Kreis Kaiserslautern Ruhige Taktgeberin mit Ausdauer

Seit diesem Schulhalbjahr leitet sie die IGS Enkenbach-Alsenborn: Stephanie Dojani. Die Chemie- und Biologielehrerin fühlt sich
Seit diesem Schulhalbjahr leitet sie die IGS Enkenbach-Alsenborn: Stephanie Dojani. Die Chemie- und Biologielehrerin fühlt sich schon sehr gut aufgenommen.

Den nötigen langen Atem und den kreativen Geist für den Job hat sie – dies beides bringt sie durch ihre Hobbys mit. Die fachliche Kompetenz ist klar – die hat sie schon als Stellvertreterin in ihrer alten Schule bewiesen: Seit 1. Februar ist Stephanie Dojani Schulleiterin der Integrierten Gesamtschule Enkenbach-Alsenborn.

Sie ist keine Frau der großen Gesten, keine Frau der lauten Worte. Wenn sie spricht, bleiben ihre Hände ebenso ruhig wie ihre Stimme. Sie weiß, dass sie keinen großen Wirbel machen muss, um wahr- und ernst genommen zu werden. Die innere Ruhe, die sie ausstrahlt, war sicher in den ersten drei Wochen an ihrer neuen Wirkungsstätte hilfreich. Denn „die waren turbulent“, sagt sie, „aber superschön!“ Von allen Seiten sei sie überaus herzlich empfangen worden, mit Blumen und vielen netten Gesprächen: Das Kollegium, der Schulsprecher, der Förderverein der Schule, der Elternvertreter, der Schulzweckverband – sie alle haben sich bereits bei der neuen Chefin vorgestellt, berichtet sie begeistert von der Herzlichkeit. „Man merkt, dass hier an der Schule eine sehr gute Atmosphäre, ein gutes Miteinander herrscht“, lautet ihre Beobachtung. Auch bei der Verabschiedung ihres Vorgängers Jörg Neurohr, der mit dem Wechsel an die Spitze des Hofenfels-Gymnasiums Zweibrücken näher an seinen Wohnort rückt, sei dies sehr spürbar gewesen. Sie selbst hat mit dem Sprung an die Spitze der IGS Enkenbach-Alsenborn auch ihren täglichen Fahrweg verkürzt: Die 43-Jährige wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Alter von 14 und sieben Jahren in Kaiserslautern-Erlenbach. Bisher musste sie bis nach Thaleischweiler-Fröschen fahren, an der dortigen IGS hatte sie die Stelle der stellvertretenden Schulleiterin inne. Der Schulform ist sie also treu geblieben, und „auch von der Größe ist die IGS hier vergleichbar“, sagt sie. Dennoch muss sich die promovierte Chemie- und Biologielehrerin an ihrer neuen Wirkungsstätte eingewöhnen. Nach rund drei Wochen kann und will sie noch nicht beurteilen, was sie eventuell anders machen könnte, dazu sei es noch viel zu früh. Erst einmal müsse sie sehen, wie die Strukturen und Arbeitsweisen an der neuen Schule sind. „Ich will ja nicht etwa etwas als Verbesserung vorschlagen und dann gesagt bekommen: ,Das machen wir doch schon lange genau so`“, nimmt sie sich Zeit, um einen Überblick zu gewinnen. Was jedoch nicht heißt, dass sie es langsam hat angehen lassen. Denn zu tun hatte sie mehr als genug. Und: „Es ist ja auch gut, wenn`s rockt!“, macht sie klar, dass sie keineswegs der Typ ist, der eine ruhige Kugel schieben will. Auch wenn sie „nicht mit einem festen Bild im Kopf hergekommen“ ist, hat sie natürlich eine Vorstellung davon, was eine gute Schule auszeichnet: Kommunikation und das Miteinander seien wichtig, wobei sie nicht vergisst: „Wir haben einen Bildungs- und Erziehungsauftrag.“ Und natürlich müsse sie als Schulleiterin auch Entscheidungen treffen. Die Schwerpunkte der Schule – MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), Sport und Ökologie – stünden fest, daran wolle sie gar nicht rütteln, die könne man höchstes ausbauen. Schon lange war ihr klar, dass sie die Position der Schulleitung reizt, „und mit der Ausschreibung hat sich dies konkretisiert“. Dass sie dann auch die Schule passend fand, hat den letzen Anstoß zu ihrer Entscheidung gegeben, sich zu bewerben. Zumal die IGS Enkenbach-Alsenborn nicht völliges Neuland für sie war. „Ich war schon mal hier, weil ich in Thaleischweiler-Fröschen die Fortbildungen zusammen mit anderen Schulen organisiert habe.“ Um sich „für die Schule Muse zu verschaffen“, stärkt sie in ihrer Freizeit sowohl den Körper als auch den kreativen Geist. Laufen ist ihr Sport; dabei geht es ihr weniger darum, viele schnelle Kilometer auf Asphalt abzureißen, sondern sie genießt die Natur, legt gern lange Strecken bis über die Marathon-Distanz auf Trails zurück. Da ist sie dann auch bei Wettkämpfen anzutreffen. Doch auch der Geist will gefordert werden. Mit einem Trio steht sie als Pianistin und zweite Sängerin seit 16 Jahren auf der Bühne, zusammen mit ihrem Mann an der Gitarre und der Hauptsängerin. „Wir spielen Cover: alles von Metal, Rock, Pop, Jazz, Soul ...“, zählt sie auf. Akustisch, versteht sich. Schon in früher Jugend hat sie mit dem Klavierspielen begonnen; vor Publikum zu spielen – zum Beispiel im Juz –, ist kein Thema für sie. So fühlt sie sich auch auf dem neuen Parkett in Enkenbach-Alsenborn als Taktgeberin wohl. Warmgelaufen dürfte sie demnächst sein.

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