Kreis Kaiserslautern
RHEINPFALZ-Gartensprechstunde: Vom verdorrten Liguster bis zur Blütenendfäule
Die Bougainvillea von Angelika Kraus aus Rockenhausen hat beim Kauf im Frühjahr geblüht. Sie wächst in ihrem Kübel prima, nur weiterblühen will sie nicht.
Die Pflanze braucht Zeit, sie ist vermutlich in der Vorkultivation in der Gärtnerei zu schnell in die Blüte getrieben worden und legt jetzt erst einmal an Masse – also an Grün – zu. Zu hohe Triebe einfach abschneiden, Ende Oktober vor dem ersten Frost das tropische Gewächs ins Haus holen, dann steht sie im nächsten Jahr sicher in voller Blüte.
Richard Koch aus Ramstein hat ein Problem mit seinen Tomaten. Die länglichen Früchte zeigen sich an der Unterseite mit schwarzen Flecken.
Hier liegt ein klassischer Fall von Kalziummangel sowie einer unregelmäßigen Wasserversorgung vor. Was sich ziemlich unschön an der Tomate zeigt, wird auch Blütenendfäule genannt. Jetzt noch mit einer speziellen Düngerform den Boden aufzubereiten, lohnt sich nicht, da die Ernte ohnehin fast abgeschlossen ist. Es sollten aber alle betroffenen Tomaten umgehend entfernt und weiterer Wasserstress vermieden werden. Alle anderen Tomaten können bedenkenlos gegessen werden.
Udo Schuff aus Kaiserslautern wundert sich über seinen aus dem Urlaub mitgebrachten Rosensamen, der mit gleich zwei Trieben in die Höhe schießt. Er fragt, ob und wie er schneiden soll.
Die Triebe, die mit sieben hellgrünen Blättern an einer Rispe schon gut zwei Meter hoch sind und starke Stacheln aufweisen, gehören – so die Ferndiagnose – sicherlich zu einer Rosa Rugosa, also einer einfach blühenden Hagebuttenrose. Bei diesem robusten Gewächs ist ein Schnitt eigentlich immer unbedenklich möglich. Allerdings: Wenn es der Rose gut geht, kann man sie doch auch gut wachsen lassen. Jedes bisschen Grün verbessert das Kleinklima in einer Stadt wie Kaiserslautern.
Ameisen haben sich unter den Gehwegplatten rund ums Haus von Rosi Busch in Spesbach breit gemacht. Die Insekten zu töten, ist für sie keine Option.
Zunächst mal den von den Ameisen nach oben geschafften Sand wegfegen, dann entlang der Ameisenwege mit Essig oder Kaffeesatz oder gleich aus einem Gemisch von beiden die entstandenen Lücken ausgießen. Das hilft nicht dauerhaft, da die Ameisennester so nicht zerstört werden, bringt aber die Ameisen durcheinander, die erst einmal nicht mehr in den Bau finden. Das Abgießen muss ständig wiederholt werden, bis die Ameisen „umgezogen“ sind.
In Kirchheimbolanden wächst die Feige von Maria Wahl zu hoch, um sicher ernten zu können. Ein weiteres Problem ist die Säulenkirsche, die sich mit langen Austrieben und eingerollten Blättern aber ohne Früchte zeigt.
Die Feige kann unter geschützten Bedingungen – etwa vor einer weißen Wand auf der Sonnenseite – auch bei uns auf mehrere Meter anwachsen. Da ist eine Ernte ohne Leiter schlecht möglich. Zwar ist die Feige sehr biegsam und nimmt es nicht übel, wenn die Äste nach unten gebogen werden, um an obere Früchte zu gelangen. Das ist aber nicht immer eine Option. Auf das Schneiden reagiert die Feige empfindlich. Daher darf erst geschnitten werden, wenn sich die Pflanze zur Ruhe begibt und alle Blätter abgeworfen hat. Zu beachten ist, dass mehr als die Hälfte auf jeden Fall stehen bleibt. Werden starke Äste eingekürzt, ist die Versorgung der Wunden mit Baumwachs empfehlenswert.
Das Fehlen der Kirschen an der Säulenkirsche geht auf den Frost im Frühjahr zurück. Die Blüten sind erfroren. Wenn die Blätter anders aussehen als am Rest des Baumes, sind die langen Austriebe Wildtriebe. Sie können jederzeit entnommen werden: Nicht schneiden, sondern ausreißen! So wird sichergestellt, dass wirklich alle schlafenden Augen entfernt werden. Beim Schnitt kann und wird es passieren, dass gleich die nächsten Wildtriebe wachsen und der Pflanze erneut Energie rauben.
