Speyer, wo er einst seine Frau kennengelernt hatte. Die heimatkundlichen Veröffentlichungen von Alfons Bold erschienen in den 1950er Jahren in Zeitungen und Zeitschriften: in der „Pfälzer Heimat“, den „Pfälzischen Heimatblättern“ und den „Mitteilungen des Historischen Vereins“. Bolds erschienene Artikel und Aufsätze hatten dabei drei thematische Schwerpunkte: die hiesige Landesgeschichte, die Familie der Sickinger und die Reichsstadt Speyer. Bold stellte das mittelalterliche Höferecht an pfälzischen Beispielen dar und erörterte alte Besitzverhältnisse, er beschrieb einen ehrwürdigen Klosterhof im Glantal und untersuchte Chronogramme in Pfälzer Kirchenbüchern. Der Heimatforscher schilderte den Kampf um die Wasserrechte von Speyer- und Rehbach, porträtierte Vogelweh und Einsiedlerhof, stellte einheimische Mühlen vor und beschäftigte sich mit der Entwicklung des Bierbrauens. Als Freund lokaler Geschichte befasste sich Alfons Bold in besonderer Weise mit Franz von Sickingen. Er würdigte kritisch die historischen Quellen über das Begräbnis des Ritters und den Verbleib seiner Gebeine. Er berichtete über die Privatfehde zwischen den Sickingern und den von der Leyen, ging schließlich dem mysteriösen Schicksal des Sickinger Archivs und seinem heutigen Bestand nach. Als in Speyer die Altstadt baulich verändert wurde, machte sich Bold zum Anwalt der Denkmalpflege, setzte sich mit Behörden und Firmen auseinander, vertrat seine Ansichten leidenschaftlich in der Presse. Als letzte Aufgabe hatte er sich eine Geschichte alter Speyerer Häuser und Plätze vorgenommen. Er konnte diese Arbeit leider nicht mehr vollenden. Im Alter von knapp 60 Jahren erlag er am 16. Februar 1956 einem heimtückischen Leiden. |khs

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