Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel RHEINPFALZ-Gartensprechstunde: Pilze und Klee im Rasen treiben die Hobbygärtner um

Empfehlung gegen Klee: Den Rasen häufiger mähen, aber nicht zu kurz schneiden.
Empfehlung gegen Klee: Den Rasen häufiger mähen, aber nicht zu kurz schneiden. Foto: Günther

Mit kühleren Temperaturen und kürzeren Tagen geht die Natur in ihre Ruhephase. Damit stehen die letzten Arbeiten der Saison im Garten an. Pilze und Klee im Rasen waren große Themen beim letzten RHEINPFALZ-Gartentelefon in diesem Jahr. Pflanzendoktorin und Gärtnermeisterin Sabine Günther gab wertvolle Tipps.

Inge Delarber aus Mackenbach ist nicht die einzige, die Sauerklee in ihrem Rasen beklagt. Auch ein Gartenbesitzer aus Kaiserslautern fragt, wie er Klee, Löwenzahn und Moos in dem vor elf Jahren gelegten Rollrasen los werden kann.
Klee ist eine Zeigerpflanze. Sie taucht nur in saurem Boden auf und weist auf einen Nährstoffmangel hin. Wenn Klee da ist, ist es nicht einfach, ihn wieder loszuwerden. Oft spielen auch ein verdichteter Rasen und Staunässe eine Rolle. Man kann den Boden im Frühjahr bei milden Temperaturen aufkalken, um den pH-Wert zu erhöhen. Damit haut man den Klee sofort weg, aber nicht auf Dauer. Ich empfehle, den Rasen häufiger zu mähen, aber nicht zu kurz. Dabei ist es wichtig, den Rasen nicht auf drei Zentimeter zurückzuschneiden, sondern ihn auf fünf bis sechs Zentimeter wachsen zu lassen. Lässt man ihn hochkommen, kann er sich gegenüber dem Klee durchsetzen. Außerdem sollte er zweimal jährlich aerifiziert, also belüftet, werden, um ihn gegen Pilze und Wildkräuter zu schützen. Sinnvoll ist auch eine Düngergabe in kleinen Mengen bis zu viermal im Jahr mit Kaliumnitrat, Harnstoff und Kalkstickstoff. Wer jetzt noch etwas tun will, kann düngen oder Bodenaktivator ausbringen.

Auf der etwa 100 Quadratmeter großen Rasenfläche von Friedrich Weber haben sich seit Spätsommer Pilze ausgebreitet. Mittlerweile tauchen sie fast während des ganzen Jahres auf, nur in den heißen, trockenen Sommermonaten nicht. Gewässert hat er die Fläche nicht. „Wie kann ich sie ausrotten?“, will der Kaiserslauterer wissen. Die gleiche Frage stellt Fritz Wagner aus Erlenbach, in dessen Rasen sogenannte Hexenringe zu sehen sind. Er kennt auch Tricks, wie den Pilzen beizukommen ist. Mit einer Heu- oder Grabgabel sticht er Löcher in den Boden, bewegt das Arbeitsgerät hin und her, lässt danach Rheinsand hineinrieseln und streut Kalk aus.
Diese Methode ist sehr gut, ich kann sie nur weiterempfehlen. In jedem Rasen sind unzählige Pilze vorhanden. Sie schaden grundsätzlich nicht. Man kann sie abmähen oder aufnehmen, aber ihre Sporen kann man nicht entfernen. Sie kommen immer wieder. Eine Bekämpfung ist nicht möglich und nicht nötig. Es gibt kein zugelassenes Fungizid für heimische Gärten. Selbst ein Abtragen der oberen Schicht hilft in der Regel nicht. Pilze haben einen ökologischen Wert, denn sie zersetzen organisches Material wie Holz. In der Regel sind Pilze ein jahreszeitlich bedingtes Problem. Man kann versuchen, ihnen die Lebensgrundlage zu nehmen, indem man düngt und jetzt noch schnell mit 100 Gramm pro Quadratmeter kalkt, was sich aber auch auf den Rasen auswirkt. Hauptursache ist Staunässe, deswegen ist das Ausbringen von Sand gut. Im Frühjahr und im Spätsommer oder Herbst sollte vertikutiert werden.

