Bruchmühlbach-Miesau Ruhe und Natur in der Elendsklamm – Wo ist Ihr schönster Platz im Landkreis?
Die Klangkulisse in der Elendsklamm bei Bruchmühlbach-Miesau mutet an, als sei sie einer Meditations-CD mit Naturklängen entsprungen. Die ersten Häuser des Ortes sind gar nicht weit entfernt, doch in das enge Tal dringt kaum ein Geräusch, das Spuren von Zivilisation in der Nähe vermuten lässt. Stattdessen hört man das Zwitschern von Vögeln, das Rascheln von Mäusen und anderen Tieren in den trockenen Blättern am Waldboden, das Rauschen des Blätterdachs der Bäume, wenn der Wind hindurchstreicht, und das Plätschern und Gurgeln des Frohnbachs, der der Klamm ihr heutiges Gesicht gegeben hat.
Kaum vorstellbar ist das, wenn man nach trockenen und heißen Sommertagen das kleine Bächlein über die Kaskaden, vorbei an Flechten übersäten Steinen und unter Stegen und Brücken hindurch ins Tal fließen sieht. Sicher, in feuchteren Zeiten führt der Frohnbach mehr Wasser, dennoch ist es erstaunlich, wie sich der Bach, der nördlich von Bruchmühlbach in den Glan mündet, über Tausende von Jahren in das Gestein eingegraben hat.
Herausgekommen ist ein Idyll, eine enge Klamm, in der das Totholz liegen bleibt und so Nährboden für Pilze ist. Farn und Moose bedecken Felsen und die Ränder des Frohnbachs. Durch die Klamm schlängelt sich ein Pfad: Über kleine Felsblöcke und Holzstufen, über Stege und Brücken können sich Spaziergänger und Wanderer ihren Weg durch das kleine Paradies bahnen. Vorsicht ist an den Geländern geboten, die an der einen oder anderen Stelle ersetzt werden müssten.
Kein Geheimtipp, aber nicht überlaufen
Ein Geheimtipp ist das Tal sicherlich nicht, gut ausgeschilderte Wanderwege führen hindurch. Überlaufen ist es aber keineswegs. Wer Ruhe sucht, ist hier richtig. Das Blätterdach des Waldes schützt vor heißer Sommersonne, nach ergiebigem Regen kann man sich am munter sprudelnden Frohnbach erfreuen. Ein Besuch lohnt also bei jedem Wetter: bei einem wenige Kilometer langen Spaziergang nach einem langen Arbeitstag oder auch bei einer Wanderung mit der Familie. Über verschiedene Touren erreicht man die Klamm und weitere Wegpunkte wie den Skulpturenpark Belzmühle und die Fritz-Claus-Hütte bei Martinshöhe, die an Öffnungstagen zur Rast einlädt.
Mit dem Elend, einem Zustand von Armut und Not, hat der Name der Klamm übrigens nichts zu tun. Eine Infotafel am Wegesrand verrät, dass das Naturdenkmal seinem Namen dem mittelhochdeutschen Begriff „alilendi“ verdankt, der „im Grenzland oder im Ausland“ bedeutet. Die Schlucht hatte, so ist auf der Tafel zu lesen, immer wieder politische und religiöse Grenzfunktionen inne.
Was ist Ihr schönster Platz?
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