Kreis Kaiserslautern Schnuppi fühlt sich an wie Watte

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In der Mehrzweckhalle in Kindsbach findet heute und morgen die diesjährige Kaninchenschau des Kreisverbandes Westpfalz statt. Die Kindsbacher Grundschüler durften gestern schon zu den Kaninchen und hatten ihren Spaß.

498 Kaninchen sitzen in den Käfigen, die Pflicht liegt hinter ihnen. Die Wertungsrichter sind durch, die Besten prämiert, die Vereinsmeister gekürt. Jetzt folgt die Kür: Die Kinder kommen. Aufgeregt fröhliche Stimmen kündigen die ersten drei Schulklassen in der Halle an. Mit gewagten Bocksprüngen, sich kräuselnden Nasen und wackelnden Riesenohren scheinen die Kaninchen die Kinder zu begrüßen. Kaninchen ist aber nicht gleich Kaninchen. Da gibt es herrliche Schecken, die ein bisschen an Dalmatinerhunde mit schwarzen Ohren erinnern. Es gibt durch und durch blaue Tiere, weiße mit roten und mit blauen Augen und es gibt feuerrote Exemplare. Es ist eben eine bunte Truppe, die da in den Käfigen sitzt. Aber auch sonst unterscheiden sich die unterschiedlichen Rassen zum Teil recht deutlich voneinander. Da tummeln sich große und kleine Tiere, solche mit Ramsnase und solche mit fleischig hängenden Ohren. Während die einen Männchen vor den Kindern machen, um ein klein wenig an der Tannendekoration zu knabbern, wollen andere offensichtlich nicht gesehen werden, stecken den Kopf unters Stroh und verharren starr. Sehr zur Freude von Hannah. „Der gräbt sich ein“, hat sie einen Abtaucher entdeckt. Hannah ist sozusagen vom Fach. „Ich habe daheim zwei Kaninchen, die heißen Wölkchen und Flöckchen“, berichtet die Siebenjährige stolz. „Wie heißen die Kaninchen hier denn“, will ein Schüler wissen. Karl-Heinz Schöpp vom Kreiskaninchenzüchterverband Westpfalz und Alwin Scheithe, Vorsitzender der Kindsbacher Kaninchenzüchter, nehmen sich viel Zeit, beantworten alle Fragen, nur mit Namen, damit können sie nicht dienen. „Bestimmt haben die Tiere unserer Jungzüchter auch mal einen Namen, aber alle Zuchttiere haben eine Nummer im Ohr“, beschreibt Schöpp die Kaninchenzucht-Realität. Macht nichts, beim Rundgang vergeben die Jungs und Mädels einfach wohlklingende Namen wie „Schlappi“, „Boxer“ oder „Schnuppi“. Gleich vorne in den ersten Käfigen sitzen wahre Brummer. Die Deutschen Riesen, eine Kaninchenrasse, die es locker auf über zehn Kilo Gewicht bringt, beeindrucken. „Hol doch mal so einen Großen aus dem Käfig!“ Die Aufforderung geht an Alwin Scheithe. Macht er aber nicht. Er holt ein weißes „Oh, ist das kuschelig. Fühlt sich an wie Watte“, mal ein schwarzes „Der will mich beißen“, ein graues „das ist aber lieb“ und ein Kaninchen wie aus Samt und Seide aus den Käfigen, um es vor den Kindern auf den Tisch zu setzten. Das Samtige, ein Zwerg-Castor-Rex, zappelt und schaut mit großen Kulleraugen durchdringend, lässt sich dann aber doch streicheln. Mit fast 500 ausgestellten Tieren stellt die Kreisschau in diesem Jahr einen Rekord auf. „Es wären noch mehr Kaninchen geworden, einige Züchter sind leider krank“, bedauert Karl-Heinz Schöpp. Das Plus an ausgestellten Kaninchen geht nicht unmittelbar auf einen Züchteranstieg zurück, sondern eher auf einen kreisübergreifenden Zusammenschluss der Züchter in den Kreisverband Westpfalz. Der Verband feiert im nächsten Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Dann vielleicht mit über 500 ausgestellten Kaninchen. Info: Die Kaninchenschau ist heute bis 18 Uhr und morgen bis 17 geöffnet. Der Kreisverband Kaninchenzüchter Westpfalz zeigt eine große Bandbreite der Kaninchenrassen. Vom Chinchilla über Havanna, Widder, Alaska, Rexe, Russen bis hin zu den Wienerkaninchen sind viele Farbschläge und Größen zu sehen. Vereinsmeister wurde diesmal der Ortsverein Schönenberg-Kübelberg vor Kindsbach und Queidersbach. |thea

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