Für die gekräuselten Blätter zeichnen Blattläuse verantwortlich. Gegen Blattläuse muss allerdings schon im Vorfeld gehandelt werden, um einen Effekt zu erzielen. Heißt: Im nächsten Frühjahr den Stamm mit einem Weißanstrich und einem Leimring versehen, eventuell noch mit Neem-Öl einsprühen und anschließend eine Biobox zur Förderung von Nützlingen in den Baum hängen. Auch das Aufhängen eines mit Stroh oder getrocknetem Gras gefüllten Tontöpfchens im Baum (Netz über die Öffnung, diese nach unten) unterstützt Nützlinge wie Ohrwürmer.
Gerlinde Klein aus Rammelsbach hat eine hellgrün mit rosa Rand blühende Hortensie. Kann die Farbe Rosa durch irgendetwas wieder herbeigeführt werden?
Hortensien blühen in der ursprünglichen Form in den Farben Rosa oder Weiß. Die blaue Farbe wird mit Kalialaun oder durch Eisennägel in der Erde hervorgebracht. Grün-rosa Ballenstöcke sind überzüchtete Hybride, die gerne in der Floristik eingesetzt werden. Trägt die Pflanze diese Farbe, dann ist da nichts mehr zu ändern, sagt die Expertin.
Bruno Bullinger aus Rodenbach hat vor vielen Jahren Gartendünger geerbt. Muss der über das Umweltmobil entsorgt werden?
Dünger hat in dem Sinn kein Verfallsdatum, kann also noch immer ausgebracht werden. Er hat nur womöglich nicht mehr die angegebene Wirkungsweise, ist also sicher schwächer. Eine gute Möglichkeit ist die Entsorgung durch die Einarbeitung im Kompost oder auch eine Ausbringung an Gartenbäumen.
Um den Schnitt seiner älteren, hochgewachsenen Himbeersträucher geht es bei Manfred Waldmann aus Bruchmühlbach.
Sobald die Ernte der süßen Himbeeren vorbei ist, kann zurückgeschnitten werden. Ausläufer und Triebe können auch zuvor schon entfernt werden. Zeigt sich die Pflanze allerdings nicht ganz frisch oder schwach im Wuchs, sollte der Schnitt unterbleiben.
Bei Friedhelm Kreischer aus Kirrweiler haben sich der Apfelwickler im Gehölz und die Wühlmaus im Boden ziemlich breit gemacht.
Im jetzigen Stadium ist dem Apfelwickler kaum noch beizukommen, was die diesjährige Ernte angeht. Gegen den Apfelwickler, einer der bedeutendsten Schädlinge im europäischen Obstbau (brauner Falter mit weißer Marmorierung, legt Eier an unreife Äpfel, Raupen schlüpfen, fressen sich in die Äpfel, kommen wohlgenährt wieder raus, wandern zum Stamm, verpuppen sich unter der Rinde, bei gutem Wetter schlüpft die zweite Faltergeneration, es geht von vorne los) muss vorsorglich im Frühjahr gehandelt werden. Hier helfen Leimringe, aufgehängte Pheromonfallen oder präparierte Tontöpfe als Lebensraum für Ohrwürmer. Wer jetzt noch Pheromonfallen ausbringt, sorgt dafür, dass weniger Falterdamen befruchtet werden, weil die Männchen von den Pheromonen angelockt und eingefangen werden. Auch das Anbringen eines Obstmaden-Fanggürtels kann jetzt noch was bewirken. Das ist nichts anderes als ein Stück Wellpappe um den Stamm weiter oben gebunden. Dort verstecken sich die Maden, denken, sie sind schon unter der Rinde und verpuppen sich. Wichtig ist nur, den Fangring samt Maden und Puppen Ende September zu entnehmen und zu entsorgen.
Die Wühlmaus, die gewaltige Schäden am Wurzelwerk von Obstgehölzen hinterlässt, kann mit Lärm (Wecker aufziehen, in eine Folientüte packen und ins Erdreich nahe der Löcher stecken) und mit intensiven Gerüchen wie Parfüm, Knoblauch oder Lavendel vertrieben werden.
Wolfgang Hupp aus Haide (Kirchheimbolanden) schildert ein Problem mit seinem Liguster, der in Teilen sehr gut aussieht und sich an anderer Stelle extrem braun und verdorrt zeigt.
Liguster ist eine sehr robuste Pflanze mit flachen Wurzeln, die im Schatten durchaus verkahlen kann. Die vertrockneten Stellen stark zurückzuschneiden, den Boden aufhacken und gut wässern, um eine eventuelle Bodenbelastung auszuspülen, kann helfen. Liguster verträgt das Schneiden sehr gut und treibt in der Regel auch wieder gut aus. Im Frühjahr kann dann eine Düngung mit Hornspäne angegangen werden, zum jetzigen Zeitpunkt bringt das nichts.