Die Brombeeren von Ernst Steil aus Hohenecken haben zwar viele Früchte getragen, aber nur wenige sind ausgereift. Er konnte zwar einige dicke Beeren ernten. „Dann kam aber nichts mehr. Woran kann das liegen?“, fragt er. Außerdem hatte er Kartoffeln in Pflanzsteinen gezogen. Nun sind ihm viele feine Wurzeln im Erdreich aufgefallen. „Können sie von dem Kirschbaum und den Reben des Nachbarn kommen und kann ich trotzdem umgraben?“
Der Reifeprozess muss unterbrochen worden sein. Ich vermute, dass die Zeit zum Ausreifen nicht ausreichend war, sodass die Früchte nur dick geworden sind. Bei hochgezüchteten Sorten kann auch ein Wassermangel dahinter stecken. Sind die Zellen einer Frucht unterschiedlich gereift, kann auch die Gallmilbe dafür verantwortlich sein. In diesem Fall schmecken die Früchte sauer. Der Rückschnitt und das Entfernen der Früchte sind richtige Maßnahmen. Kirschbaum und Reben sind Flachwurzler, die auch Verankerungswurzeln haben. Kleine Wurzeln, die mehr als 1,50 Meter vom Stamm entfernt sind, können bedenkenlos gekappt werden. Näher sollte man nicht gehen, sonst besteht die Gefahr, dass Schäden auftreten.

Ruth Schirra aus Ramstein will wissen, welche Möglichkeiten es zum Überwintern ihrer stattlichen Hortensien und ihres Oleanders gibt.
Viele Gärtnereien bieten das Überwintern als Dienstleistung an. Die Pflanzen werden abgeholt und frostfrei über den Winter gebracht. Man kann Hortensien aber auch etwas geschützt, zum Beispiel an eine Hauswand, stellen und etwas Mulch auf die Erde geben, der im Frühjahr wieder entfernt werden muss. Oleander sollte bei fünf bis sechs Grad Celsius und nicht kälter als null Grad überwintert werden. Er lässt auch mal Blätter fallen, aber das ist nicht schlimm. Die Winter sind ja bei uns nicht mehr so streng, sodass man sie auch etwas geschützt und nur in eine Bambusmatte eingewickelt überwintern kann. Etwa alle sechs bis acht Wochen sollte man nachschauen und etwas wässern. Übertöpfe sollten entfernt und die Pflanzen auf Holzklötze gestellt werden.

Die Schmucklilien (Apaganthus) von Eckhard Ehmann aus Otterberg sitzen seit etlichen Jahren in Kübeln. Einer davon hatte zwei, drei Blüten, der andere nur eine. Das Laub ist mittel- bis hellgrün. „Müssen sie geteilt werden?“, fragt er.
Apaganthus sind bekannt dafür, dass sie ganz dicht und eng sitzen müssen. Das ist entscheidend für die Blütenbildung. Sie wollen viele Nährstoffe, sonst sind sie blühunwillig. Wenn sie gut versorgt sind und trotzdem nicht blühen, kann ein Umtopfen nötig sein. Dann werden sie aber im nächsten Jahr keine Blüten bilden. Außerdem sollten sie nicht dauerhaft im Wasser stehen. Ich rate dazu, nächstes Jahr mehr zu düngen. Wenn das nicht funktioniert, sollte der Stock mit dem Spaten in vier Stücke geteilt und diese in kleine Töpfe gesetzt werden. Sechs bis acht Wochen später sollte noch einmal Dünger gegeben werden. Im Winterquartier sollten Apaganthus gelegentlich befeuchtet werden.

Die gelbblühende Gewürzrinde einer Kaiserslautererin hat ausladende Arme gebildet, sodass der Platz im Winterquartier zu klein wird. In der Pflegeanleitung heißt es, dass sie im Frühjahr geschnitten werden soll. „Kann ich das auch jetzt machen?“, fragt sie. Ihre Anthurie oder Flamingoblume blüht nicht mehr rot, sondern grün. Sie wurde mit abgestandenem Wasser gegossen und regelmäßig gedüngt. „Was fehlt ihr?“
Solange die Gewürzrinde blüht, kann sie draußen geschützt stehen bleiben. Erst, wenn es mehrere Tage Frost gibt, sollte sie reingeholt werden. Dann lässt sie auch ihre Blüten fallen. Sie kann bis zu einem Drittel eingekürzt werden. Der Anthurie fehlt vermutlich Phosphor. Dieser Stoff ist für die Farbe verantwortlich. Ich rate dazu, einen Dünger mit Stickstoff, Phosphor und Kali, einen NPK-Dünger, mit Vorsicht zu verwenden. Sie kann auch in Grünpflanzenerde, nicht in normale Blumenerde umgetopft und die grünen Blüten können entfernt werden. Besser ist es, sie in einen Untersetzer zu stellen, denn Staunässe sollte vermieden werden.

