Bann RHEINPFALZ Plus Artikel Renaturierte Steinalb bietet Lebensraum für viele Arten

Deutlich natürlicher als noch vor drei Jahren schlängelt sich die Steinalb durchs Gelände.
Deutlich natürlicher als noch vor drei Jahren schlängelt sich die Steinalb durchs Gelände.

Gut drei Jahre nach der Teilrenaturierung der Steinalb bei Bann zeigen sich dort Flora und Fauna in erholtem Zustand. Selbst Störche sind hier jetzt Dauergäste.

Streng amtlich genommen heißt das Bächlein Steinalb gar nicht Steinalb, sondern Queidersbach. Das tut aber nichts zur Sache. Das Gewässer zieht sich etwa elf Kilometer vom Norden Banns kommend weiter nach Queidersbach, Linden, Horbach bis nach Steinalben, wo es in die Moosalbe mündet. In Waldfischbach-Burgalben geht es in den Schwarzbach. Der schließt sich zwischen Einöd und Blieskastel der Blies an. Die wiederum mündet bei Saargemünd in die Saar, bevor sich der Fluss bei Konz in die Mosel ergießt. Bei Koblenz geht es im Rhein weiter, und nun gibt es kein Halten mehr bis zur Nordsee. Dort kommt somit auch das Wasser aus der Steinalb an, das sich in Bann auf den Weg gemacht hat.

Nun wurden solch kleine Fließgewässer im vergangenen Jahrhundert nicht ganz so intensiv durch Ausbaumaßnahmen oder regulierende Eingriffe in eine menschlich gewollte, vordefinierte, meist ziemlich gerade Form gezwungen, wie dies mit Gewässern höherer Ordnung geschah. Aber auch an den kleinen Bächen wurde sich vergriffen, und es wurde unter meist ökonomischen Gesichtspunkten umgestaltet. Die ursprünglich ansässige Flora und Fauna hatte schwer das Nachsehen. Der Artenreichtum ging stark zurück.

Ein Gewässer der dritten Ordnung

Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden viele Flüsse und Bäche in eher lebensfeindliche Kanäle verwandelt – immer mit dem Ziel, Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung, für Siedlungen, Industrieanlagen und Verkehrswege zu gewinnen. Starke Hochwasserschäden und Artenrückgang zeigten negative Wirkung. Ein Umdenken setzte ein, Gewässer wurden nun als die Adern des Ökosystems angesehen. Gewässerschutz bekam Bedeutung und die Renaturierung vieler Fließgewässer begann.

Laut Landeswassergesetz zählt das kleine Bächlein Steinalb als Gewässer dritter Ordnung, also als ein Gewässer, für das die Verbandsgemeinde zuständig ist.

In Bann wurde die Steinalb in den vergangenen Jahren aus der Verbannung geholt und im Ortskern an einigen Stellen wieder sichtbar gemacht. 2017 erfolgten ab der Kläranlage Richtung Queidersbach auf einer Länge von etwa 650 Metern weitere Renaturierungsmaßnahmen. Paul Armbrust, Bauamtsleiter der Verbandsgemeindewerke Landstuhl, sorgte mit seinem Team an diesem Abschnitt der Steinalb durch Umgehungsrinnen für „Altarme“ und Niedrigwasserrinnen. Mittels aufgeschichteten Totholzes wurden Zonen mit verlangsamtem und mit schnellerem Durchfluss sowie Landungszonen geschaffen. Neue Kies- und Sandbänke sorgen nun für Laichplätze.

Ein Zuhause für Mäuse, Frösche und Enten

Nach gut drei Jahren zeigt die Natur auf diesem Gewässerabschnitt ein anderes Gesicht. Eine größere Artenvielfalt im Uferbereich und vor allem ein reges Tierleben haben sich eingestellt. Viele Vögel, Enten, Mäuse und Frösche haben sich häuslich eingerichtet. „Vermehrt zeigen sich hier Störche“, freut sich auch Stephan Mees, Banns Ortsbürgermeister, über die sichtbaren Auswirkungen der Renaturierung. „Das Projekt ist sehr gut gelungen und hat schon einen verbesserten Lebensraum für Tiere und Pflanzen gebracht“, sagt der Bürgermeister, der noch auf einen bislang ausstehenden Schaupfad verweist, der an diesem Teilstück der Steinalb aufgestellt werden soll.

Die Renaturierung der Steinalb ist noch nicht abgeschlossen. Richtung Queidersbach geht es derzeit weiter. Dort soll es in der dann entstehenden Auenlandschaft auch Wasserbüffel als Landschafts- oder besser als Uferpfleger geben.

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