Die Quitte von Ute Keller aus Trippstadt hat im vergangenen Jahr 50 Früchte getragen, in diesem Jahr nur eine. Die Blätter weisen seit einigen Jahren braune, etwa stecknadelkopfgroße Punkte auf.
In diesem Jahr kam es zu einem späten Kurzfrost. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass viele Blüten nicht bestäubt werden konnten. Im Spätherbst tauchen häufig Pilze und Krankheiten auf. Wahrscheinlich handelt es sich um Pockenmilben oder Blattwespen, die hauptsächlich Obstgehölze befallen. Das Laub sollte aufgenommen und im Restmüll entsorgt werden. Man kann im Spätwinter eine Austriebsspritzung zum Beispiel mit Promanal von Neudorff durchführen.

Helga Hasler aus Kaiserslautern hat am Zaun zum Nachbargrundstück, wo ein Walnussbaum steht, Gurkenpflänzchen gezogen. Gediehen ist keines. Sie fragt: „Kann das an den Blättern des Walnussbaums liegen?“ Denn beim Umgraben wurden sie eingearbeitet.
Walnussblätter sind schwer verrottbar. Außerdem enthalten sie eine gewisse Säure, die für den Kompost nicht gut ist. Entscheidend ist aber die Dosis. Ich vermute eher, dass die Versorgung der Gurkenpflänzchen durch den Walnussbaum beeinträchtigt wurde. Die Walnuss ist ein Flachwurzler mit Verankerungswurzeln und versorgt sich in einem Radius von 80 Metern.

Karin Müller aus Otterberg hat ihren Geranienstock über fünf Winter gebracht. Sie hat auf einigen Blättern einen rostartigen Befall bemerkt und diese abgezupft. Nun seien weitere Blätter betroffen. „Müssen auch die Triebe zurückgeschnitten werden?“, fragt sie.
Es ist absolut richtig, die befallenen Blätter zu entfernen. Wichtig ist es jetzt, zu schauen, ob auch die Austriebe befallen sind. Ein Rückschnitt ist möglich. Dadurch wird das Austreiben im kommenden Jahr angeregt. Die Rostkrankheit wirft Sporen ab und wird wieder kommen. Deswegen sollte die Geranie aus dem Gefäß genommen und abballiert werden. Die Erde sollte entfernt werden. Man kann auch die Wurzeln abbrausen, um ein Drittel einkürzen und in frische Erde setzen. Sollte im Frühjahr wieder ein Befall auftreten, kann nach dem Austrieb mit einem pflanzlichen Fungizid aus dem Fachmarkt behandelt werden.

Heiner Hemmer aus Oberarnbach hat zwei Lorbeerstöcke ausgepflanzt und die Stämme geweißelt. Jetzt fragt er: „Müssen sie im Winter abgedeckt werden?“
Die Pflanzen sind an die Temperaturen im Freien gewöhnt. Man kann sie mit Jute oder Vlies schützen. Im gewachsenen Boden sind die Bedingungen optimal. Das Weißeln war gut. Es verhindert ein Aufplatzen der Rinde.

Eine Gärtnerin aus Wolfstein hat ihren Oleander und ihre Geranien im Wintergarten stehen. „Kann ich sie zurückschneiden?“, will sie wissen. Die gleiche Frage stellt sie bezüglich ihrer Eibe, ihres Buchsbaumes und ihres Lavendels.
Der Oleander kann sogar tief zurückgeschnitten werden. Es kann aber bis zu eineinhalb Jahren dauern, bis er wieder schön aussieht. Eibe und Buchsbäume sind Formgehölze und können jederzeit entspitzt werden. Auch der Lavendel kann ganzjährig geschnitten werden. Ich würde aber damit warten, bis er verblüht hat.

Nacktschnecken auf dem Balkon beschäftigen eine andere Leserin. Sie fragt: „Was kann ich dagegen tun?“
Vermutlich handelt es sich um die Spanische Nacktschnecke. Ihre Eier sind sicherlich mit der Erde gekommen. Die Schnecke kann mit Salz bestreut, anschließend mit Wasser gespült und im Restmüll entsorgt werden. Man kann sie auch sammeln und im Wald aussetzen.

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